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Ausflugsorte der Rekorde – für die du nicht weit reisen musst

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Ausflugsorte der Rekorde – für die du nicht weit reisen musst

Das Berner Münster ist der höchste Kirchturm der Schweiz.

6 Orte der Rekorde, für die du nicht weit reisen musst

Orte der Superlative gibt es auf der Welt viele. Einige befinden sich sogar ganz in der Nähe. Denn auch Deutschland, Österreich und die Schweiz haben rekordverdächtige Orte zu bieten. Hier findest du sie.

Ausflugsorte der Rekorde – für die du nicht weit reisen musst

Brigitte Vetter

Superlative gibt es nicht nur in Dubai, in den USA oder in Singapur– auch Deutschland, Österreich und die Schweiz haben besondere Orte, die rekordverdächtig sind.

Der schiefste Turm der Welt steht zum Beispiel nicht in Pisa, sondern im niedersächsischen Suurhusen. Mit einer Neigung von 5,19 Grad ist er 1,22 Grad schiefer als die berühmte Sehenswürdigkeit in Italien. In Österreich finden Rekord-Jägerinnen und -Jäger in der Kirchstraße der Stadt Bregenz das schmalste Haus Europas: Es ist nur 57 Zentimeter breit. Und die Schweiz hat die steilste Zahnradbahn der Welt, die eine Steigung von bis zu 48 Prozent hinauf zum Pilatus-Berg überwindet – bis voraussichtlich Mai 2023 wird sie aber noch saniert.

Das ist allerdings noch nicht alles. Die Reisebuch-Autorin Cornelia Lohs verrät weitere 97 Rekord-Orte in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Reiseführer der Rekorde – 100 alles überragende Orte in Deutschland, Österreich und der Schweiz“. Dem reisereporter hat sie ihre Lieblingsorte daraus verraten.

1. Mannheim – Innenstadt ohne Straßennamen

Mannheim in Deutschland hat die einzige Innenstadt ohne Straßennamen. Die Innenstadt ist in viereckigen Häuserblocks angeordnet und verwendet dafür ein System aus Buchstaben und Zahlen. Den Blocks wurden zum Beispiel Kombinationen von Zahlen und Buchstaben wie „T3 5“ oder „D6 18“ zugewiesen.

Die Stadt in Baden-Württemberg orientiert sich bei der Benennung an der Ausrichtung zum städtischen Barockschloss – dabei wird gegen den Uhrzeigersinn gezählt.

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Mannheims Innenstadt ist in viereckigen Häuserblocks angeordnet, denen anstatt Straßennamen Buchstaben und Zahlen zugewiesen sind.

Für Nicht-Mannheimer und Nicht-Mannheimerinnen kann das System ziemlich verwirrend sein. Und genau das gefällt Cornelia Lohs daran besonders. „Ich springe gerne im Quadrat“, sagt sie dem reisereporter. „Tatsächlich verlaufe ich mich in den Quadraten immer wieder und stoße so stets auf Neues.“

Das Barockschloss Mannheim ist eine von vielen Sehenswürdigkeiten, die Reisende sich in der Stadt ansehen sollten. Es wurde unter der Regentschaft der Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor zwischen 1720 und 1760 erbaut und war Residenz der Kurfürsten von der Pfalz von 1720 bis 1777. Den Rittersaal, das Kaiserliche Quartier und das Bibliothekskabinett kannst du vor Ort besichtigen. 

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Früher Residenz der Kurfürsten, heute Museum.

Weitere Top-Sehenswürdigkeiten sind die Jesuitenkirche, der Luisenpark, das Chinesische Teehaus und der Fernmeldeturm.

2. St. Kilian Distillers: Deutschlands größte Whisky-Destillerie

St. Kilian Distillers ist die größte Whisky-Destillerie Deutschlands. Im beschaulichen Whiskydorf Rüdenau wird seit 2016 Single Malt Whisky im Originalverfahren aus dem heutigen Schottland und Irland hergestellt.

Zehn verschiedene Whisky-Sorten und sieben Liköre werden unter anderem dort produziert. Auf drei Besichtigungstouren können Besucherinnen und Besucher mehr über die Herstellung erfahren und natürlich auch vom „Aqua Vitae“ kosten – so nannten irische Mönche Whisky bereits im 7. Jahrhundert.

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St. Kilian Distillers ist die größte Whisky-Destillerie Deutschlands.

Für Lohs zählt die Whisky-Destillerie zu ihren Rekord-Lieblingsorten, weil sie erstaunlich findet, wie schnell die Destillerie nach ihrer Gründung Goldmedaillen absahnte. Und: „Weil ihre Whiskys tatsächlich einzigartig sind“, sagt sie dem reisereporter.

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3. Bern hat den höchsten Kirchturm der Schweiz

Das Berner Münster ist die größte und wichtigste spätmittelalterliche Kirche der Schweiz. Der Grundstein für die Gotikkirche wurde 1421 gelegt, doch erst 1893 erreichte der Turm seine volle Höhe von 100,6 Meter.

„Der Blick von der Aussichtsplattform auf das Alpenpanorama und die Berner Altstadt ist unschlagbar“, so Lohs. Dafür steige sie gerne die 312 Stufen zur zweiten Galerie hinauf. Wie in Zürich kommt auch in Bern das Element Wasser nicht zu kurz. Die Stadt liegt direkt an der sauberen Aare, auf der sich Wasserratten im Sommer gerne treiben lassen.

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Der Blick von der Aussichtsplattform Berner Münster auf das Alpenpanorama und die Berner Altstadt ist wunderschön.

Neben Sehenswürdigkeiten wie dem Berner Münster und dem Zeitglockenturm (Zytglogge) befindet sich mit den insgesamt sechs Kilometer langen Arkaden in Bern auch eine der längsten wettergeschützten Einkaufspromenaden Europas. Dort kannst du auch bei Regen in Ruhe bummeln gehen.

4. Zürich hat das älteste vegetarische Restaurant der Welt

Seit 1898 gibt es in Zürich das Hiltl. Damit gilt es als das älteste vegetarische Restaurant der Welt. 2012 schaffte es das Lokal ins Guinness-Buch der Rekorde. Früher noch als Wurzelbunker verschrien, ist es heute ein innovativer Gourmettempel, der nicht mehr aus der Schweizer Stadt wegzudenken ist.

Nach einer Runde zu Sehenswürdigkeiten wie den Kirchen Großmünster und Fraumünster oder einem Besuch am Zürichsee ist der Besuch des Restaurants für Vegetarier also quasi ein Muss. „Da ich mich vegetarisch ernähre, ist es immer meine erste Anlaufstelle, wenn ich in Zürich bin“, so Lohs. „In keinem anderen vegetarischen Restaurant der Welt sind Auswahl und Vielfalt größer – und als Reisejournalistin kenne ich weltweit jede Menge.“

5. Salzburg hat die älteste Buchhandlung Österreichs

Gleich zwei Lieblingsorte in Österreich nennt Lohns in Salzburg. „Der erste Lieblingsort ist die Buchhandlung Höllrigl, die älteste des Landes“, sagt sie. „Ich liebe Bücher und die ganz besondere Atmosphäre dieser alten Buchhandlung, deshalb könnte ich dort stundenlang in den Regalen stöbern.“

Seit 1594 befindet sich die Buchhandlung im Herzen der Salzburger Altstadt im historischen Ritzerbogen-Haus. Auf zwei Etagen verteilt, können Bücherfans verschiedene Genre entdecken. Als andere Rekord-Sehenswürdigkeit nennt sie den Untersberg.

6. Untersberg – der sagenreichste Berg der Alpen

Der Untersberg gilt als der sagenreichste Berg der Alpen. „Abgesehen von den Mythen und Sagen ist der Blick vom Gipfelkreuz auf der Salzburger Seite über die Bergwelt einfach spektakulär“, schwärmt Lohs.

Eine Besonderheit des Untersbergs sind seine vielen, nicht begehbaren Höhlen. Die bekannteste Sage handelt von Karl dem Großen. Demnach wartet er im Untersberg auf seine Auferstehung. Alle 100 Jahre wacht er kurz auf – und wenn er sieht, dass immer noch die Raben um den Berg fliegen, schläft er ein weiteres Jahrhundert.

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Der Untersberg ist der sagenreichste Berg der Alpen.

Der Untersberg befindet sich nur wenige Fahrminuten von Salzburgs Altstadt entfernt. Bei einer Ausdehnung von 70 Quadratkilometer gehört er zu einem Drittel zu Österreich und zu zwei Dritteln zu Bayern. Die einzige Bahn führt von Grödig/St. Leonhard im Süden von Salzburg hinauf zum insgesamt 1972 Meter hohen Berg. Die Bergstation Geiereck befindet sich dabei auf 1776 Metern Höhe.

Grundsätzlich ist der Berg ein toller Ort für Sport- und Naturbegeisterte. Im Sommer können sie ausgedehnte Wanderungen, Eishöhlentouren sowie Klettertouren unternehmen. Im Winter sind Plateau-Skitouren, Schneeschuhwanderungen und Skifahrten möglich.

Quellen

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