News

Wie man sich vor versteckten Kameras in Hotel oder Airbnb schützt

Wie man sich vor versteckten Kameras in Hotel oder Airbnb  schützt

Gerade Frauen sind oft Opfer von Aufnahmen durch versteckte Kameras Foto: iStock/KristinaJovanovic

Immer wieder gibt es Fälle, bei denen Urlauber im Hotel oder der Ferienwohnung eine versteckte Kamera entdecken. So entdeckte zum Beispiel im Frühjahr 2019 eine neuseeländische Familie in einem Airbnb im irischen Cork eine aktive Kamera mit Livestream. Die Linse war an der Decke des Wohnzimmers – getarnt als Rauchmelder! Ein Jahr zuvor wurde der Fall eines Paars publik, dass beim Kanadaurlaub in Toronto eine versteckte Kamera in einem Digitalwecker neben dem Bett seines Airbnbs fand.

Doch es sind nicht nur Airbnbs betroffen. Wie „Spiegel Online“ berichtet, wurden beispielsweise 2019 zwei Männer in Südkorea festgenommen, weil sie in 42 Hotelzimmern getarnte Kameras installiert hatten. Insgesamt wurden 1.600 Gäste gefilmt und die so entstandenen Videos online geteilt.

„Kameras sind oft kaum so groß wie eine Stecknadel“

Vonseiten des Hotelverbands und Airbnb heißt es, dass es bislang keine solchen Fälle in Deutschland gab. Doch: „Die Hotelindustrie und auch andere Anbieter wie Airbnb tun fast gar nichts gegen dieses Problem“, meint Hotelsicherheitsexperte Ulrich Jander. Jander berät sowohl große Hotelketten, als auch kleinere, privat geführte Hotels in Deutschland. „Das Problem ist, das wirklich jeder diese sogenannten Spy-Kameras legal erwerben und dann installieren kann. Sie sind oft kaum so groß wie eine Stecknadel. In einem Hotelzimmer kann sowohl ein Hotelmitarbeiter die Installation vornehmen, als auch eine Person, die sich extra zu diesem Zweck ein Zimmer gebucht hat. Regelmäßige Kontrollen finden selten oder nie statt“, sagt er TRAVELBOOK. Viele seien sich des hohen Risikos einer versteckten Kamera in der Ferienwohnung oder im Hotel einfach nicht bewusst.

Wo man besonders aufpassen sollte

Jander selbst rät seinen Kunden dazu, bei der Einrichtung der Zimmer so gut wie keine Möglichkeiten für Verstecke zu geben und die Zimmer regelmäßig zu überprüfen. Besonders gefährdet sind dem Sicherheitsexperten zufolge unabhängige, kleine Hotels in alten Gebäuden, wo es viele Ecken und Zwischendecken und altes Mobiliar gibt, in denen man Kameras verstecken kann.

Airbnbs sind dagegen nochmal eine ganz andere Gelegenheit. Während es für Hotels nämlich ein offizielles Verbot gibt, Kameras in Zimmern zu installieren, so gibt es keinerlei solcher Vorschriften für privat vermietete Unterkünfte. Wenn ein privater Haushalt Kameras haben möchte, darf er das auch. Bei Airbnb mussten Anbieter bis 2014 nicht einmal angeben, ob und wie viele solcher Kameras installiert sind. Seit 2014 muss ein Vermieter darauf in seinem Inserat hinweisen, es handelt sich jedoch nach wie vor um eine rechtliche Grauzone, die man nur schwierig kontrollieren kann.

Mit UV-Lampe und Videoscanner sein Zimmer abgehen

Jander hat einige Tipps, wie man selbst schnell eine versteckte Kamera in der Ferienwohnung oder im Hotel erkennen kann. Als Erstes sollte man immer einen Rundgang durch die Unterkunft machen. Insbesondere in den Blickwinkeln auf Betten und Dusche sollte man nach auffälligen Objekten suchen. Das kann ein zusätzlicher Rauchmelder sein, ein Wecker, aber auch eine Kamera zwischen zwei Büchern im Regal.

Zusätzlich kann man bei vielen Routern am Laptop überprüfen, welche Geräte ans WLAN angeschlossen sind, sobald man selbst eingeloggt ist. Das geht jedoch nicht bei allen Routern ohne ein zusätzliches Passwort. Wer besonders sicher gehen möchte, sollte sich eine kostenlose App aufs Handy laden, die speziell für die Erkennung von versteckten Kameras programmiert wurde. Eine davon ist zum Beispiel die App Hidden Camera Detector, die sowohl Infrarotstrahlung als auch magnetische Aktivität im Raum untersucht. Sie erkennt außerdem auch verborgene Mikrophone.

Auch ein Videoscanner, der das Zimmer abscannt, oder eine spezielle Lampe, um den Linsenkopf der Kamera sichtbar zu machen, eignen sich laut Jander. „Dafür muss der Raum abgedunkelt sein, um die Spiegelung der manchmal sehr kleinen Kameras zu erkennen.“

Airbnb-Sprecherin von Clot rät außerdem, sich bei Buchungen von Airbnbs die Hausregeln genau durchzulesen, bevor man ihnen zustimmt:„Wenn ein Gastgeber beim Erstellen oder Bearbeiten eines Angebots auswählt, dass er ein Aufnahmegerät in seinem Haus hat, werden diese Informationen automatisch in die Hausregeln aufgenommen, die ein Gast sieht – und die er vor der Buchung der Unterkunft ausdrücklich bestätigen und akzeptieren muss.“

Quellen

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Schließen
Schließen