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Der russische Ort Nikel verkommt zur Industrieruine: Tristesse, Frost und Schwefeldioxid

Lost Places in Russland
Ein russischer Ort verkommt zur Industrieruine: Tristesse, Frost und Schwefeldioxid

An der Grenze zu Norwegen liegt einer der verseuchtesten Orte der Erde: die russische Bergarbeitersiedung Nikel, in dem Nickel gewonnen und verarbeitet wird. Wegen der massiven Umweltschäden muss das Werk seinen Betrieb jetzt einstellen.

Der russische Ort Nikel verkommt zur Industrieruine: Tristesse, Frost und Schwefeldioxid

von Till Bartels

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Der russische Ort Nikel verkommt zur Industrieruine: Tristesse, Frost und Schwefeldioxid

© Kirill Kudryavtsev / AFP

Bild 1 von 12 der Fotostrecke zum Klicken:  Die russisch-orthodoxe Kirche in der Industriesiedlung Nikel im Nordwesten Russlands

Eiskalter Wind fegt durch die Fabrikhallen, Schnee bedeckt die Böden und die riesigen Bottiche, in denen bis 2020 Nickel gewonnen wurde. Nach fast 75 Jahren wurde das Werk in dem Ort im Nordwesten Russlands, ungefähr 200 Kilometer von der Hafenstadt Murmansk und nur wenige Kilometer von der norwegischen Grenze gelegen, endlich stillgelegt.

Selbst für russische Verhältnisse hatte die Umweltverschmutzung bei der Nickelschmelze auf der Kola-Halbinsel so erschreckende Formen angenommen, dass die Schwefeldioxid-Emissionen nicht mehr tragbar waren. Die giftige Luft verseuchte insbesondere das Gebiet südlich der Stadt, wo sämtliche Vegetation abstarb und die Hügel zu einer Mondlandschaft verkamen. Wegen der Umweltbelastungen wollte das Land Norwegen seine Bewohner in der Grenzregion evakuieren. 

Das Werk gehört zum großen Bunt- und Edelmetall-Produzenten Nornickel mit 15,5 Milliarden US-Dollar Umsatz. Gleichzeitig ist Nornickel einer der größten Umweltverschmutzer des Landes. Das Unternehmen wurde kürzlich von einem russischen Gericht zu einer Rekordstrafe von umgerechnet 1,6 Milliarden Euro verurteilt wurde.

Nicht nur in Nikel, sondern auch sibirischen Norilsk, wo ebenfalls Nickel produziert wird, waren im vergangenen Frühjahr mehr als 21.000 Tonnen Dieselöl aus einem Tank ausgelaufen. Umweltschützer sprachen von der größten Ölkatastrophe in der Geschichte der russischen Arktis.

"Die Schließung von Fabriken, die in die Jahre gekommen sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Yelena Sakirko von der russischen Niederlassung von Greenpeace der Nachrichtenagentur AFP.

Quellen

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