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Santa Cruz del Islote – die am dichtesten besiedelte Insel der Welt

Santa Cruz del Islote – die am dichtesten besiedelte Insel der Welt

Auf der winzigen Insel Santa Cruz del Islote leben 1200 MenschenFoto: Getty Images

Schuld sind die Mücken. Denn die piesackten die Menschen auf den anderen Inseln derart, dass der Fischer aus Barú, der einst als erster nach Santa Cruz del Islote kam, zunächst eines feststellte: deren Abwesenheit. Der Grund dürfte der Wind sein, der hier – anders als auf den neun anderen Inseln des Archipels – den leichtgewichtigen Plagegeistern einfach zu viel entgegenzusetzen hat.

Auch Menschen gab es auf der kleinen Insel nicht, als jener Fischer hier auf der Suche nach neuen Fischgründen anlandete. Aber das sollte sich bald ändern. Nachdem der Mann nach einer mückenfreien Nacht entspannt und glücklich aufwachte, beschloss er, ganz hier zu bleiben – aber nicht alleine. Und so kam es also zur Besiedlung der kleinen Insel namens Santa Cruz del Islote. Zumindest geht so die Legende.

Fußballspielen nicht möglich

Fakt aber ist, dass hier bald so viele Menschen lebten, wie irgendwie draufpassten. Die Insel ist komplett bebaut. Rund 100 Gebäude stehen hier, darin wohnen 1200 Insulaner. Hochgerechnet ergäbe das eine Bevölkerungsdichte von etwas mehr als 100.000 Einwohnern je Quadratkilometer – das ist viermal mehr als Manhattan und mehr als jede andere Insel zu bieten hat. Der größte öffentliche Platz misst so viel wie ein halber Tennisplatz. Wenn die Einwohner Fußball spielen wollen, müssen sie auf eine der Nachbarinseln.

Das Leben auf einer derart bepackten Insel verlangt seinen Bewohnern natürlich einiges ab. Trinkwasser wird nur alle drei Wochen von der Marine in großen Kanistern geliefert und dementsprechend sparsam verwendet, wie unter anderen die britische Zeitung „The Guardian“ schreibt. Elektrizität gibt es nur durch Solaranlagen auf den Dächern sowie einen einzigen Generator, der nur wenige Stunden am Tag Strom produziert. Und wer einen Arzt braucht, sucht diesen hier genauso vergeblich wie die Touristen einen Strand.

Für die Einwohner ist Santa Cruz del Islote ein Paradies

Doch wer nun denkt, dass die Einwohner von Santa Cruz del Islote unglücklich sind, irrt. Es gäbe keine Gewalt auf der Insel, erzählten Bewohner einer Journalistin einer britischen Tageszeitung, eine Polizei brauche man nicht. Dass die Schule im Ort einen Sicherheitsmann habe, läge nur daran, dass ein solcher Pflicht ist für kolumbianische Schulen. Niemand muss hier seine Türen abschließen und abends sitze man gern zusammen und schaue Seifenopern. Ruhig und angenehm sei das Leben auf der Insel, für viele ist sie gar – das Paradies.

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Und von wegen Leben in Zeiten der Corona-Pandemie: Schon im Sommer 2020 vermeldeten die Bewohner von Santa Cruz del Islote stolz, frei vom Coronavirus zu sein. „Diese Gemeinde ist sehr organisiert und gesetzestreu, und glücklicherweise hatten wir noch keinen einzigen Verdachtsfall, geschweige denn einen positiven Fall dieser Pandemie“, zitierte die mexikanische Tageszeitung „El Universal“ damals den zuständigen Polizeiinspektor der Insel. Allem Anschein nach ist dies bis heute so geblieben.

So mancher kann sich auch ein Leben jenseits der vollgepackten Insel nicht vorstellen und möchte für immer dort bleiben. Allerdings, irgendwann muss auch der treueste Inselbewohner das Eiland verlassen: Verstorbene werden auf der Nachbarinsel bestattet. Denn für einen Friedhof ist auf Santa Cruz des Islote, natürlich, gar kein Platz.

Anreise: Bei Touristen sind die Inseln des San-Bernardo-Archipels sehr beliebt und viele Menschen auf Santa Cruz del Islote leben denn auch vom Geschäft mit den Urlaubern. Die meisten Touristen fahren von der Hafenstadt Santiago de Tolu nach Múcura, einem Tropenparadies mit Sandstränden, Korallenriffen und vielen Tauchspots. Die Insel Santa Cruz del Islote liegt 90 Minuten per Boot vom Festland entfernt – und lohnt garantiert einen Tagesausflug.

Hinweis zur Corona-Lage: Kolumbien ist laut Auswärtigem Amt derzeit noch stark von COVID-19 stark betroffen. Regionale Schwerpunkte sind u. a. die Metropolen Bogotá und Medellín, aber auch die Karibikküste. „Landesweit beträgt die Inzidenz mehr als 200 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage, weshalb Kolumbien als Gebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko (Hochinzidenzgebiet) eingestuft ist.“ Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Land wird derzeit gewarnt (Stand: 19. Mai 2021).

Quellen

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