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6 deutsche Inseln abseits der Touristenpfade

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6 deutsche Inseln abseits der Touristenpfade

Die Insel Vilm ist mit ihren spektakulären Steilklippen und urwüchsigen Wäldern ein Muss für alle Naturfans.

6 deutsche Inseln abseits der Touristenpfade

Feine Sandstrände, dschungelartige Wälder und Entspannung pur: Wir stellen dir sechs Inseln in der Nord- und Ostsee vor, wo du abseits vom Tourismustrubel deinen Urlaub genießen kannst.

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Claudia Seebothe

Hast du schonmal von Poel, Ummanz oder Vilm gehört? Die kleinen Schwestern von Rügen, Fehmarn und Co. sind perfekt für alle, die ihren Urlaub entspannt in der Natur verbringen wollen. Hier kannst du bei gemütlichen Radtouren niedliche Bauerndörfer erkunden, einen Ausritt am menschenleeren Strand machen oder eine aufregende Expedition durch den Urwald. Entdecke in diesem Artikel sechs Inseln an der deutschen Küste, die noch nicht so überlaufen sind. 

1. Poel: Geheimtipp mit Entspannungsgarantie

Mit Pferden über den Strand galoppieren oder gemütlich im Strandkorb sitzen und Zugvögel beobachten? Die Insel Poel in der Ostsee gilt als Geheimtipp und und ist ideal für alle, die Entspannung in der Natur suchen. Die Insel, die übrigens „Pöl“ ausgesprochen wird, ist 36 Quadratkilometer groß und liegt in der Wismarer Bucht. Feine Sandstrände gibt es in Timmendorf-Strand, Schwarzer Busch und Gollwitz. Letzterer ist besonders gut für Familien geeignet: Das Wasser ist hier nur knietief und es gibt einen Abenteuerspielplatz mit Piratenschiff. Für den kleinen und großen Hunger gibt’s bei der Imbissbude „Schmuggler Bude“ direkt am Strand Pommes und Matjes.

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Feine Sandstrände und maritime Gemütlichkeit gibt's auf Poel.

Wenn du es aktiver magst, kannst du Poel mit dem Rad auf dem 23 Kilometer langen Lechtturmweg erkunden, bei dem du immer wieder einen herrlichen Blick auf das Meer hast. Oder du buchst einen Ausritt mit dem Pferd. Seit die ersten Siedler nach Poel kamen und ihre Pferde auf den Wiesen grasen ließen, ist die Insel ein Pferdeparadies. Mehrere Gestüte und Reiterhöfe bieten Ausritte und Unterricht an, zum Beispiel der Reiterhof Plath. Auch sehenswert: Die Vogelschutzinsel Langenwerder im Norden von Gollwiz, die du außerhalb der Brutzeit (circa Juli bis Oktober) bei einer organisierten Führung mit einem Ornithologen besichtigen kannst.

Timmendorf-Strand ist das touristische Zentrum der Insel. Hier geht’s im Gegegensatz zum quirligen Treiben beim großen Namensvetter Timmendorfer Strand gemütlich zu. Die Promenade mit ihren Geschäften und Restaurants lädt zum Bummeln ein, und wenn du bis zum Abend bleibst, kannst du von hier den schönsten Sonnenuntergang auf der ganzen Insel sehen.

Anreise: Poel ist nicht an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Du erreichst die Insel am besten, indem du zum Wismarer Hauptbahnof fährst und von dort den Bus 230 in Richtung Timmendorf Strand nimmst. Mit dem Auto erreichst du Poel in circa 20 Minuten von Wismar aus über einen Damm.

2. Greifswalder Oie: Naturschutzgebiet auf hoher See

Gut anderthalb Stunden dauert die Schiffsfahrt von Pennemünde auf Usedom bis in den nordöstlichsten Zipfel Deutschlands zur Insel Greifswalder Oie. „Oie“ bedeutet auf Niederdeutsch „kleine Insel“ und das ist das Eiland mit seinen 54 Hektar allemal. Lange Zeit war die Insel Speergebiet: Im Dritten Reich wurden hier Raketen getestet und in DDR-Zeiten belauschten Spione von hier aus den Westen.

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176 Stufen sind es bis ins Obergeschoss des Leuchtturms auf der Greifswalder Oie.

Heute ist die Insel ein Naturschutzgebiet, in dem sich maximal 50 Besucher gleichzeitig aufhalten dürfen. Dazu kommt die Handvoll Vogelschützer, die einzigen Menschen, die über einen längeren Zeitraum auf der Insel leben dürfen. Ihre Aufgabe: Vögel beringen und Daten über die Tiere sammeln. Jährlich fliegen Hunderttausende See- und Zugvögel die Oie an. Auch auf der Oie anzutreffen: rund 100 rauwollige Pommersche Landschafe

Gäste können während ihres zweistündigen Aufenthalts die saftigen Wiesen und grünen Wälder der Insel erkunden. Ein Highlight: der Besuch des östlichsten Leuchtturms Deutschlands. 176 Stufen führen hinauf, doch der anstregende Aufstieg lohnt sich. Von hier oben haben Gäste einen fantastischen Blick auf die sattgrüne Insel und die blau-grünen Wellen der Ostsee.

Anreise: Von Pennemünde auf Usedom aus erreichen Besucher die Greifswalder Oie mit dem ehemaligen Seenotrettungskreuzer „Seeadler“ in einer anderthalbstündigen Fahrt.

3. Dänholm: Die Insel für Geschichts- und Technikfans

Klingt irgendwie dänisch, liegt aber in Deutschland: Die Insel Dänholm befindet sich zwischen Stralsund und Rügen. Die meisten Urlauberinnen und Urlauber fahren auf ihrem Weg nach Rügen auf dem Rügendamm nur vorbei, dabei lohnt sich ein Abstecher auf das kleine Eiland. Klar, die Strände sind zwar nicht mit denen Rügens vergleichbar, dafür kommen Geschichts- und Technikfans hier voll auf ihre Kosten. Ein historisches Ereignis gab der Insel übrigens auch ihren Namen: Im 14. Jahrhundert besiegten die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel die dänische Flotte, und der Name Dänholm war geboren.

Die Insel hatte über viele Jahrhunderte eine große militärische Bedeutung: Im Dreißigjährigen Krieg rüstete die Insel gegen das immer mächtiger werdende schwedische Reich auf und später entstand hier angeblich die Preußische Marine. Im Marinemuseum können sich Besucherinnen und Besucher über die bewegte militärische Geschichte der Insel informieren.

Heute liegen im Hafen von Dänholm keine Kriegsschiffe mehr. Stattdessen gibt es Segelboote und Motoryachten, mit denen Gäste den Bodden erkunden können. Ebenfalls sehenswert und für Technikfans ein Muss: Das Nautineum. In diesem Museum gibt es neben Exponaten zur regionalen Fischerei und Meeresforschung auch ein Unterwasserlabor namens Helgoland. 

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Anreise: Dänholm ist über die Dänholm Brücke direkt mit dem Festland verbunden und von Stralsund aus in wenigen Minuten mit dem Auto zu erreichen.

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Im Hafen von Dänholm liegen heute Segelboote statt Kriegsschiffe.

4. Ummanz: Surferparadies im Westen von Rügen

Ein Urlaub auf Ummanz, das heißt Wasserspaß und Natur pur. Die 20 Quadratkilometer große Insel liegt mitten im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Statt Sandstränden gibt es weite Felder, uralte Alleen und Wälder. Niedliche Bauerndörfer säumen den Weg. Und im Westen bei Suhrendorf befindet sich eines der größten Stehreviere Deutschlands.

Das knietiefe Wasser bietet perfekte Bedingungen für Surfer und Kitesurfer, um sich den Ostseewind um die Nase wehen zu lassen und mit dem Board über die Wellen zu schweben. Anfängerinnen und Anfänger können hier ihre ersten Schritte proben und Fortgeschrittene neue Skills lernen. Wenn du es gemütlicher magst, kannst du an einem windstillen Tag mit dem SUP oder einem Kanu über den Schaproder Bodden paddeln, oder du belegst einen der SUP-Yoga-Kurse beim Wasserportzentrum Ummaii.

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Sonnenuntergang im Surferparadies Ummanz.

Ummanz ist eine der am dünnsten besiedelten Regionen in Norddeutschland und lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Auch ein Spaziergang auf dem Deich von Ummanz lohnt sich: Von hier aus haben Gäste einen herrlichen Blick auf den Bodden und die Insel Hiddensee.

Ummanz hat übrigens nicht nur weite Felder und coole Surf-Spots, sondern auch viel Wald. Der lässt sich am besten auf dem Walderlebnispfad „Des Försters Wald“ erkunden. Auf dem zwei Kilometer langen Weg gibt es neun Erlebnisstationen, von Zapfenweitwurf bis hin zu einem Parcours, bei dem der Boden nicht berührt werden darf. Oder Besucherinnen und Besucher entspannen auf einer der Relaxliegen im Wald und lauschen den Geräuschen der Natur.

Anreise: Ummanz erreichst du mit dem Auto über Stralsund. Mit dem Zug fährst du bis nach Bergen auf Rügen und steigst dort in den Bus nach Ummanz um.

5. Vilm: Urwald im Greifswalder Bodden

Baden und Übernachten sind auf Vilm zwar verboten, aber uralte Bäume, atemberaubende Steilklippen und dschungelartige Natur machen den Besuch der Insel zu einem ganz besonderen Erlebnis. Besucherinnen und Besucher können Vilm im Rahmen einer 2,5-stündigen Tour mit der Reederei Lenz erkunden. Die ein Quadratkilometer große Insel im Greifswalder Bodden hat eine wechselvolle Geschichte: Mönche, Maler und Mächtige haben das Eiland in den letzten Jahrhunderten als Domizil genutzt.

Schon in der Steinzeit war Vilm besiedelt, später wurde die Insel für Christen zu einem Wallfahrtsort. Im 19. Jahrhundert dann trafen sich hier Künstler, wie der berühmte Maler Caspar David Friedrich, und ließen sich von der urwüchsigen Natur und dem außergewöhnlichen Licht inspirieren. Denn schon seit dem 16. Jahrhundert wird hier kein Holz mehr geschlagen, und manche Bäume sind über 600 Jahre alt! Sie strecken ihre knorrigen Äste in die Luft und in manch holem Baum haben Gänsesänger ihr Nest gebaut. Seit 1936 ist die Insel Naturschutzgebiet.

In DDR-Zeiten entstand auf der Insel eine Feriensiedlung mit reetgedeckten Häusern, in denen die DDR-Führungsriege um Walter Ulbricht und Erich Honecker ihren Urlaub verbrachte. Für andere Gäste war die Insel in dieser Zeit gesperrt. Offiziell zum Schutz der Natur … Seit der Wende können Tagesgäste die ungewöhnliche Natur der Insel wieder erkunden.

Anreise: Ausgangspunkt für die geführte Tour nach Vilm mit der Reederei Lenz ist der Hafen von Lauterbach bei Putbus auf Rügen.

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In den Ferienhäusern auf Vilm übernachtete die DDR-Führungsriege.

6. Pellworm: Grüne Oase in der Nordsee

Schon die Anreise nach Pellworm ist Entspannung pur: Gemächlich bahnt sich die Fähre ihren Weg durch die Wellen der Nordsee in Richtung des grünen Eilands. Pellworm wird gerne mal als Klein-Irland bezeichnet, weil die saftigen Wiesen und die vielen Schafe und Kühe schon so manche Gäste an die grüne Insel im Norden erinnert hat. Was an Pellworm dagegen einzigartig ist: Die Insel liegt mitten im Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer. Bei Ebbe kannst du die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt auf dem Meeresboden entdecken.

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Auf Pellworm kannst du tagsüber Schafe beobachten und abends die Sterne.

Besonders abenteuerlich ist eine Wattwanderung mit dem Briefträger und Inseloriginal Knud Knudsen auf die Hallig Süderoog. Das Ungewöhnliche an Halligen: Sie sind mehrere Male im Jahr überschwemmt. Bei Flut lohnt sich ein Ausflug zu den Seehundbänken, wo man die drolligen Tiere beim Sonnen und Baden beobachten kann. Zwar gibt es auf Pellworm keine langen Sandstrände, aber von den Wiesen am Deich aus kannst du bei Flut in der Nordsee baden. Apropos Deich: Dieser führt einmal um die Insel herum und während du die fantastischen Ausblicke auf das Wattenmeer genießt, begleitet die das Mähen der Schafe im Hintergrund.

Du kannst die 37 Quadratmeter große Insel übrigens auch bequem mit dem Fahrrad erkunden, vorbei an reetgedeckten Häuschen, saftigen Wiesen und dem rot-weißen Leuchtturm. Und am Abend, wenn es dunkel wird, kannst du hier einen der schönsten Sternenhimmel in ganz Deutschland sehen. Weil die Insel mitten im Wattenmeer liegt, dünn besiedelt ist und genau auf die Beleuchtung geachtet wird, ist hier die Lichtverschmutzung ganz gering, und die Sterne funkteln prächtig am Himmel.

Anreise: Mit dem Zug fährst du bis nach Husum, von wo aus dich ein Bus zur Fähre nach Pellworm bringt. Bei Anreise mit dem Auto nimmst du die Fähre vom Hafen Strucklahnungshörn.

Quellen

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