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Iran heute – was möglich ist und was nicht

Iran heute – was möglich ist und was nicht

Der Iran zählt zu den ältesten Ländern der Welt. Traditionsreich und lang ist seine Geschichte. Allerdings gilt hier auch das islamische Recht, das vor allem Frauen keine wirkliche Gleichstellung erlaubt. Sie haben generell immer noch mit Unterdrückung und Benachteiligungen zu kämpfen. Das Sagen haben die Männer.

Dennoch ist das Land von beeindruckender Schönheit. Und dies ist auch der Grund dafür, dass immer mehr Touristen sich dazu entschließen, den Iran zu besuchen. Ein begehrtes Reiseziel, das viele Sehenswürdigkeiten und kulturelle Besonderheiten bietet.

Aber strenge Gesetze gelten für Einheimische und Ausländer. Was also ist erlaubt, was verboten? Was wissen wir wirklich über den Iran und was sind lediglich Gerüchte?

1. Ist der Iran eine Monarchie?

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Das ehemalige Persien wurde Ende der 1970er-Jahre zur theokratischen Republik. Der Schah wurde zu diesem Zeitpunkt gestürzt und seither sind es schiitische Religionsführer, die den Iran regieren. Das Parlament und der Präsident selbst haben wenig Einfluss auf das politische Geschehen.

Das Leben im Iran ist jetzt geprägt durch ständige Kontrollen der Bevölkerung auf ihre religiöse und ideologische Denkweise bezogen. Dies bringt mit sich, dass der einzelne Bürger wenig Freiheiten genießen kann.

Zwar werden im Iran Wahlen abgehalten. Diese sind jedoch oft Manipulationen unterworfen und spiegeln nicht den wirklichen Willen der Wähler wider. Die Religion hat immer einen massiven Einfluss auf das Geschehen.

2. Hat der Iran wirklich so viele Sehenswürdigkeiten?

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Es gibt so einiges zu sehen im Iran. Nicht umsonst finden sich hier über zwanzig dem Weltkulturerbe zuzurechnende Stätten. So unter anderem Persepolis oder der Golestan Palast in der Hauptstadt Teheran. Eine beeindruckende Palastanlage, die besichtigt werden kann.

Eine wunderschöne Gartenanlage ist der Akbarieh Garten, der sich in der Nähe von Birdschand befindet. Hier gibt es eine Villa zu sehen, die eine Mischung aus persischer sowie russischer Architektur zeigt.

Alte Wassersysteme, interessante Basare und zahlreiche Paläste machen den Aufenthalt im Iran auch für Kulturinteressierte attraktiv. Attraktionen und Sehenswürdigkeiten gibt es also genug in dem traditionsreichen Land. Langeweile wird hier bestimmt nicht aufkommen.

3. Bleiben Iraner am liebsten zuhause?

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Nein, denn sie mögen es, in der freien Natur zu sein. Vor allem Picknick gehört dabei zu den Lieblingsbeschäftigungen der Iraner in ihrer Freizeit. An Feiertagen sieht man Familien im Grünen sitzen und ihr Essen genießen.

Es gibt viele Feiertage im Iran, wohl die meisten auf der Welt. Hierbei ist die Mehrzahl religiösen Ursprungs. Oft geht es dabei um Todes- oder Geburtstage islamischer Religionsführer. Dabei kommt es immer wieder zu Unstimmigkeiten, wenn die genauen Daten festgelegt werden.

Es gibt im Iran nämlich nicht nur ein Kalendersystem, sondern gleich drei. Der Mondkalender ist der, nachdem die Feiertage berechnet werden. Viel Rechenarbeit ist also erforderlich.

4. Nur traditionelle Musik im Iran?

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Nicht nur traditionelle oder religiöse Musik ist im Iran zu hören. Sämtliche Musikrichtungen sind mittlerweile vertreten. Allerdings gibt es immer noch Einschränkungen, was die Auftritte der Musiker anbelangt.

Das beginnt schon damit, dass Sängerinnen als Frauen im Iran nicht allein auf die Bühne dürfen. Lediglich im Chor ist es unter Umständen machbar. Es könnte ein Berufsverbot ausgesprochen werden, würden sie allein live performen.

Dennoch hat sich die Musikszene verändert. Um die Jahrtausendwende kam es erstmalig dazu, dass eine Band mit Pop Musik auf die Bühne gehen konnte. Inzwischen haben sich zahlreiche Bands gegründet, die nach wie vor im Iran aktiv sind.

5. Kein Internet im Iran?

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Der Zugang zum World Wide Web ist im Iran erschwert. So sind viele Seiten einfach verboten, soziale Medien gar nicht erlaubt. Allerdings ist es möglich, durch ein privates VPN auch auf nicht erlaubte Seiten zuzugreifen.

Nachdem es in den Anfangsjahren des 21. Jahrhunderts zu einem wahren Internet-Boom im Iran kam, war weitgehend noch keine Zensur vorhanden. Die Iraner waren begeistert, was sich jedoch einige Jahre später ändern sollte. Es gab scharfe Kontrollen, viele Seiten ließen sich nicht mehr aufrufen.

Natürlich fanden die Menschen immer wieder Mittel und Wege, um die Barrieren zu umgehen. Dies wird jedoch bei Bekanntwerden mit hohen Strafen belegt.

6. Ist das Schwimmen im Iran nicht erlaubt?

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Das Schwimmen im Iran ist prinzipiell nicht verboten. Schwierig wird es dann, wenn Männer und Frauen gemeinsam schwimmen möchten. Die Gelegenheiten für einen ausgiebigen Strandtag sind vorhanden. Schließlich grenzt der Iran über eine lange Strecke hinweg an das Kaspische Meer und die Küste hat schöne Strände zu bieten.

Immer halten sich die Menschen dort geschlechtergetrennt auf. Selbst in Hotels ist es üblich, dass der Pool zu unterschiedlichen Zeiten von Männern und Frauen genutzt werden kann. Manche Iraner haben jedoch die Lösung gefunden.

Sie mieten einfach ein Boot, fahren weit aufs Meer hinaus und können dort ohne Probleme gemeinsam schwimmen. Gute Idee!

7. Der Export im Iran

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Export ist ein großes Thema im Iran. Nicht nur Öl und Erze gehören zu den Exportgütern. Auch Früchte, Gemüse und Nüsse zählen dazu. Bekannt sind hier vor allem der Safran, Wassermelonen und Pistazien.

Nicht zuletzt sind es auch Teppiche, die im Iran hergestellt, ihren Weg in andere Länder finden. So auch das riesengroße Exemplar, das für die Moschee von Abu Dhabi vorgesehen war und sich dort hervorragend in das Ambiente einfügt.

Er besteht aus etwa zehn Teilen und wurde in der Moschee angepasst. Eine wahre Meisterleistung der Teppichknüpfer. Obwohl aktuell nicht mehr so gefragt wie vor wenigen Jahrzehnten, sind Teppiche aus dem Iran immer noch etwas Besonderes.

8. Halten die Iraner Katzen als Haustiere?

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Die auch in westlichen Ländern beliebten Perserkatzen stammen ursprünglich aus dem Iran. Sie lebten dort frei in den Bergen und entwickelten deshalb ihr kälteschützendes, langes und dichtes Fell. Aber wie sieht es mit Katzen als Haustiere im Iran aus?

Generell mögen Iraner keine Haustiere. Ob Hund oder Katze. Nur in seltenen Fällen wird ein solches Tier in einer iranischen Familie seine Heimat finden. Allerdings lässt sich eine Trendwende bei jungen Iranern erkennen. Die Behörden jedoch versuchen immer wieder, die Haustierhaltung ganz zu verbieten, stoßen dabei aber auf Widerstand.

Wie schön, dass wir in unseren Gefilden viel Freude an den hübschen Perserkatzen haben können.

9. Ist es im Iran gefährlich?

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Zahlreiche Länder warnten bis vor Kurzem ihre Bürger davor, den Iran zu besuchen. Grundsätzlich kann jedoch davon ausgegangen werden, dass eine entsprechende Reise nicht gefährlich ist.

Es gilt jedoch, sich vor Reiseantritt genau über Sitten und Gebräuche des Landes zu informieren und die Gesetze zu kennen. Denn im Iran ist vieles nicht erlaubt. So ist der Verzehr von Alkohol strikt verboten. Auch beim Fotografieren kann es zu Schwierigkeiten kommen. Flughäfen, Bahnhöfe, militärisches Gelände und vieles mehr dürfen nicht fotografiert werden.

Nicht nur von Frauen wird eine angemessene Körperbedeckung verlangt. Dies gilt auch für Männer. Nur in Shorts öffentlich unterwegs zu sein, empfiehlt sich daher nicht.

10. Sind alle Iraner arm?

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Bei weitem sind nicht alle Iraner arm. Dies wird am ehesten deutlich, schaut man sich in Teheran einige der Jugendlichen aus reichem Elternhaus an. Sie erinnern eher an die russischen Kids, die mit Geld nur so um sich werfen und ihre Designer-Kleidung zur Schau stellen.

Obwohl eigentlich verboten, trinken sie Alkohol und sind dem Feiern alles andere als abgeneigt. Teurer Schmuck, schnelle Autos und tolle Kleidung gehören zu ihrem Lebensstil. Immer wieder tauchen entsprechende Fotos im Internet auf. Es ist schon erstaunlich, wie die jungen Iraner das realisieren. Fest steht allerdings, dass sie vom Thema Armut weit entfernt zu sein scheinen.

11. Keine guten Sportler im Iran?

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Die falsche Annahme, dass es im Iran keine guten Sportler gibt, hält sich hartnäckig. Allerdings sind entsprechend viele Gegenargumente vorhanden. So spielen Iraner leidenschaftlich gern Fußball. Und das Ungewöhnliche daran ist, dass dies auch Frauen tun. Natürlich nur in aus der Sicht der Regierung angemessener Kleidung.

Die Nationalmannschaft der Männer konnte sich für einige WM-Turniere qualifizieren. Zudem gewann sie drei Pokale in Asien. Bei den Frauen sieht es leider anders aus. Die FIFA sprach im Jahr 2007 ein Verbot des Hijab aus. Unverhüllt konnten die Frauen nicht antreten und so wurde die Frauenmannschaft disqualifiziert. Schade, denn auch hier schlummerten ein paar Talente.

Quellen

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