News

Darf ich trotz Corona jetzt Urlaub auf dem Campingplatz machen?

Darf ich trotz Corona jetzt Urlaub auf dem Campingplatz machen?

Wohnwagen auf einem Campingplatz – ist es aktuell möglich, dort Urlaub zu machen?Foto: dpa Picture Alliance

Der Frühling hat begonnen, das Wetter wird wärmer und die Osterferien haben gerade begonnen. Normalerweise sind viele Deutsche jetzt im Urlaub und genießen die erste richtige Auszeit des Jahres. Doch aktuell ist aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie alles anders. Von Reisen wird abgeraten, nicht mal im eigenen (Bundes)Land ist das aktuell erlaubt. Aber wie sieht es mit Camping während der Corona-Pandemie aus?

Übersicht

  • Corona und Camping – was ist aktuell erlaubt?
  • Was gilt bei Dauer-Camping trotz Corona?
    • Baden-Württemberg
    • Bayern
    • Berlin
    • Brandenburg
    • Bremen
    • Hamburg
    • Hessen
    • Mecklenburg-Vorpommern
    • Niedersachsen
    • Nordrhein-Westfalen
    • Rheinland-Pfalz
    • Saarland
    • Sachsen
    • Sachsen-Anhalt
    • Schleswig-Holstein
    • Thüringen
  • Ausnahmeregel in der StVO

Corona und Camping – was ist aktuell erlaubt?

Bei vielen herrscht aktuell Unsicherheit, wie die Lage bezüglich Camping zu Corona-Zeiten ist. Aktuell sind touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Unterkünften in Deutschland noch bis mindestens 18. April verboten. Das gilt auch für Campingplätze. Es ist zwar möglich, den Campingplatz zu betreten, übernachtet werden darf dort aber nicht. Die Regelung wurde am 22. März verlängert – was zur Folge hatte, dass Campingplatzbetreiber ihren Gästen für die Ostertage absagen mussten. Nächstes hoffnungsvolles Ziel der Branche: Pfingsten (23. Mai).

Was gilt bei Dauer-Camping trotz Corona?

Doch wie sieht es aktuell für die Dauercamper aus? Dürfen die denn schon auf den Campingplatz? Dazu gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen. TRAVELBOOK hat sich die Regelungen für jedes Bundesland genauer angesehen und die Infos zusammengetragen:

Baden-Württemberg

Auf der offiziellen Website, wo das Land die aktuellen Regelungen aufgelistet hat, steht: „Jegliche gewerblichen Übernachtungsstätten wie Hotels, Gasthöfe, Ferienwohnungen, Campingplätze oder Jugendherbergen dürfen keine touristischen Übernachtungen anbieten. Davon ausgenommen sind Dienst- und Geschäftsreisen oder wenn andere Gründe, wie die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen, das Besuchsrecht bei Kindern, die Teilnahme von Auszubildenden und Studierenden an wohnortsentfernt stattfindenden Prüfungen oder ein Arzt- oder Krankenhausbesuch, eine Übernachtung in diesen Einrichtungen erfordern. Als touristische Übernachtungsangebote gelten auch Wohnmobilstellplätze – auch wenn diese gebührenfrei genutzt werden können. Dauercampen ist nur erlaubt, wenn ein Härtefall vorliegt. Also beispielsweise, wenn der Betroffene auf dem Campingplatz seinen ersten Wohnsitz hat. Saisoncampen ist dagegen nicht erlaubt.“

Bayern

„Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt, sie dürfen nur für glaubhaft notwendige, insbesondere für berufliche und geschäftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden“, heißt es laut der Informations-Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie dem Kompetenzzentrum Tourismus. Zum Thema Dauercamping schreibt der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD): „Dauercamping ist erlaubt für strikt notwendige Zwecke (Erstwohnsitz und Zweitwohnsitz)“.

Berlin

Auch in Berlin gilt natürlich, was in ganz Deutschland beschlossen ist: Touristische Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben sind untersagt – somit auch auf Campingplätzen. Ausgenommen sind Übernachtungen anlässlich von Dienst- und Geschäftsreisen und aus notwendigen privaten Gründen. Spezielle Angaben zu Dauercampern gibt es nicht.

Brandenburg

Auch hier sind Campingplätze offiziell nur „eingeschränkt geöffnet“, es gelten die gleichen Regeln wie in Berlin. Laut BVCD sind Dauercamper mit mindestens einjährigem Miet- bzw. Pachtvertrag erlaubt.

Bremen

„Eingeschränkt geöffnet. Die Beherbergung zu touristischen Zwecken ist nicht gestattet. Dienst- und Geschäftsreisen sowie Verwandtenbesuche ohne touristischen Anlass sind davon nicht betroffen.“ Keine Aussage zu Dauercamping.

Hamburg

Das gleiche Bild auch in Hamburg. Bei den aktuellen Reise-Informationen auf der Tourismus-Webseite für Hamburg steht: „Für alle Übernachtungen zu touristischen Zwecken (auch Familienbesuche) gilt derzeit ein generelles Beherbergungsverbot (…). Alle nicht zwingend erforderlichen touristischen Reisen (auch Tagesausflüge) sollen unterbleiben. Zu Dauercamping gibt es keine Aussage.

Hessen

Auch im Bundesland Hessen bleiben die Campingplätze für Übernachtungsgäste geschlossen. „Dauercamping ist erlaubt für strikt notwendige Zwecke (Erstwohnsitz)“, schreibt der BVCD.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Öffnung ist eingeschränkt. „Es ist untersagt, ab dem 2. November 2020 Personen zu touristischen Zwecken und für Besuche der Kernfamilie zu beherbergen. Beschränkung der Gästezahlen zur Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern; Dokumentationspflicht pesonenbezogener Daten. Möglichst kontaktloser Check-In und Bezahlung.“ Dauercamping: laut BVCD erlaubt für Dauercamper mit mindestens 6-monatigem Miet- bzw. Pachtvertrag mit Vertragsabschluss vor dem 31.08.2020.

Niedersachsen

Die Informations-Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie dem Kompetenzzentrum Tourismus schreibt: „Das Übernachten zu touristischen Zwecken in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen und auf für die Öffentlichkeit geöffneten Flächen ist untersagt. (…) Ausgenommen sind Übernachtungen auf Parzellen auf Campingplätzen oder auf Bootsliegeplätzen, die ganzjährig oder für die Dauer einer Saison vermietet sind.“ Dauercamping ist also erlaubt.

Nordrhein-Westfalen

In NRW gilt ebenfalls eine eingeschränkte Öffnung. „Die Beherbergung zu touristischen Zwecken ist nicht gestattet.“ Laut BVCD ist aber Dauercampen uneingeschränkt möglich.

Rheinland-Pfalz

Touristische Übernachtungen sind auch in Rheinland-Pfalz natürlich nicht erlaubt. Laut BVCD gilt das auch für Dauercamper.

Saarland

„Zu privaten touristischen Zwecken untersagt. Hoteltypischer Betrieb zulässig für beruflich veranlasste Reisen oder aus unabweisbaren persönlichen Gründen“, schreibt die Informations-Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie dem Kompetenzzentrum Tourismus. Dauercamping ist laut BVCD ebenfalls nicht erlaubt.

Sachsen

Auch hier gilt, dass Übernachtungsangebote für touristische Zwecke untersagt sind. Keine Aussage zu Dauercamping.

Sachsen-Anhalt

Keine touristischen Übernachtungen, aber laut BVCD gelten in Sachsen-Anhalt die Regelungen bezüglich Dauercamper vom Frühjahr 2020: „Autarke Dauercamper können Campingplätze besuchen, sofern es keine touristischen Reisen sind. Für nicht-autarke Dauercamper liegt die Verantwortung beim jeweiligen Campingplatz. Der Campingplatzbetreiber ist für die Hygienevorschriften und Corona Regelungen selbst verantwortlich.“

Schleswig-Holstein

Natürlich darf auch hier nicht aus touristischen Gründen übernachtet werden, aber für Dauercampen haben Campingplätze geöffnet. Denn für Dauercamper mit Miet- bzw. Pachtvertrag über mindestens fünf Monate ist es erlaubt, dort zu übernachten, berichtet der BVCD.

Thüringen

„Laut dem Landesverband Thüringen e.V. ist Dauercamping nicht offiziell verboten. Campingplätze, die keine touristischen Standplätze anbieten und ausschließlich Dauercamper im Normalbetrieb beherbergen, dürfen öffnen. Die Sanitärgebäude müssen allerdings geschlossen bleiben“, schreibt der BVCD.

Ausnahmeregel in der StVO

Unabhängig von Corona ist es laut Straßenverkehrsordnung (StVO) erlaubt, sein Wohnmobil oder sein Auto mit Wohnwagen auf Flächen zu parken, auf denen es nicht ausdrücklich verboten ist und dort auch zu übernachten. Auf Nummer sicher geht man auf ausgewiesenen Parkplätzen. Allerdings darf man nicht unbegrenzt dort stehen, sondern nur so lange, bis etwa die Fahrtüchtigkeit wieder hergestellt ist. Also in der Regel bis zu zehn Stunden.

Theoretisch sind also Tagesausflüge oder Kurzreisen mit wechselnden Übernachtungs-Parkplätzen möglich. Allerdings sollte man in dieser Zeit weder seine Markise ausfahren, noch Campingtisch und -stühle aufstellen. Denn das gilt dann wiederum als Wildcampen, und das ist generell fast überall in Deutschland verboten. Ob Camping wegen Corona aktuell sinnvoll ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Quellen

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Schließen
Schließen