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Das wurde im geheimnisvollen Wrack der Titanic gefunden

Das wurde im geheimnisvollen Wrack der Titanic gefunden

Es ist August 2019, als die zweiköpfige Besatzung des Limiting Factor Mini-U-Bootes in die Tiefen des Atlantiks hinabsteigt. Das U-Boot taucht rund 370 Meilen (ca. 595 km) von der Küste Neufundlands entfernt ab und erreicht schließlich den Meeresboden etwa 12.500 Fuß (ca. 4 km) unter dem Meeresspiegel.

Die Männer an Bord des Schiffes werden da einen atemberaubenden Anblick sehen, den seit 14 Jahren niemand mehr aus erster Hand gesehen hat: das rostige Wrack der RMS Titanic. Es ist ein wunderschöner und zugleich sehr beeindruckendes Bild, was sich ihnen bietet. Und bei der Untersuchung der Überreste des berühmten Schiffes stoßen die Taucher jedoch auf etwas wirklich Unheimliches.

1. Als die Titanic entstand

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Der Bau der Titanic selbst begann am letzten Tag im März des Jahres 1909 auf der Werft Harland and Wolf in Belfast. Der ganze Prozess dauerte mehr als zwei Jahre. Denn obwohl die Firma Harland und Wolf seit mehr als vier Jahrzehnten Schiffe für die White Star Line bauten, waren die olympischen Schiffe die größten, die jemals zu diesem Zeitpunkt hergestellt wurden und erforderten daher massive technische Leistungen.

So ein großes Schiff wie die Titanic brauchte eine Menge Motorenleistung und sollte zudem unsinkbar gemacht werden. Dies war für die damaligen technischen Möglichkeiten eine sehr große Herausforderung für alle am Bau Beteiligten.

2. Die Geschichte

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Tatsächlich war die Titanic das zweite der drei olympischen Linienschiffe, die gebaut wurden – vorausgegangen von der Olympic und gefolgt von der Britannic. Alle Schiffe waren Teil der Flotte White Star Line. Die Konzeption der Schiffe entstand jedoch während eines Gesprächs zwischen dem Chef von White Star, dem Briten J. Bruce Ismay und dem amerikanischen Tycoon J.P. Morgan.

Es gab viel Konkurrenz der White Star Line. Ismay entschied daher, dass der zukünftige Erfolg des Unternehmens nicht in mehr Geschwindigkeit, sondern in mehr Größe lag. Die Giganten der olympischen Klasse wären also nicht nur die größten Passagierschiffe der Welt, sondern auch die extravagantesten – zumindest für die 1. Klasse.

3. Was wurde alles verbaut?

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Der Rumpf der Titanic bestand zum Beispiel aus etwa 2.000 Stahlplatten mit einem Durchmesser von jeweils bis zu sechs Fuß und einer Länge von circa 9 Meter. Die bis zu anderthalb Zoll dicken Platten wogen ebenfalls bis zu drei Tonnen pro Stück. Drei Millionen Nieten hielten auch die Stahlplatten an Ort und Stelle, wobei diese insgesamt erstaunliche 1.200 Tonnen betrugen.

Und auch der Bau dieses imposanten Schiffes war sehr gefährlich. Neun Arbeiter kamen während des Baus ums Leben, und weitere 246 Personen wurden verletzt. Ob dadurch schon die Jungfernfahrt unter keinem guten Stern stand? Man wird es wahrscheinlich niemals herausfinden.

4. Die Daten des Schiffes

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Als die Titanic fertig war, betrug die Größe über 268 Meter vom Bug bis zum Heck. 53 Meter von ihrem Boden bis zu den Spitzen der Trichter und über 27 Meter über ihren Balken. Sie besaß auch einen Hubraum von erstaunlichen 52.310 Tonnen. 29 große Kessel trieben großen Motoren an, die die riesigen Schiffsschrauben in Gang setzten.

Unheilvollerweise war die Titanic jedoch nur 20 Rettungsbooten mit einer Gesamtkapazität von 1.178 Personen ausgestattet. Dies war natürlich nicht ausreichend für alle Passagiere. In der Nacht, als die Titanic mit dem Eisberg kollidierte waren 2.224 an Bord. Sie können sich sicherlich vorstellen, welche furchtbare Katastrophe dies zur Folge hatte.

5. Der große Tag

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Als der Start der RMS Titanic am 10. April 1912 erfolgte, war diese in jeder Hinsicht auf dem neuesten Stand. Dieses große Ereignis wurde von einer Menge von 100.000 Zuschauern verfolgt, die miterlebten, wie das riesige Schiff, was mit 22 Tonnen Tierfett und Seife geschmiert wurde, zu Wasser gelassen wurden.

In nur 62 Sekunden rutschte das große Schiff in den Fluss Lagan. Von diesem Moment an wurde die Titanic zum größten künstlich hergestellten und selbst gebauten Objekt, das weltweit je auf dem Wasser geschwommen ist. Es war für alle ein sehr großer Moment, als sich der Riese in Bewegung setzte und jeder fieberte ihn entgegen.

6. Die große Tragödie

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Nachdem dann am 11. April um 13:30 Uhr mehr Passagiere in Queenstown abgeholt wurden, machte sich die Titanic auf den Weg nach Westen, um den Atlantik nach New York City zu überqueren. Als dann drei Tage später die Nacht einbrach, befand sich der Liner etwa 375 Meilen (ca. 604 km) südlich von Kanadas Neufundland.

Dann geschah das große Unheil, das wir alle kennen. Am 14. April 1912 um 23:40 Uhr rammte die Titanic einen Eisberg. Der Aufprall durchbrach den Rumpf nicht, jedoch bog er die Stahlplatten des Schiffes aus der Form, sodass große Lücken auftraten und eisiges Atlantikwasser durch die Risse in die Titanic eindringen konnten.

7. Das Ende eines Luxusdampfers

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Etwas mehr als zweieinhalb Stunden nach der Kollision mit dem Eisberg stürzte die Titanic unter die Wellen des Meeres und begann, sank Stück für Stück auf den Meeresgrund. An Bord des angeblich unsinkbaren Schiffes befanden sich 2.224 Seelen.

Rund 1.500 dieser Männer, Frauen und Kinder kamen im eiskalten Meer ums Leben, etwas über 700 Menschen überlebten das Unheil. Tatsächlich befanden sich noch etwa 1.000 Menschen an Bord des Liners, als dieser circa 4 km auf den Grund des Atlantiks gesunken ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, was sich in dieser Nacht dort furchtbares ereignet hat. Keiner hatte damals erwartet, dass die Titanic so ein Schicksal erlebte.

8. Suche nach der gesunkenen Titanic

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Jahrzehntelang war der genaue Standort der Titanic unbekannt. Kurz nachdem sie gesunken war, sammelten Verwandte einiger der wohlhabenden Opfer Geld, um nach dem Wrack zu suchen, aber die Tauchtechnologie zu der damaligen Zeit konnte nicht annähernd die Tiefen erreichen, in denen das Schiff lag. Ein grausamer Vorschlag war dann, Dynamit auf das Schiff zu werfen und die Körper zu zwingen, an die Oberfläche zu steigen.

Diese Idee wurde natürlich nicht umgesetzt, da man nicht genau wusste, wo sich die Titanic genau befand. In den 1970er-Jahren wurde dann vorgeschlagen, den Rumpf mit Tischtennisbällen zu füllen, damit dieser an die Oberfläche steigt.

9. Endlich gefunden

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Am Ende vergingen jedoch mehr als 70 Jahre, bis ein französisch-amerikanisches Team das Wrack der Titanic fand. Robert Ballard von der Woods Hole Oceanographic Institution und andere lokalisierten die Überreste des Schiffes mit einem ferngesteuerten U-Boot namens Argo.

Fotos von dem, was das Schiff gefunden hatte, wurden weltweit veröffentlicht. Weitere bemannte U-Boote besuchten die Titanic auch in den folgenden Jahren, obwohl die letzte Expedition 2005 stattfand. Darüber hinaus konnten mit High-Tech-4K-Kameras an Bord ihres Schiffes atemberaubende Bilder aufnehmen, die man niemals vergessen wird. Und das in einer Tiefe von 12.500 Fuß (ca. 4 km). Schade, dass damals die Technik noch nicht so weit gewesen ist.

10. Die Untersuchung

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Victor Vescovo, Taucher und Chef von Caladan Oceanic, leitete eine Expedition im August 2019 – die erste ihrer Art seit fast anderthalb Jahrzehnten. Vescovo war auch einer von denen, die an einigen der fünf Tauchgänge von Limiting Factor teilgenommen haben, zusammen mit anderen Teammitgliedern, darunter der Titanic-Geschichtsexperte Parks Stephenson und der leitende Planer Rob McCallum.

Aber was die unerschrockenen Reisenden letztendlich am Ort des Wracks fanden, war zutiefst schockierend. Die Männer konnten damals sehen, wie schnell die Überreste der Titanic vom Ozean verzehrt werden und das Schiff und zu seiner elementaren Form zurückkehrt. Zudem bietet es vielen von Tieren Zuflucht.

11. Die Titanic löst sich auf

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Stephenson betonte auch den Zustand des Schiffes, als er im August 2019 der BBC sagte: „Die Titanic kehrt zur Natur zurück.“ Starke Meeresströmungen, die ätzende Wirkung von Salzwasser und Bakterien, die Metall fressen, tragen zum Verschwinden des Schiffswracks bei.

Doch da die Titanic seit über einem Jahrhundert 4 km unter der Meeresoberfläche liegt, sollte dies keine Überraschung sein. Die Expeditionswissenschaftlerin Clare Fitzsimmons fügte hinzu: „Es gibt Mikroben auf dem Schiffswrack, die das Eisen des Wracks selbst wegfressen und Strukturen erzeugen, die eine schwächere Form des Metalls darstellen.“ Vielleicht wird die Titanic bald ganz verschwunden sein. Vielleicht wird die Titanic bald ganz verschwunden sein, doch das Leid bleibt unvergessen.

Quellen

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