Natur

Palau will erste CO2-neutrale Urlaubsdestination werden


Der pazifische Inselstaat Palau will das erste CO2-neutrale Urlaubsland der Welt werden. Das ist umso erstaunlicher, wenn man sich vor Augen führt, dass Palau 2018 noch die Hitliste der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen angeführt hat.

Palau will erste CO2-neutrale Urlaubsdestination werden

Der Inselstaat Palau will CO2-neutral werden. | © Norimoto, iStock

Palau taugt zur Illustration einer typischen Trauminsel: türkisblau schimmerndes Wasser, weiße Sandstrände und üppige Vegetation. Unter Urlaubern ist es als exzellente Tauchdestination bekannt. „Steile Klippen, Blue Holes, Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg, versteckte Höhlen, senkrecht abfallende Uferkanten und eine gewaltige Farbexplosion aus bunten Korallen sowie Fischen in allen Größen und Farben“, schreibt GEO über das Revier. Fast 90.000 Touristen kommen deshalb jährlich auf rund 20.000 Einwohner. Das ist mit ein Grund für die hohe Pro-Kopf-Emission von Kohlendioxid. Im Jahr 2018 führte Palau die internationale Rangliste auf Platz 1 an – noch vor den arabischen Ölstaaten.

Nun zielt es auf die hinteren Plätze ab: Palau will die erste CO2-neutrale Urlaubsdestination der Welt werden. (Der Titel des ersten CO2-neutralen Landes weltweit ist bereits durch Bhutan besetzt.) Doch das ist nicht so einfach: Palau ist auf den Tourismus angewiesen, der durch Flugan- und -abreise einen Großteil der Emissionen verursacht. Auch die meisten Nahrungsmittel müssen importiert werden, was zur Verschlechterung der Bilanz beiträgt. Gleichzeitig gehört Palau als nur wenige Meter über dem Meeresspiegel gelegene Insel zu den ersten direkt Betroffenen des Klimawandels.

Zu den bisherigen Maßnahmen gehören intensive Bemühungen um einen nachhaltigen Tourismus. Bereits 2003 wurde ein Haischutzgebiet von der Größe Frankreichs geschaffen; Palau war auch die erste Nation, die ankommenden Touristen einen „Öko-Schwur“ ableisten ließ, der einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur beinhaltet. Normale Sonnencreme, Einmalverpackungen aus Plastik und Styropor sind auch verboten. Nun soll vermehrt selbst angebaut werden, um weniger von den Importen abhängig zu sein. Außerdem soll jeder Tourist seinen CO2-Footprint kompensieren. Mit diesen Geldern soll in Mangrovenwälder investiert werden, die bis zu fünfmal so viel Kohlendioxid speichern können wir andere Bäume. Wir drücken die Daumen!

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