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Schiefer Turm und viel Marmor – die besten Reisetipps für Pisa

Schiefer Turm und viel Marmor – die besten Reisetipps für Pisa

Der weltbekannte Schiefe Turm von Pisa ist die Haupt-Touristenattraktion in der gleichnamigen toskanischen StadtFoto: Getty Images

Der Schiefe Turm darf bei den Reisetipps für Pisa natürlich nicht fehlen. Er ist ohne Frage die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt. Doch Pisa hat durchaus mehr zu bieten als den Schiefen Turm. Aber widmen wir uns zunächst der weltbekannten Attraktion.

Die Geschichte des Schiefen Turms von Pisa

Und das schon lange, denn das Bauwerk neigte sich bereits, bevor es fertig war. Bei der Grundsteinlegung im Jahre 1173 hatte man noch einen stolz in den Himmel ragenden Turm bauen wollen, doch zwölf Jahre später – die Arbeiter waren gerade mit der dritten Etage beschäftigt – bemerkten die Erbauer, dass ihr Werk in Schieflage geraten war. Lehm und Sand unter dem Bauwerk waren zu weich für das Schwergewicht. Dass diese Entdeckung erst für Entsetzen, dann für Verwirrung sorgte, ist eine andere Geschichte. Jedenfalls dauerte es 100 Jahre, bis man sich wieder an den Bau heranwagte.

Der Trick, die restlichen vier Stockwerke schräg zu bauen, funktionierte zwar nicht, aber diesmal blieben die Arbeiter am Ball und vollendeten den 55 Meter hohen Turm mit den sieben Glocken im Jahre 1372. Letzten Endes war die Schräglage sogar ein Glücksfall, denn der Schiefe Turm von Pisa wurde zum Wahrzeichen der Stadt – und ist es nach wie vor.

Allerdings sollte man nicht nur die Neigung betrachten, sondern dem Bauwerk aus weißem Carrara-Marmor noch weitere Blicke gönnen. Die Säulengalerien der einzelnen Stockwerke sind aufwändig verziert, und die Treppe zur oberen Aussichtsterrasse soll den Architekten Filippo Brunelleschi zu einem Aufgang in die Kuppel des Doms zu Florenz inspiriert haben.

Vergebliche Versuche, den Schiefen Turm geradezurücken

Seit Anfang 1990 durfte man den Schiefen Turm von  Pisa zunächst nicht mehr betreten, denn man befürchtete seinen Einsturz. Anschließend machten sich viele Experten daran, das Bauwerk zu sichern und die höhere Seite mit 900 Tonnen Blei zu beschweren. Ein bisschen Erfolg hatten die unterschiedlichen Maßnahmen schon – der Turm wurde ein bisschen aufgerichtet und darf von einer kleinen Anzahl Menschen wieder betreten werden. Ganz gerade aber ist der Turm nicht geworden, er neigt sich heute um 3,97 Grad. Zum Glück für Pisa, das sonst um sein Wahrzeichen fürchten müsste.

Weitere Reisetipps für Pisa

Allerdings ist der Turm nicht die einzige Sehenswürdigkeit in der toskanischen Stadt. Denn Pisa war einst sehr bedeutend in der Seefahrt und konkurrierte mit Florenz, Siena und Lucca um wirtschaftliche Macht. Eindrucksvolle Bauwerke sollten die Bedeutung unterstreichen. Darunter der gewaltige Dom, der sich direkt neben dem Schiefen Turm erhebt. Auch er besteht aus Carrara-Marmor, seine atemberaubend schöne Fassade entstand im Baustil der Pisaner Romanik. Innen finden sich Fresken und Mosaike und ein Leuchter aus Bronze, von dem die Legende sagt, dass der in Pisa geborene Wissenschaftler Galileo Galilei hier die Gesetze der Pendelschwingung entdeckt haben soll.

Schiefer Turm und viel Marmor – die besten Reisetipps für Pisa

Der Dom in Pisa an der Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder)Foto: Getty Images

Ein Stück entfernt steht das Baptisterium, die Taufkirche des Doms von Pisa. Es entstand 1152 im romanischen Stil und ist mit 54 Metern Höhe und 107 Metern Umfang die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte.

Der Platz der Wunder

Ebenfalls zu dem Ensemble gehört der Camposanto Monumentale, die eindrucksvolle Friedhofsanlage. Es heißt, hier sei Erde aus dem Heiligen Land mit eingebaut worden. Die Anlage, die 1358 fertiggestellt wurde, sieht aus wie ein langer Kreuzgang. Gemeinsam mit dem Schiefen Turm, dem Dom und dem Baptisterium steht der Camposanto auf der Piazza del Duomo, die auch als „Platz der Wunder“ bezeichnet wird. Das Ensemble gehört seit 1987 zum Unesco-Weltkulturerbe.

Zu den weiteren Reisetipps für Pisa zählt auch die kleine Kirche Santa Maria della Spina, die direkt am Ufer des Arno steht. Weiterhin locken der Botanische Garten von 1543 – der älteste der Welt – und der Platz der Ritter (Piazza dei Cavalieri), der für Pisa schicksalhafte Bedeutung hat: Als die Republik Pisa 1406 von Florenz erobert wurde, wurden die Schlüssel der Stadt an diesem Ort übergeben. Das ändert aber nichts daran, dass die Piazza dei Cavalieri sehr sehenswert ist. Blickfang ist der Palazzo dei Cavalieri, den Giorgio Vasari, Architekt der Uffizien in Florenz, entworfen hat. Um den Platz herum stehen noch weitere Palazzi und die Kirche Santo Stefano dei Cavalieri – ebenfalls Bauwerke von Vasari.

Schiefer Turm und viel Marmor – die besten Reisetipps für Pisa

Piazza dei Cavalieri (Platz der Ritter)Foto: Getty Images

40.000 Studenten leben in Pisa

Wer mag, besucht die Universität, zu deren berühmtesten Kommilitonen Galileo Galilei gehörte. 40.000 Studenten sind hier eingeschrieben. Sie zieht es vermutlich weniger zu den Sehenswürdigkeiten und mehr an den Strand. Die Marina di Pisa zum Beispiel ist ein beliebtes Ziel.

Beliebte Feste in Pisa

Schräg wie der Schiefe Turm von Pisa ist übrigens auch ein Fest, das die Stadt jährlich am letzten Sonntag im Juni in Atem hält. Beim Gioco del Ponte mühen sich starke Kerle aus den Stadtteilen nördlich des Arno, einen sieben Tonnen schweren Wagen über die Brücke Ponte di Mezzo auf die südliche Uferseite zu schieben – was die Herren aus dem Süden kraftvoll verhindern wollen. Das Ganze spielt sich in historischen Kostümen statt und ist eine große Gaudi.

Schiefer Turm und viel Marmor – die besten Reisetipps für Pisa

Der Arno in PisaFoto: Getty Images

Romantischer ist die Luminara, die am 16. Juni gefeiert wird. Nachts ersetzen Kerzen die elektrischen Lampen in den Häusern entlang des Arno und tauchen die Stadt in ein stimmungsvolles Licht.

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(Text: Silke Böttcher)

Quellen

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