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Abenteuer vor der Haustür: Tipps von Mikroabenteuer-Experte Christo Foerster

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Abenteuer vor der Haustür: Tipps von Mikroabenteuer-Experte Christo Foerster

Christo Foerster begeht immer wieder Mikroabenteuer, um dem Alltag zu entfliehen. Manche startet er vor seiner Haustür, mache während einer kleinen Reise. Wie hier, als er mit dem SUP nach Helgoland gepaddelt ist

Mikroabenteuer erleben: Das Abenteuer wartet vor der Haustür

Einfach mal „Raus und machen“ – so lautet das Motto von Mikroabenteur-Experte Christo Förster. Er gibt Tipps für die kleinen Abenteuer und verrät, warum es sich lohnt, auch mal ins Unbekannte aufzubrechen.

Abenteuer vor der Haustür: Tipps von Mikroabenteuer-Experte Christo Foerster

Brigitte Vetter

Selbst nach über einem Jahr Pandemie sind große Reisen nur schwer möglich. Auf Abenteuer muss aber niemand verzichten: Mit etwas Kreativität und Mut kann jeder seinem Alltag entfliehen und dabei tolle Erlebnisse sammeln. Mikroabenteuer machen es möglich.

Christo Foerster ist Motivationstrainer und Mikroabenteuer-Experte, hat schon viele Bücher darüber geschrieben. Im Interview mit dem reisereporter erklärt er, was es damit auf sich hat und wie jeder sie in seinen Alltag integrieren kann.

Was ist eine Mikroabenteuer?

Christo: Für mich ist ein Mikroabenteuer in erster Linie ein Abenteuer. Das ist eine Unternehmung, die herausführt aus den gewohnten Mustern, der persönlichen Komfortzone und die uns auf neue Wege, aber auch ins Ungewisse führt. Denn es geht beim Abenteuer immer darum das ungewisse zu akzeptieren. Und ein Mikroabenteuer ist letztlich ein kleines Abenteuer, das mit wenig Aufwand in Sachen Zeit, Geld, Ausrüstung und Planung in der direkten Umgebung umsetzbar ist. 

Dabei ist mir wichtig den Abenteuer-Bergiff hochzuhalten, denn gerade jetzt in der Pandemie-Zeit verschwimmt der. Da wird Urlaub vor der Haustür gleichgesetzt mit Mikroabenteuer. Das ist für mich aber etwas anderes, da ein Abenteuer kein Urlaub ist. Ich habe für mich persönlich drei konkrete Regeln als Mikroabenteuer definiert. 

Ein Mirkoabenteuer dauert für mich maximal 72 Stunden. Dafür nutze ich kein Auto und kein Flugzeug. Und wenn eine Nacht dabei ist, dann verbringe ich die draußen ohne Zelt. Diese drei Regeln sind für mich wie Herausforderungen, die mich aus der Komfortzone rausholen. Das bedeutet aber nicht, dass es allgemeingültige Definitionen sind. 

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Wie bist du zum Mikroabenteurer geworden?

Es gibt tatsächlich so ein Ur-Mikroabenteuer, das für mich ein Schlüsselerlebnis war. Ich war schon immer jemand der gerne entdeckt hat und große Reisen gemacht hat. Doch irgendwann war ich in einer Lebensphase, in der ich das nicht mehr machen konnte und wollte. Da habe ich in einem Telefongespräch mit einem alten Freund aus Berlin spontan entschieden: Lass uns morgen am Brandenburger-Tor Frühstücken gehen, aber ich komme aus Hamburg mit dem Fahrrad.

Also bin ich am Nachmittag um 16 Uhr mit dem Fahrrad losgefahren und war ich die ganze Nacht unterwegs – schlafen war nicht, wenn ich ankommen wollte. Weil ich kein trainierter Radfahrer bin, hatte ich überhaupt keine Ahnung, ob ich das schaffen könnte. Aber ich bin tatsächlich am Brandenburger-Tor angekommen – völlig fertig und mit über 300 Kilometern auf meinem Tacho. Nach dem Frühstück habe ich den nächsten Zug wieder nach Hause genommen und war 24 Stunden, nachdem ich aufgebrochen war, wieder vor meiner Haustür. 

Das hat mir die Augen geöffnet, weil es mir gezeigt hat, ich muss auf überhaupt nichts warten, um Abenteuer zu erleben. Denn Abenteuer sind viel mehr eine Einstellungssache, als das sie von einer Destination abhängen. Seither mache ich immer mehr solcher kleinen Abenteuer.

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Was ist an Mikroabenteuern so besonders spannend?

Sie bieten die Möglichkeit alles, was wir in einem großen Abenteuer erleben im Kleinen umzusetzen. Es liegt eine große Kraft darin sich immer wieder selbst herauszufordern. Es kann schon eine Herausforderung sein sich darauf einzulassen, beispielsweise mal 24 Stunden in einem Waldstück in einem Radius von 100 Metern zu verbringen. Dafür müssen wir nicht weit wegreisen. 

Im Gegensatz zu den großen Reisen, wo wir versuchen aus unserem Alltag zu fliehen, haben Mikroabenteuer das Potential den Alltag zu verändern. Wir warten das ganze Jahr auf die eine große Reise, den Sommerurlaub oder das Wochenende, vergessen aber, dass nur zwei Tage Wocheneden ist, aber fünf Tage Alltag.

Daher lohnt es sich drauf zu schauen, wie man seinen Alltag aufwerten kann. Mit einem Mikroabenteuer ist das möglich. Denn auch zwischen zwei Arbeitstagen kannst du ein Abenteuer verbringen und beispielswiese eine Nacht draußen schlafen. 

Wie findet man sein eigenes Mikroabenteuer?

Ein schöner Wegweiser ist immer: Da wo die Angst ist, geht es lang. Also man macht etwas, was man sich eigentlich nicht wirklich traut. Aber auch neues tun ist wichtig – dann beginnt das Abenteuer. Denn dafür haben wir noch kein Muster parat. Da jeder eine andere Komfortzone hat, sehen Mikroabenteuer bei jedem anders aus. Jeder muss also für sich selbst gucken, was einen aus dem Wohlfühlbereich rausführt. 

Wie oft empfiehlst du ein Mikroabenteuer zu starten?

So oft wie es nötig ist! Ich selbst bin etwa alle zwei Wochen mal irgendwo für ein kleines Abenteuer draußen. Wenn ich das Gefühl habe ich müsste mal wieder raus, dann ist es höchste Zeit. 

Was ist das außergewöhnlichste Mikroabenteuer, das du erlebt hast? 

Das sollte bei einem Mikroabenteuer keine Voraussetzung sein. Aber das extremste, was ich je gemacht habe, ist eine Fahrt mit einem Stand-Up-Paddle-Bord nach Helgoland – 60 Kilometer auf der offenen Nordsee. Das hatte bis dato noch niemand vorher gemacht und man sagte mir, das geht nicht. Ich habe es dennoch versucht und es ging. Das war fast schon eine Mikroexpedition. Es zeigt, auch vor der Haustür ist etwas möglich, was bisher noch niemand gemacht hat. 

Ein anderes außergewöhnliches Erlebnis war, als ich mit einem Freund spontan an einem großen See in der Eifel ein Floß gebaut habe. Wir wollten durch den See schwimmen, aber brauchten etwas, um unser Gepäck zu transportieren. Allein das Floß zu bauen war schon ein Abenteuer. Sich selbst solche kleine Challenges aufzuerlegen, führt aus der Komfortzone. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Unter dem Hashtag #aufundmachen forderst du Mikroabenteurer auf, ihre Erlebnisse zu posten. Ist dir ein Erlebnis besonders in Erinnerung geblieben?

Seit drei Jahren vergebe ich einen sogenannten Mikroabenteuer-Award am Ende des Jahres. Da kann man sich in verschiedenen Kategorien wie „Beste Idee“, „Bestes Foto“ und so weiter bewerben. Das habe ich jetzt drei Jahre lang gemacht und da kommen natürlich auch immer tolle Ideen rein. 

Zum Beispiel eine vierfache Mutter, die jetzt seit etwa eineinhalb Jahren draußen auf dem Balkon schläft. Bei jedem Wind und Wetter. Dann gibt es einen, der jeden Monat um irgendeinen See läuft, den er noch nicht kennt. Ein anderer hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Woche lang immer nach Feierabend 50 Kilometer mit dem Fahrrad an einen See zu fahren, eine Runde zu schwimmen und dann wieder nach Hause zu fahren. Ein weiterer Mikroabenteuerer hat sich vorgenommen 50 Nächte im Jahr irgendwo in der freien Natur zu verbringen. Das sind oft alles so eine Art Challenges, die sie sich selbst stellen. 

Unter diesem Hashtag bei Instagram kann man sich viel Inspiration für Mikroabenteuer holen, mittlerweile gibt es dort über 124.000 Fotos. 

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Hast du auch Tipps für Menschen, die nicht so sportlich sind?

Morgens aufstehen, um den Sonnenaufgang zu sehen, wäre eine Möglichkeit. Dafür muss man gerade jetzt und im Sommer sehr früh aufstehen. In der Regel ist dann draußen noch nicht so viel los – das kann für schöne Momente sorgen. Wer will, kann auch für eine Stunde einen Spaziergang bei Tagesanbruch machen und ist dann wieder zum Frühstück zurück. 

Generell ist es so, dass wir leider auch kleine Abenteuer an Orten festmachen. Dafür fahren viele zu einem bestimmten Naturschutzgebiet, Berg, Strand. Um das aber mal anders zu begreifen, kann auch der Weg von der Haustür aus als Abenteuer gesehen werden. Man kann zum Beispiel die S-Bahnstrecke mal zu Fuß vom Start bis zur Endhaltestelle ablaufen. 

Auch schön es, Ziele mit lustigen oder merkwürdigen Namen zu besuchen. Es gibt beispielsweise Grönland oder Sibirien in der Nähe von Hamburg. An der Ostseeküste gibt es Kalifornien und Brasilien. Auch wenn der Ort selbst gar nicht spektakulär ist, hat man einen Anlass, um aufzubrechen und ein Foto am Ortsschild zu machen. Vieler solcher Tipps gibt es auch in meinem Podcast, der zweimal pro Woche erscheint. Auch meine Gäste berichten von ihren Erlebnissen.

Quellen

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