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Friluftsliv: Der neue Outdoor-Trend aus Skandinavien

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Friluftsliv: Der neue Outdoor-Trend aus Skandinavien

Das Leben spielt sich in Skandinavien draußen ab – egal zu welcher Jahreszeit.

Friluftsliv: Der neue Outdoor-Trend aus Norwegen

Viele Skandinavier haben eine besondere Beziehung zur Natur. Ob Wind oder Regen, das Leben spielt sich draußen ab. Was in Norwegen seit Jahrzehnten Kult ist, kommt nun als Trend nach Deutschland.

Friluftsliv: Der neue Outdoor-Trend aus Skandinavien

Miriam Keilbach

Friluftsliv – das ist Norwegisch und bedeutet übersetzt soviel wie Freiluftleben, oder besser formuliert: Bewegung und Zeit, die man an der frischen Luft verbringt. Für die Norweger ist Friluftsliv seit Jahrzehnten etwas völlig Normales, es ist weder Trend noch ein eingetragener Begriff im Wörterbuch, es ist vielmehr ein Lebensgefühl mit langer Tradition. Erfunden hat den Begriff der norwegische Dichter Henrik Ibsen Mitte des 19. Jahrhunderts, als er darüber schrieb, wie wichtig es für Körper, Geist und Seele ist, Zeit an ruhigen und abgelegenen Orten zu verbringen. 

Friluftsliv, das bedeutet, viel Zeit draußen zu verbringen und im Einklang mit der Natur zu leben, unabhängig der Jahreszeit. Seit langem ist diese Naturverbundenheit für viele Menschen und Völker in Skandinavien Alltag, vor allem in Norwegen wird Friluftsliv gelebt. Denn hier gilt das Motto: „Ut på tur, aldri sur“ – wer draußen unterwegs ist, kann nicht mürrisch sein.

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Doch mit der Corona-Pandemie wird der Begriff auch in Deutschland und weltweit immer bekanner: Bewegung im Freien, das Leben in der Natur, mit Abstand und Ruhe – das funktioniert auch in Zeiten von Covid-19. Mehr als eine Million Mal wurde jeweils der Hashtag #Friluftsliv und #MittFriluftsliv auf Instagram inzwischen verwendet. Und so profitieren wir nach Hygge, dem skandinavischen Stil bei Interior und Kleidung, mal wieder von den Ländern im hohen Norden – auch, wenn das Prinzip des langsamen und bewussten Reisens nicht neu ist. 

Friluftsliv ist eine Lebensphilosophie: Lebe im Einklang mit der Natur

Doch was genau hat es mit dem Konzept Friluftsliv auf sich? Eigentlich ist es ziemlich simpel: Geh raus in die Natur, bewege dich und erfreue dich an all dem Schönen, das du dabei siehst. Es gibt keine Anleitung, wie du dein Friluftsliv gestalten sollst, denn es ist eine Lebensphilosophie, die jeder auf seine eigene Art interpretiert. 

Wetter, Alter, Fitness und Umstände sind beim Friluftsliv irrelevant. Auch welche Aktivitäten du genau unternimmst, spielt keine Rolle. Gehe raus und entdecke, das ist das Mantra. Ob Wandern, Skifahren, Schwimmen im See, Meer, Fluss oder Fjord oder auch einfach das Sitzen mitten in der Natur, das alles gehört zum Friluftsliv. Atme die frische Luft ein, spüre die Natur, die Berge, die Tiere, die Bewegungen um dich herum und sei dabei ganz bei dir selbst. 

Friluftsliv verschafft eine Auszeit vom Alltag

Da so viele Aktivitäten unter Friluftsliv zusammen gefasst werden, dürfte es nicht verwundern, dass es sich hier um die liebste Beschäftigung der Norweger handelt. Die Touristen-Information „Visit Norway“ schreibt, dass Friluftsliv deutlich beliebter ist als alle anderen Sportarten zusammen.  

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Doch obwohl so ungefähr alles, was draußen stattfindet, generell zum Friluftsliv gezählt werden kann, gibt es inzwischen eine Organisation, „Norsk Friluftsliv“. Unter dem Motto „Die Natur ist 24 Stunden, sieben Tage lang geöffnet“ wollen die Initiatoren für einen sanften Umgang mit der Natur werben, damit diese Menschen heilen und eine echte Auszeit verschaffen kann. So werden etwa Lehrer geschult, damit Friluftsliv auch in den Schulen ein fester Bestandteil wird. 

Das Recht auf die Natur hat Norwegen 1957 sogar in einem Gesetz festgeschrieben: Friluftsloven heißt es. Hierzulande ist es vor allem als Jedermannsrecht bekannt. Das Jedermannsrecht besagt, dass die Natur in Norwegen für alle da ist und von allen genutzt werden darf. Du kannst frei zelten, wenn du zu Fuß, mit dem Rad oder auf Skiern unterwegs bist, darfst im Wald Beeren und Pilze ernten und kannst in allen Gewässern schwimmen. 

Rückbesinnung auf die Natur als Ausgleich zum technologisierten Alltag

Die Zeit draußen, die Rückbesinnung auf die Natur, soll den Kopf freimachen, eine Auszeit bieten und damit die körperliche und geistige Gesundheit fördern – unabhängig davon, ob man sich dabei sportlich betätigt oder einfach nur dasitzt und einatmet. Diese Rückbesinnung ist der perfekte Kontrast zum stressigen und häufig digitalisierten und technologisierten Alltag. 

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In Norwegen ist Friluftsliv inzwischen schon ein Studienfach, an der Universität Volda kann man Friluftsliv auf Bachelor studieren. Eine der Professorinnen ist Synnevåg Løvoll. Sie glaubt, dass Norwegen und die anderen skandinavischen Länder auch aufgrund der Naturverbundenheit zu den glücklichsten Ländern weltweit gehören. Das unterstreicht auch eine Studie aus den USA aus dem Jahr 2015: Wissenschaftlern fanden heraus, dass Spaziergänge in der Natur Ängst abbauen, das Grübeln und negative Gedanken reduzieren und die Gedächtnisleistung steigt, heißt es in „Die Vorteile der Naturerfahrung: Verbesserter Affekt und Kognition“. 

Friluftsliv: Einmal tief einatmen und die Natur bewusst wahrnehmen

Für Friluftsliv-Professorin Løvoll spielen vor allem fünf Aspekte eine Rolle:  

  1. Aktiv sein 
  2. Aufmerksam sein
  3. Wiss- und lernbegierig sein
  4. Gemeinsame Unternehmungen mit anderen
  5. Einen Beitrag zum Erhalt der Natur leisten

All das lässt sich bei Sonne, Regen, Wind und Schnee gleichermaßen genießen – denn wir wissen ja alle, dass es kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung gibt. Der Sprichwort stammt übrigens aus Norwegen: „Det finnes ikke dårlig vær, bare dårlige klær.“ 

Natur bei jedem Wetter: Auf die richtige Ausstattung kommt es an

Wer dennoch wetter- und kälteempfindlich ist, kann natürlich auf das ein oder andere Geheimnis der Norweger zurückgreifen. Norweger schwören auf eine dünne Wollschicht, ehe sie im Kalten nach draußen gehen. Der Stoff hält warm, wird durch Schweiß nicht wirklich nass und ist strapazierfähig. 

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Auf einer Tour in die Natur darf zudem der „Tursekk“ nicht fehlen, der mit Proviant und Ausstattung gepackte Rucksack – gerne auch mit inkludierter Sitzmöglichkeit. Schokoriegel, Apfelsinen, Zimt- und Rosinenschnecken sowie heißer Kakao sind quasi immer dabei. Denn eine Pause in der Natur ist noch schöner als Pause sonst irgendwo. Alternativ kannst du dir den Lifestyletrend Friluftsliv auch nach Hause holen.

Quellen

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