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Wie man eine Weltreise in Deutschland macht

Wie man eine Weltreise in Deutschland macht

Afrika, Amerika, Kanada: In Deutschland kann man auf Weltreise gehen, ohne das Land zu verlassenFoto: Maps4News

Wer die Weltreise durch Deutschland beginnen will, kann dort anfangen, wo Amerika und Russland gerade mal durch zwei Kilometer getrennt sind. Zu Fuß braucht man für den Weg gerade mal zehn Minuten. Möglich ist diese schnelle und unkomplizierte Grenzüberschreitung nur im kleinen Ort Friedeburg in Niedersachsen. Wer sich für eine Wanderung im Sommer anmeldet, erhält am Ende sogar eine Urkunde, die den Teilnehmern dokumentiert, von Russland nach Amerika gewandert zu sein.

Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts sollen die beiden Ortsteile zu ihren ungewöhnlichen Namen gekommen sein. Weshalb genau, darüber gibt es unterschiedliche Berichte und Mutmaßungen, wie auf der offiziellen Gemeinde-Website nachzulesen ist.

Wie man eine Weltreise in Deutschland macht

Russland gibt es auch in DeutschlandFoto: dpa picture alliance

Auf der Weltreise durch Deutschland gibt es drei Amerika

Wer schnell mal nach Amerika will, hat hierzulande die Qual der Wahl: Insgesamt gleich dreimal gibt es den Kontinent in Deutschland. Neben dem oben erwähnten Ortsteil von Friedeburg hat auch die ebenfalls niedersächsische Gemeinde Garrel bei Cloppenburg eine Siedlung namens Amerika, und auch in Sachsen findet man in Penig ein Amerika im Kleinformat. Letzteres kam zu seinem Namen, weil man hier einst nur mit einem Kahn über den Fluss Mulde zu einer Druckerei gelangte und sich der Ausdruck „über den Teich“ schippern festsetzte.

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Brasilien und Kalifornien sind Nachbarn

Wie man eine Weltreise in Deutschland macht

An der Ostsee liegen Brasilien und Kalifornien nebeneinanderFoto: dpa picture alliance

Besonders schnell von einem Land ins andere kommt man auf der Weltreise durch Deutschland im Ostseebad Schönberg in Schleswig-Holstein: Hier liegen nämlich Kalifornien und Brasilien direkt nebeneinander. Ein Fischer habe, so liest man auf der Gemeinde-Website, eine morsche Schiffsplanke im Sand nahe seiner Hütte gefunden, auf der „California“ stand und nagelte diese an seine Tür. Weil ein anderer Fischer auf das Schild neidisch war, hängte er sich ein eigenes Holzbrett an die Haustür, versehen mit dem Namen „Brasilien“. Und so kamen die Ortsteile zu ihren Namen.

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Rom und Kanada auf der Weltreise durch Deutschland

Den Namen der italienischen Hauptstadt trägt auch ein Ortsteil von Morsbach im Oberbergischen (NRW). Gerade mal acht Menschen wohnen hier dauerhaft, und ein paar Wochenendhäuser gibt es. Laut der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gibt es in Rom sogar einen Trevi-Brunnen in Miniaturformat.

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In der thüringischen Gemeinde Münchenbernsdorf steht seit 1997 an einer Straße ein Schild mit einem roten Ahornblatt und den Lettern „Kanada“ darauf. Die Siedlung mit ihren acht Häusern kam laut der Gemeinde-Website zu ihrem Namen, als hier einige Rückkehrer um 1930 den Wald rodeten und sich kleine Holzhäuser bauten. Vorbeikommende Leute hätten damals gesagt „Dort sieht es ja aus wie in Kanada!“ – und schon war der Ortsname geboren.

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Afrika ist um die Ecke von Berlin

Schon mehrfach soll das Ortsschild mit der Aufschrift „Afrika“ entwendet worden sein, so begehrt ist es bei Vorbeireisenden. Zu finden ist es in der Gemeinde Flieth-Stegelitz in der Uckermark (Brandenburg). Laut Wikipedia hatten Siedler hier nach dem Zweiten Weltkrieg Blockhütten errichtet, deren Fenster nahe dem Erdboden lagen, sodass die Leute in der Umgebung diese mit der Lebensweise der Afrikaner assoziierten – und so setzte sich der Name Afrika durch.

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Weiter geht’s nach Sibirien und Philadelphia

Größentechnisch betrachtet ist der Ortsteil Sibirien der schleswig-holsteinischen Gemeinde Elmshorn ein winziger Bruchteil von seinem russischen Namensvetter. Besucher finden hier einen Teich, eine Gaststätte und eine Minigolfanlage. Wie die Gegend zu ihrem Namen kam, ist unklar.

Auch beim Ortsteil Philadelphia, der zur brandenburgischen Gemeinde Storkow gehört, ist die Namensentstehung nicht geklärt. Jedenfalls findet man auf der entsprechenden Beschreibung auf der Gemeinde-Website lediglich den Hinweis: „Philadelphia wird 1713 als ‘Hammelstall‘ das erste Mal urkundlich erwähnt. 1792 wird es als Philadelphia bezeichnet.“

England, Grönland und Ägypten

Auch England gibt es hierzulande, aber es liegt nur auf einer Halbinsel: Es handelt sich um einen Ortsteil der nordfriesischen Gemeinde Nordstrand. Hier kann man unter anderem im Engländer Krug speisen oder im Hotel England übernachten. Und es gibt einen Bach namens Englandloch.

Passenderweise heißt die Gemeinde, zu der Grönland gehört, Sommerland. Und eines wird man hier wohl niemals finden: ein Eisschild wie beim Namensvetter, der größten Insel der Welt in der Arktis.

40 Einwohner in neun Häusern: Das ist die Bauernschaft Ägypten im Münsterland (NRW), die zur Gemeinde Hopsten gehört. Sogar ein Heiliges Meer liegt hier ganz in der Nähe, so heißt nämlich der größte See in der Umgebung. Weitere Ortsteile namens Ägypten gibt es im niedersächsischen Neuenkirchen und einen in Bergkamen (NRW).

Auf zum Nordpol!

Den Nordpol einmal im Leben zu erreichen, erscheint den meisten Menschen unmöglich. Dass es doch geht, beweist ein Ortsteil der Gemeinde Ovelgönne im Landkreis Wesermarsch (Niedersachsen). Einige Menschen wohnen hier sogar direkt am Nordpol, denn so heißt auch eine Straße, an der eine Handvoll Häuser stehen.

Das Finale der Weltreise durch Deutschland

Und wer in Deutschland wirklich die ganze Welt sehen will, braucht nur nach Nordfriesland zu fahren. Unweit von Sankt-Peter-Ording liegt die Gemeinde Welt, die laut der offiziellen Website im Jahre 1240 erstmals urkundlich erwähnt wurde, also schon weit vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und der Erkenntnis, dass die Welt weit größer ist als gedacht. In Nordfriesland misst die ganze Welt gerade mal 8,2 Quadratkilometer.

Alle Orte der Weltreise durch Deutschland auf der Karte

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