News

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Goslars Altstadt mit ihren schönen Fachwerkhäusern zählt seit 1992 zum Unesco-Weltkulturerbe – TRAVELBOOK hat die besten Reisetipps für die Stadt mit dem „Dukatenscheißer“Foto: dpa Picture Alliance

Die Stadt mit rund 50.500 Einwohnern liegt etwa 40 Kilometer von Braunschweig entfernt, nach Wernigerode sind es 25 Kilometer. Mit dem Zug braucht man von Braunschweig aus nicht einmal eine Stunde, und das macht Goslar zum interessanten Ziel auch für Wochenend-Trips. Vom 70 Kilometer entfernten Hannover aus fahren Züge in etwas mehr als anderthalb Stunden nach Goslar.

Fachwerkhäuser mit Verzierung

Für einen Bummel durch die Stadt sollte man sich Zeit lassen – und vor allem gut aufpassen, denn viele der Fachwerkhäuser sind aufwändig verziert. Manchmal sogar originell. Der „Dukatenscheißer“ zum Beispiel, der am Gewandschneider-Gildehaus (Kaiserworth) eine Hausecke ziert und seinen Namen wirklich zu Recht trägt. Oder die Figuren von Adam und Eva am gleichen Gebäude, die auf den ersten Blick beide ein bisschen wie Frauen aussehen.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Eins der beliebtesten Fotomotive in Goslar: das „Dukatenmännchen“ am Kaiserworth-GebäudeFoto: dpa Picture Alliance

Berühmte Kaiserpfalz in Goslar

Wenn man sich die modernen Geschäfte wegdenkt, fühlt man sich in Goslar beinahe wie in einer anderen, früheren Zeit. Und die Stadt ist tatsächlich sehr alt. Schon in römischer Zeit wurde in der Gegend Erz abgebaut, und ab 1040 entstand unter Heinrich III. in Goslar eine sehr bedeutende Kaiserpfalz (aus dem Lateinischen palatium = Palast, also eine Wohnstätte für reisende Könige) des Heiligen Römischen Reiches. Eindrucksvoll sind die Wandmalereien von Hermann Wislicenus.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Die Kaiserpfalz wurde zwischen den Jahren 1040 und 1050 unter Heinrich III. erbaut Foto: dpa Picture Alliance

In der Pfalzkapelle St. Ulrich kann man eine Grabplatte sehen, unter der das Herz des Kaisers liegt (sein Herz, so heißt es, weilte schon zu Lebzeiten stets in Goslar). Der Leichnam selbst wurde in Speyer beigesetzt. In der Kaiserpfalz, deren Besuch sich wirklich sehr lohnt, erfahren Besucher viel über das Wanderkaisertum und die vielen Reichsversammlungen, die in der Pfalz stattfanden (Adresse: Kaiserbleek 6).

Der Harz hat es in sich: Das Bodetal – Wandern durch die spektakuläre Schlucht im Harz

Tipp: Besuch im Huldigungssaal

Zentraler Punkt der Stadt ist der Marktplatz mit dem Brunnen, auf dem ein goldener Adler, das Wahrzeichen Goslars, thront. Zu den auffälligsten Gebäuden am Platz gehört das gotische Rathaus, in dessen Innerem sich ein Meisterwerk verbirgt: der Huldigungssaal, einer der Ratssäle, ist vollständig mit Gemälden bedeckt. Die Künstler sind namenlos, werden aber als Meister der Goslarer Sibyllen bezeichnet. Die Gemälde entstanden zwischen 1501 bis 1515 und zeigen Kaiser, Heilige und Sibyllen (Prophetinnen). Der Saal ist öffentlich zugänglich. Im Rahmen der Stadtführung „Tausend Schritte durch die Altstadt“, die täglich um 10 Uhr beginnt (Infos in der Tourist-Information), kann man den Saal ebenfalls sehen.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Marktplatz in GoslarFoto: dpa Picture Alliance

Figurenspiel im Kämmereigebäude

Ebenfalls am Markt, an der Ostseite, steht das Kämmereigebäude, an dessen Giebel ein Figurenspiel die Blicke auf sich zieht. Täglich um 9, 12, 15 und 18 Uhr öffnen sich die Türchen und die Figuren „erzählen“ Bergbaugeschichte.

Anzeige

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Die Karte für Smarte. Die neue Amex Blue dauerhaft kostenlos

American Express

„Dukatenscheißer“ an der Hausfassade

In der Nähe des Rathauses steht das 1494 erbaute Gildehaus der Kaufherren, Kaiserworth genannt. Die prächtige Fassade sollte man sich genauer ansehen und nach den schon erwähnten Figuren von Adam und Eva und dem „Dukatenscheißer “Ausschau halten. Schmunzeln erlaubt! Betreten darf man das Haus allerdings nur als Hotelgast: Seit 200 Jahren residiert darin das Hotel Kaiserworth.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Das aufwendig mit Figuren verzierte Kaiserworth (Gildehaus der Tuchhändler) ist heute ein HotelFoto: dpa Picture Alliance

Blick auf das Brusttuch der Welterbestadt

Es gibt noch viel mehr zu sehen. Den historischen Schuhhof (der älteste Platz der Stadt mit dem Schuhmacher-Gildehaus) und das Brusttuch zum Beispiel. Das 1521 erbaute Haus steht auf beinahe dreieckigem Grundriss, was ihm den Namen bescherte, sehenswert ist das Fachwerk-Obergeschoss mit Figuren und Tiergestalten (Adresse: Hoher Weg 1, das Haus ist heute ein Hotel). Interessant sind außerdem die Wallanlagen, die historische Lohmühle aus dem 16. Jahrhundert, das Siemenshaus von 1693 in der Schreiberstraße, das um 1500 erbaute Ackerbürgerhaus und die Kemenate Röver in der Frankenberger Straße 11.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Siemenshaus in GoslarFoto: dpa Picture Alliance

Eindrucksvolles Besucherbergwerk Rammelsberg

Wer Goslar besucht, sollte auch einen Abstecher zum Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg machen. Es gehört wie auch die Altstadt zum Weltkulturerbe der Unesco und bietet spannende Einblicke in die 1000-jährige Bergbaugeschichte. Man kann mit der Grubenbahn und dem sogenannten Schrägaufzug fahren, einige Stollen besuchen und vieles mehr. Der Verpackungskünstler Christo war so beeindruckt, dass er den letzten Förderwagen verhüllte.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Schienen der Grubenbahn im Bergwerk RammelsbergFoto: dpa Picture Alliance

Ebenfalls Teil des Weltkulturerbes ist die Oberharzer Wasserwirtschaft, das größte vorindustrielle Energieversorgungssystem der Welt, bestehend aus Teichen, Gräben und Wasserläufen.

Karte mit Sehenswürdigkeiten in Goslar

Um mit Inhalten aus Maps4News zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.
Maps4News aktivieren
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte aus Maps4News angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Mehr dazu findest du in der Beschreibung dieses Datenverarbeitungszweck und in den Datenschutzinformationen dieser Drittanbieter.

Wandern und Biken im Harz

Goslar ist aber auch ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen (sehr beliebt ist der Liebesbankweg, auf dem man an 25 individuell gestalten Bänken vorbeikommt) und Touren mit dem Mountainbike. Man kann mit der Bocksberg-Seilbahn nach oben fahren und dann zwischen sieben Strecken wählen. Die Seilbahn steht im Ortsteil Hahnenklee-Bockswiese und bringt Besucher auf den 726 Meter hohen Berg. Wer schon einmal in Hahnenklee ist, sollte unbedingt einen Abstecher zur Gustav-Adolf-Stabkirche machen, die 1907 im Stil norwegischer Stabkirchen ganz aus Holz erbaut wurde.

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Liebesbankweg im HarzFoto: dpa Picture Alliance

Goslar – Reisetipps für die Stadt mit dem „Du­ka­ten­schei­ßer“

Anreise nach Goslar

A 7 bis Ausfahrt Rhüden, B82 über Langelsheim nach Goslar. Bahnverbindungen zum Beispiel ab Magdeburg, Hannover und Braunschweig

Quellen

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Schließen
Schließen