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Thailand-Urlauber mit positivem Corona-Test müssen auf eigene Kosten ins Krankenhaus

Thailand-Urlauber mit positivem Corona-Test müssen auf eigene Kosten ins Krankenhaus

Die Versuchung, an einem der schönen Strände in Thailand Urlaub zu machen, ist trotz der Corona-Pandemie auch für viele Deutsche groß. Doch gelten in Thailand strenge Sicherheitsauflagen.Foto: Getty Images

Übersicht

  • Keine Quarantänepflicht mehr für geimpfte Touristen ab Oktober
  • Welche Einreisebestimmungen gelten aktuell für Thailand?
  • Weitere Corona-Sicherheitsauflagen für Thailand-Urlauber
  • Die aktuelle Corona-Lage in Thailand
  • Drohende Massenarbeitslosigkeit wegen Corona in Thailand
  • Angespannte innenpolitische Lage in Thailand

Für Urlauber gelten in Thailand strenge Corona-Auflagen. Alle Reisenden müssen sich nach Ankunft in Thailand für 14 Tage in ein Quarantäne-Hotel begeben. Während dieser Zeit sind mehrere COVID-19-Tests vorgeschrieben. Urlauber, die positiv getestet werden, müssen sich zur weiteren Isolierung und etwaigen Behandlung in ein Krankenhaus begeben, schreibt das Auswärtige Amt (AA) auf seiner Webseite. Die Kosten für den Krankenhausaufenthalt und die Behandlung müssten die Betroffenen selbst tragen. Eine Fortsetzung der Quarantäne im gebuchten Quarantänehotel sei in diesem Fall ausgeschlossen. Das AA weist ausdrücklich darauf hin, dass „die deutsche Botschaft auf die gemäß nationalen Infektionsschutzbestimmungen getroffenen Maßnahmen keinen Einfluss“ habe.

Keine Quarantänepflicht mehr für geimpfte Touristen ab Oktober

Touristen, die eine COVID-19-Impfung vorweisen können, sollen ab Oktober auch ohne Quarantänepflicht in Thailand einreisen können. Allerdings nur, wenn sie Urlaub auf der Insel Phuket machen. So sehen es zumindest die Pläne von thailändischen Tourismus-Organisationen vor.

Pünktlich zum Start in die neue (Haupt-)Saison sollen Reisende, die ihren Urlaub auf Phuket verbringen, ab Oktober 2021 ohne 14-tägige Quarantänepflicht ins Land einreisen dürfen. Dafür setzen sich derzeit Verbände und Organisationen der thailändischen Tourismusbranche wie u. a. die „Phuket Chamber of Commerce“ and die „Phuket Tourist Association “ ein, berichtet „Bloomberg“. Bis dahin sollen nach ihrem Willen 70 Prozent der Bewohner Phukets über 18 Jahren geimpft worden sein. Um dies zu erreichen, wollen die Organisationen Impfstoffe über private Unternehmen importieren und damit das allgemeine Prozedere beschleunigen.

Welche Einreisebestimmungen gelten aktuell für Thailand?

Erst Ende Dezember vergangenen Jahres hatte Thailand die bis dato strikten Einreisebestimmungen für Touristen aus 56 Ländern gelockert. Nach den neuen Vorschriften benötigen Touristen aus Ländern wie Deutschland, Frankreich oder den USA zwar kein Visum mehr, dafür aber eine Bescheinigung darüber, dass sie 72 Stunden vor ihrer Reise nicht mit dem Coronavirus infiziert waren. Zudem müssen Reisende einen Platz in einem Quarantäne-Hotel in Thailand nachweisen. In den zwei Wochen, die sie dort verbringen, werden insgesamt drei Corona-Tests durchgeführt.

TRAVELBOOK sprach mit einer Deutschen, die sich 16 Tage zur Quarantäne in einem Hotel in Bangkok aufhielt

Zuvor benötigten auch deutsche Urlauber für die Einreise nach Thailand das im November eingeführte sogenannte TR-Visum, das zu einem touristischen Aufenthalt von maximal 60 Tagen in Thailand berechtigte und einmalig für weitere 30 Tage verlängert werden konnte.

Weitere Corona-Sicherheitsauflagen für Thailand-Urlauber

Neben dem Nachweis über einen negativen Corona-Test und der Verpflichtung, sich nach Ankunft in Thailand für 15 Tage (14 Nächte) in ein Quarantäne-Hotel zu begeben, gelten für Thailand-Urlauber noch einige weitere Auflagen. Bei der Einreise muss sowohl ein gültiges Flugticket vorgelegt werden wie auch eine Krankenversicherungspolice mit einer Mindestdeckung von 100.000 USD (ca. 84.400 Euro), die u. a. Covid-19 einschließt. Außerdem müssen Touristen aus dem Ausland beim Check-In am Flughafen ein genehmigtes Certificate of Entry (COE) vorgelegen.

Weitere Sicherheitsvorschriften bei der Einreise in Thailand sind ein Covid-19-Screening sowie der verpflichtende Download der App „Thaichana“, anhand derer Infektionsketten nachverfolgt werden können.

Die aktuelle Corona-Lage in Thailand

Bis noch Ende letzten Jahres war Thailand von der Corona-Pandemie weitgehend verschont geblieben und hatte sich schrittweise wieder für den Tourismus geöffnet. Ende Dezember 2020 wurde in Thailand dann jedoch der höchste Anstieg an Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie gemeldet. Als Herd des Ausbruchs galt Thailands größter Fisch- und Meeresfrüchtemarkt in der Provinz Samut Sakhon südlich von Bangkok. Da auch viele Menschen aus den umliegenden Provinzen wie Bangkok, Samut Prakan und Nakhon Pathom den Markt besucht hatten, breitete sich das Virus im Land weiter aus, ein Lockdown für Teile des Großraums Bangkok wurde verhängt. Laut Auswärtigem Amt bewegen sich die Fallzahlen jedoch im internationalen Vergleich auf niedrigem Niveau. Am Donnerstag (18.2.) verzeichnete Thailand laut WHO 150 Neuinfektionen und 82 COVID-19 bedingte Todesfälle.

Aufgrund fortbestehender Einreisebeschränkungen rät das Auswärtige Amt gegenwärtig von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Thailand ab.

Drohende Massenarbeitslosigkeit wegen Corona in Thailand

Das beliebte Urlaubs- und Reiseland Thailand hatte wegen der Corona-Pandemie neun Monate lang keine ausländischen Touristen mehr ins Land gelassen – und krankt seither an den wirtschaftlichen Folgen. Im vergangenen Jahr verzeichnete Thailand noch knapp 40 Millionen Besuche ausländischer Touristen, der Anteil des Reise- und Tourismussektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug 2019 unterschiedlichen Quellen zufolge mehr als 10 Prozent.

Nach Schätzung des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes TAT waren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund vier Millionen Menschen im Tourismussektor beschäftigt – durch die monatelange Schließung der Grenzen könnten mehr als 2,5 Millionen arbeitslos werden.

Angespannte innenpolitische Lage in Thailand

Die innenpolitische Lage in Thailand ist derzeit angespannt. Seit Monaten protestieren immer wieder Tausende Menschen gegen die Regierung und fordern den Rücktritt von Prayut Chan-ocha, dem damaligen Chef der Militärjunta, der im Jahr 2014 die Macht übernahm und im vergangenen Jahr als Ministerpräsident wiedergewählt wurde. Inzwischen richtet sich die Kritik der Demokratiebewegung auch gegen die Monarchie – ein Tabu-Bruch. Etliche Demonstranten forderten eine Begrenzung der Macht von König Maha Vajiralongkorn. Majestätsbeleidigung wird in Thailand mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft.

Quellen

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