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Chand Baori – Indiens einzigartiger Stufenbrunnen

Chand Baori – Indiens einzigartiger Stufenbrunnen

Der Chand Baoriin dem indischen Ort Abhaneri ist einer der größten und tiefsten Stufenbrunnen auf der Welt. Er wurde vor über 1000 Jahren erbaut. Foto: Getty Images

Etwa 90 Kilometer entfernt von Jaipur liegt im indischen Bundesstaat Rajasthan der Ort Abhaneri. Touristen würden sich wohl kaum hierher verirren, gäbe es dort nicht eines der erstaunlichsten Bauwerke in ganz Indien. Der Chand Baori ist das Relikt einer längst vergangenen Zeit, und einer der größten und tiefsten Stufenbrunnen auf der ganzen Welt. Es ist aber seine Bauweise, die ihn wirklich einmalig macht.

Denn der Chand Baori ist nicht einfach nur ein Brunnen, sondern eine architektonische Meisterleistung. Über eine Höhe von 13 Stockwerken führen laut der offiziellen Webseite des Ortes 3500 präzise in den Stein gehauene Treppenstufen gut 20 Meter abwärts zu einem quadratischen Brunnen, der auch heute noch Wasser führt. Jede Seite des Monuments ist 35 Meter lang. Chand Baori wurde zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert von dem Herrscher Chand Raja gebaut, nachdem er auch benannt ist. Baori ist ein indisches Wort für Stufenbrunnen.

Den Besetzern ein Dorn im Auge

Chand Baori – Indiens einzigartiger Stufenbrunnen

Einer Legende nach kann niemand jemals dieselben Stufen des Chand Baori hinab- und wieder hinaufsteigenFoto: Getty Images

Und dessen Konstruktion hatte einen praktischen Grund. Denn in Rajasthan sind die Temperaturen teils extrem, und so waren zu dieser Zeit wohl auch die Dürren. Wer also ausreichend Wasser haben wollte, musste graben. Daher entstanden „Atlas Obscura“ zufolge in der Provinz, aber auch im ganzen Land tausende der tiefen Stufenbrunnen, mittels derer man das Grundwasser förderte. Alleine in Neu-Delhi gibt es demnach heute immer noch mehr als 30 davon.

Zu damaligen Zeiten dienten Stufenbrunnen wie der Chand Baori aber nicht nur als Wasserstelle, sondern auch als Orte des sozialen Austauschs und der Zusammenkunft. Erst als die Briten die Herrschaft über Indien übernahmen, verloren sie zunehmend an Bedeutung. Denn den Besetzern war es nicht geheuer, dass in den Brunnen oft auch rituelle Bäder stattfanden. Sie installierten Wasserpumpen, und schlossen sogar nicht wenige der jahrhundertealten Kultorte.

Die Legende um Chand Baori

Chand Baori – Indiens einzigartiger Stufenbrunnen

Schon zu früheren Zeiten entwickelte sich der Chand Baori vom einfachen Brunnen zum sozialen Treffpunkt. Das ist für die Einheimischen bis heute so. Foto: Getty Images

Chand Baori aber hat überdauert, und ist zweifellos der beeindruckendste unter ihnen. Denn hier befindet sich nicht nur der Brunnen an sich, sondern, quasi in die Konstruktion eingebaut, der Harshat Mata-Tempel. Er ist der gleichnamigen Göttin der Freude gewidmet, weswegen Abhaneri ursprünglich einmal Abhanagri hieß – übersetzt bedeutet das so viel wie „die strahlende Stadt“. Und wenig verwunderlich gibt es um die Entstehung des Chand Baori eine Legende.

Laut der Zeitung „Times of India“ soll der Brunnen angeblich in nur einer einzigen Nacht erbaut worden sein. Und da zu solch einem Wunder auch der stärkste Mensch nicht fähig wäre, vermutet man als wahren Erschaffer des Chand Baori einen Djinn, also eine Art Geist. Eine andere Erzählung besagt, dass kein Mensch dazu in der Lage sei, dieselben Stufen des Brunnen hinab- und wieder hinaufzusteigen.

Hollywood war auch schon da

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Das wäre bei 3500 von ihnen wohl auch nicht weiter verwunderlich. Bei der beeindruckenden Architektur verblüfft es auch nicht, dass der Chand Baori bereits von Hollywood entdeckt wurde. Unter anderem wurden hier Szenen aus dem Batman-Film „The Dark Knight rises“ gedreht. Im Übrigen befindet sich nicht weit von dem Brunnen auch noch eine andere skurrile Touristenattraktion, nämlich das Bhangarh Fort. Dabei handelt es sich um einen der berüchtigtsten Spuk-Orte in ganz Indien.

Wer den Chand Baori einmal mit eigenen Augen sehen möchte, reist am besten von Jaipur aus an. Laut der Webseite des Ortes gibt es allerdings keine direkten Busse oder andere Verbindungen. Daher empfiehlt es sich, zumindest einen Teil der Strecke mit einem (Sammel-)Taxi zurückzulegen. Der Ort ist außer an Feiertagen immer geöffnet, der Eintritt ist frei.

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  • Indien

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