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Corona-Lockerungen – welche Regelungen für Reisen in Deutschland gelten

Corona-Lockerungen – welche Regelungen für Reisen in Deutschland gelten

Binz auf Rügen am vergangenen Wochenende. Noch sind die Strände leer und die Hotels geschlossen. Womöglich soll es aber schon Mitte Juni einheitliche Lockerungen im Tourismus in ganz Deutschland geben.Foto: dpa picture Alliance

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greifen dort ab dem übernächsten Tag bundeseinheitliche Maßnahmen: Restaurants und Hotels bleiben geschlossen. Für Regionen mit stabilen Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 entscheiden die Länder über die Corona-Maßnahmen. Mancherorts wird kräftig gelockert. Hotels öffnen, und auf vielen Camping-Plätzen wird es an Pfingsten voll.

Was gilt für touristische Angebote? Und für Reisen innerhalb Deutschlands? TRAVELBOOK gibt einen Überblick.

Übersicht

  • Bundesländer, die bereits Öffnungsschritte geplant oder umgesetzt haben
    • Baden-Württemberg
    • Bayern
    • Mecklenburg-Vorpommern
    • Berlin
    • Rheinland-Pfalz
    • Nordrhein-Westfalen
    • Niedersachsen
    • Sachsen-Anhalt
    • Sachsen
    • Schleswig-Holstein
  • Reise-Erleichterungen für Geimpfte und Genese
  • Ist Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich?
  • Was ist, wenn ich bei einer Reise noch nach 22 Uhr unterwegs bin?
  • Was gilt für touristische Angebote und Freizeiteinrichtungen?
  • Testpflicht für Reiserückkehrer

Bundesländer, die bereits Öffnungsschritte geplant oder umgesetzt haben

Baden-Württemberg

Liegen die Corona-Zahlen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Außen- und Innengastronomie zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen. Seit dem 15. Mai dürfen auch Hotels und Pensionen in Land- und Stadtkreisen unter dieser Inzidenz wieder öffnen. Sie dürfen aber nur geimpfte, genesene oder getestete Gäste empfangen. Auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden. Fast alle Campingplätze im Südwesten sind am Pfingstwochenende ausgebucht, teilte der Landesverband der Campingunternehmer mit.

  • Kulturveranstaltungen, insbesondere Theater-, Opern- und Konzertaufführungen sowie Filmvorführungen im Freien mit bis zu 100 Teilnehmenden
  • Öffnung von Galerien, Museen und Gedenkstätten
  • Öffnung von zoologischen und botanischen Gärten im Außen- und Innenbereich
  • Öffnung von kleineren Freizeiteinrichtungen im Freien (Minigolfanlagen, Hochseilgärten, Bootsverleih) für kleine Gruppen von bis zu 20 Personen
  • Öffnung von Außenbereichen von Schwimm-, Thermal- und Spaßbädern und sonstigen Bädern sowie Badeseen

Bayern

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer fünf Tage stabilen Inzidenz unter 100 dürfen am Pfingstwochenende Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und auch Jugendherbergen öffnen. Gleiches gilt für Seilbahnen, die Fluss- und Seenschifffahrt, touristischen Bahn- und Busverkehr, Städte- und Gästeführungen im Freien sowie für die Außenbereiche medizinischer Thermen. Voraussetzung sind ein maximal 24 Stunden alter negativer Corona-Test und regelmäßige weitere Tests während des Aufenthalts. Biergärten und die Außengastronomie sind bereits jetzt bei Inzidenzen unter 100 offen.

Mecklenburg-Vorpommern

Im Nordosten darf die Gastronomie von Pfingstsonntag an öffnen – außen und innen. Auch einheimische Dauercamper sollen nach Plänen von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) von Pfingsten an wieder über Nacht auf den Plätzen bleiben können. Der Tourismus in dem Bundesland wird am 7. Juni für Einwohner des Landes und am 14. Juni für Gäste aus den anderen Bundesländern geöffnet.

Berlin

Hier dürfen seit Mittwoch Museen und Gedenkstätten wieder öffnen. Unter anderen sind touristische Angebote wie Stadtrundfahrten und Schiffsausflüge im Freien wieder möglich. Voraussetzung ist ein negatives Testergebnis und ein vorab gebuchter Termin. Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen Veranstaltungen unter freiem Himmel mit maximal 250 Personen anbieten. Seit diesem Freitag dürfen Gaststätten ihre Außenbereiche öffnen – allerdings mit negativem Test oder vollständigem Impfschutz.

Rheinland-Pfalz

Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat einen dreistufigen Öffnungsplan beschlossen. Seit Mittwoch (12. Mai) kann der Einzelhandel in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 generell wieder unter Auflagen öffnen, wie Ministerpräsidentin Malu Dreyer ankündigt. Dies betreffe derzeit 16 Kommunen. Auch Hotels und Ferienwohnungen sollen in Kombination mit Testauflagen wieder öffnen dürfen. Seit dem 21. Mai sind auch Kulturveranstaltungen wieder möglich. Ab dem 2. Juni soll dann etwa auch die Innengastronomie in Kommunen mit einer Inzidenz unter 50 aufmachen können. Die Außengastronomie ist in dem Bundesland bereits erlaubt.

Nordrhein-Westfalen

Hotels und Pensionen sollen für private Gäste bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 wieder öffnen dürfen. Sie können aber nur bis zu 60 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen. Gäste müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Auch Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen öffnen. Bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 50 fallen die Kapazitätsbegrenzungen für Hotels weg. Bei unter 100 darf die Außengastronomie wieder geöffnet werden, sind es weniger als 50 Infizierte je 100.000 Einwohner, darf auch drinnen bedient werden.

Niedersachsen

Touristische Übernachtungen sind möglich, wo in Kreisen und kreisfreien Städten die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Das ist etwa auf der ostfriesischen Halbinsel, mit Ausnahme der Stadt Emden, sowie in der Wesermarsch und im Kreis Cuxhaven der Fall. Auch längere Urlaube in der Heide oder im niedersächsischen Teil des Harzes sind möglich. Hotels, Ferienwohnungen und Pensionen dürfen von den Niedersachsen ebenso wie von Gästen aus ganz Deutschland gebucht werden. Die Anreise ist gekoppelt an negative Schnelltests, den Nachweis einer vollständigen Impfung oder der Genesung.

Sachsen-Anhalt

Die Landesregierung will nach Pfingsten weitere Öffnungen in Gebieten mit niedrigen Corona-Zahlen ermöglichen. Konkret will sie eine Spanne zwischen den Inzidenzwerten 50 und 100 festlegen, in der sich ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt über einen bestimmten Zeitraum bewegen muss, um weitere Öffnungen erlauben zu dürfen. Mit einem negativen Testergebnis sollen wieder Urlaub in Hotels und Restaurantbesuche im Innenbereich möglich werden.

Sachsen

Liegt eine Region stabil unter der Inzidenz von 100, dürfen Campingplätze und Ferienwohnungen unter Hygieneauflagen Gäste beherbergen. Während das in Dresden und Leipzig möglich ist, müssen sich in der Tourismusregion Sächsische Schweiz Besucher darauf einstellen, dass Pfingsten nur Tagesausflüge möglich sind. Hotels und Pensionen dürfen erst ab einer stabilen Inzidenz von 50 öffnen. Das ist derzeit absehbar in Leipzig in Sicht.

Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein steht Touristen aus ganz Deutschland seit Wochenbeginn wieder offen. Auch in weiteren Bereichen wird das öffentliche Leben normalisiert. Gefordert sind aber neben Hygieneauflagen wie dem Tragen von Schutzmasken in bestimmten Situationen vor allem negative Corona-Tests vor der Anreise und dann alle drei Tage. Überall im Land ist bereits die Außengastronomie erlaubt.

Reise-Erleichterungen für Geimpfte und Genese

Laut der aktualisierten Coronavirus-Einreiseverordnung (CoronaEinreiseV) der Bundesregierung gibt es ab sofort für Geimpfte und Genesene Reise-Erleichterungen innerhalb von Europa. „Impf- und Genesenennachweise können einen negativen Testnachweis ersetzen und von der Einreisequarantäne befreien. Dies gilt jeweils nicht bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet“, heißt es in der Verordnung. Alle anderen müssen grundsätzlich – unabhängig davon, ob sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben – vor dem Abflug der Airline ein negatives Testergebnis vorlegen.

Laut „Tagesschau.de“ soll auch das gemeinsame Reisen für Familien erleichtert werden. Demnach müssen nur die Eltern geimpft sein, Kinder nicht.

Ist Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich?

Theoretisch ist das Reisen in Deutschland trotz Lockdown möglich, denn ein generelles Reiseverbot gibt es nicht. Hotels & Co. bleiben in den meisten Bundesländern jedoch weiterhin geschlossen. Das heißt, Reisen geht, Übernachten nicht, solange man am Urlaubsort beispielsweise keine eigene Ferienwohnung hat.

Während des Lockdowns gilt weiter der Appell, auf „nicht zwingend notwendige Reisen“ zu verzichten. Dazu zählen private Reisen und Besuche – auch von Verwandten. Das gilt auch in Deutschland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Wer sich dennoch zu einem Tagesausflug entscheidet, sollte vor Beginn der nächtlichen Ausgangssperre wieder zu Hause sein.

Ausnahmen sind einige Bundesländer (siehe oben) sowie verschiedene Modell-Regionen. In Schleswig-Holstein wird seit 19. April in einigen Modellregionen getestet, wie ein Corona-konformer Urlaub möglich sein kann. Mehr dazu lesen hier.

Was ist, wenn ich bei einer Reise noch nach 22 Uhr unterwegs bin?

Die Bundes-Notbremse beinhaltet Ausgangssperren zwischen 22 und 5 Uhr. Gerade bei längeren Autofahrten, Zugreisen und vor allem auch bei Flügen kann es sein, dass man erst nach 22 Uhr sein Ziel oder seine Heimat wieder erreicht. Doch was passiert dann? Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte: „Wer in der Zeit zwischen 22 und 5 Uhr aus Anlass einer touristischen Reise reisen möchte, sollte besser umbuchen oder umplanen.“ Im Zweifelsfall drohe ein Bußgeld. Auch wenn sowohl der Luftfahrtverband BDL als auch der Deutsche Reiseverband DRV Ausnahmen bei An- und Abreise forderten, blieben diese bislang ohne Ergebnis.

Doch was ist, wenn ich einen Flug bereits gebucht habe? Es handelt sich hierbei um eine Grauzone. Auf Seiten der Verbraucher steht zumindest der Reiserechtsanwalt Kay Rodegra. Er sagte im ARD-Morgenmagazin, die An- und Abreise zum und vom Flughafen während der Zeit der Ausgangssperre sei für gebuchte Reisen seiner Ansicht nach rechtmäßig. Auch seitens des Bundesinnenministeriums gibt es kein eindeutiges Verbot. Dort heißt es, die Kontrolleure von Polizei oder Ordnungsämtern müssten im Einzelfall nach Ermessen und mit gesundem Menschenverstand entscheiden, ob jemand einen glaubhaften Grund nennen könne, weshalb er unterwegs sei.

Grundsätzlich sollten Reisende beachten, dass die Ausgangssperre eine Reihe von Ausnahmen beinhaltet. Eine dienstliche Flugreise ist beispielsweise möglich, ebenso wie der Aufenthalt zur Berufsausübung. Auch in Fällen des Sorge- und Umgangsrecht oder in medizinischen Notfällen bei Mensch und Tier gibt es Ausnahmen.

Ausführliche Informationen zu Bahnreisen während Corona finden Sie hier.

Was gilt für touristische Angebote und Freizeiteinrichtungen?

Das geänderte Infektionsschutzgesetz sieht vor, dass sobald die Notbremse greift, auch Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben müssen. Dazu gehören etwa Thermen und Wellnesseinrichtungen. Auch Stadtführungen und Ausflugsfahrten mit Schiff, Bus oder Bahn sind im aktuellen Lockdown nicht möglich.

Testpflicht für Reiserückkehrer

Sind Reisen in Deutschland im Lockdown weiterhin schwierig, gilt das nicht unbedingt für beliebte Urlaubsländer. So ist es zum Beispiel möglich, mit einem negativen Corona-Test nach Mallorca zu fliegen. Allerdings haben Bund und Länder beschlossen, dass alle Reiserückkehrer vor dem Rückflug nach Deutschland einen Coronatest machen müssen. Die Testpflicht gilt unabhängig davon, ob der oder die Reisende in einem Risikogebiet war oder nicht.

(Mit Material von Reuters und dpa)

Quellen

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