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Der letzte Flug der Interflug: Liquidation einer Luftfahrt-Legende

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Liquidation einer Luftfahrt-Legende: Der letzte Flug der Interflug

Mit der Landung einer Tupolew Tu-134 am 30. April 1991 war das Schicksal der DDR-Airline Interflug besiegelt. Bilder vom finalen Linienflug und den letzten Ruhestätten einiger Interflug-Flugzeuge, die teilweise zu Restaurants umgerüstet wurden.

Der letzte Flug der Interflug: Liquidation einer Luftfahrt-Legende

von Till Bartels

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Der letzte Flug der Interflug: Liquidation einer Luftfahrt-Legende

© Peer Grimm / Picture Alliance

Bild 1 von 19 der Fotostrecke zum Klicken:  Der letzte Flug einer Interflug-Maschine ging am 30. April 1991 von Berlin-Schönefeld nach Wien und zurück. Im Bild die Die Tupolew Tu-134 mit dem Kennzeichen D-AOBC.

Abschied vor 30 Jahren: Im Cockpit der Tupolew Tu-134 mit dem Kennzeichen D-AOBC saß Flugkapitän Klaus Petzold, der den letzten Umlauf einer Interflug-Maschine steuerte. Am 30. April 1991 führte der Flug mit dem Kürzel IF520/521 von Berlin-Schönefeld nach Wien und zurück. "Es war wirklich nicht das schönste Gefühl, wenn man seine Firma beerdigt, für die man 30 Jahre lang geflogen war", erinnert sich der Pilot in einem Beitrag für den Sender "NTV". "Bei der Abfertigung in Berlin ließen Mitarbeiter schwarze Fahnen wehen – es war alles schon sehr traurig."

Zu diesem Zeitpunkt war Deutschland bereits wiedervereinigt. Lufthansa hatte inzwischen den Linienverkehr nach Berlin, Leipzig und Dresden aufgenommen. Für viele DDR-Betriebe gab es im Wettbewerb auf dem Weltmarkt keine Zukunft mehr. So auch für die Interflug, die einst als Vorzeigeunternehmen im Ostblock galt.


Eine Airline wird abgewickelt

Noch vor der Wende hatte Interflug versucht, ihre Flotte mit der Bestellung von drei modernen Großraumjets vom Typ Airbus A310-300 zu modernisieren, die 1989 ausgeliefert wurden. Doch wirtschaftlich war das Defizit im laufenden Betrieb zu groß. Fusionsgespräche mit anderen Fluggesellschaften zwecks einer Übernahme scheiterten. Mit dem Beschluss der Treuhandanstalt vom 7. Februar 1991 wurde die Interflug liquidiert. Wenige Wochen später mussten alle Flüge für immer eingestellt werden.

Damit ging ein Kapitel deutscher Luftfahrtgeschichte zu Ende. Die bis zu 8000 Mitarbeiter der Interflug wurden arbeitslos, jedoch wurden etwa 1000 von der Lufthansa übernommen, ungefähr die Hälfte von der Lufthansa Technik.

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Ursprünglich waren Mitte der 50er-Jahre zwei deutsche Fluggesellschaften gegründet worden, je eine Lufthansa in Ost und West. Doch als in den frühen 60er-Jahren einmal auf dem Flughafen Wien eine Convair 440 der Lufthansa West neben einer Iljuschin IL-14 der Lufthansa Ost parkte, rief Hans Bongers, der damalige Vorstandsvorsitzender Lufthansa West , die Gerichte an.

Das bildliche Nebeneinander führte zu einer Klage, die vom Europäischen Gerichtshof in Den Haag zugunsten des Westens entschieden wurde: 1963 verlor die DDR im Namens-Rechtsstreit. Die komplette Lufthansa Ost nahm der Namen ihrer Chartertochter Interflug an und flog bis 30. April 1991.

Quellen

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