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Frühbuchen oder Last-Minute-Urlaub: Was lohnt sich mehr?

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Frühbuchen oder Last-Minute-Urlaub: Was lohnt sich mehr?

Wer außerhalb der Schulferien Urlaub macht, kann am Strand seine Ruhe genießen.

Frühbuchen oder Last-Minute-Urlaub: Was lohnt sich?

Im kalten Winter ist das Fernweh groß, der Sommerurlaub aber noch weit entfernt. Den Urlaub jetzt schon zu buchen, könnte die Stimmung heben – aber lohnt sich Frühbuchen wirklich, oder doch eher Last Minute?

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Jana Freiberger

Im Winter, wenn die Tage kurz sind und die Sonne sich kaum blicken lässt, hilft es nur, sich an einen warmen Ort am Meer zu träumen. Manch einer startet sogar schon mit der Urlaubsplanung, um dem trüben Winter in Deutschland zumindest einen Moment lang entfliehen zu können. Wiederum andere setzen lieber auf Kurzfristigkeit. Das Interesse an Last-Minute-Buchungen ist auch 2022 groß – Grund dafür ist die Corona-Pandemie.

Denn in Zeiten, die mit ständig wechselnden Reisebedingungen einhergehen, sind Frühbuchungen oft mit Unsicherheit verbunden – trotzdem rät beispielsweise der Deutsche Reiseverband (DRV) dazu, Monate vor Reiseantritt zu buchen.

Früh Urlaub buchen: Was dafür spricht

Besonders für Familien mit Kindern, die in der Hauptsaison verreisen möchten, würden sich Buchungen weit im Voraus lohnen. Denn die Frühbucherrabatte ließen sich häufig mit günstigen Kinderfestpreisen kombinieren, so Pressesprecherin Kerstin Heinen. Aber auch andere Gäste profitierten durch Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent davon, ihr Reise im Voraus zu buchen. 

Außerdem ist die Chance größer, bei einem Frühbucher-Angebot gleichzeitig auch alle Reisewünsche erfüllt zu bekommen – wenn die Auswahl an Unterkünften und Flügen noch groß ist. Schließlich sind die Kapazitäten nicht unbegrenzt, und besonders beliebte Hotels und Ferienwohnungen sind früher ausgebucht.

Um ihre Kundinnen und Kunden Sicherheit zu geben, bieten die meisten Reiseveranstalter aktuell sogenannte Corona-Pakete an, die im Fall einer Infektion vor der Reise oder während des Urlaubs weiterhelfen und über die zum Beispiel die Kosten einer möglichen Quarantäne im Urlaubsland abgesichert sind.

Bis wann gibt es Frühbucherrabatte?

Die meisten Frühbucherangebote für den Sommerurlaub gelten bis Ende Februar oder Ende März. So wollen Veransalter Anreize schaffen, um die Nachfrage zu stimulieren. Denn: Je früher die Kapazitäten gebucht werden, desto größer die Planungssicherheit.

Die genaue Ausgestaltung ist laut DRV-Sprecherin Heinen jedoch von Reiseveranstalter zu Reiseveranstalter unterschiedlich. Häufig gebe es einen bestimmten Zeitpunkt, bis zu dem der Angebote gebucht werden können. Eine andere Variante sei, die Feslegung eines bestimmten Zeitraums vor Reisebeginn – beispielsweise bis hundert Tage vor Reiseantritt.

Last-Minute-Urlaub: So können auch Kurzentschlossene Geld sparen

Last-Minute-Reisen, also Buchungen nur wenige Wochen oder gar Tage vor der Abreise, sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie gefragt wie nie. Genau wie Frühbucher können auch besonders Kurzentschlossene Geld sparen. Wichtig ist dabei vor allem eins: schnell und flexibel sein. 

Denn bei Last-Minute-Angeboten handelt es sich in der Regel um Restposten – etwa um einzelne Hotelzimmer, die Reiseveranstalter noch kurz vor knapp vollbekommen möchten. Besonders attraktive Angebote können daher schnell vergriffen sein. Außerdem ist es bei einem kurzfristigen Urlaub von Vorteil, bei Termin, Reiseziel und Unterkunft flexibel zu sein. 

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Frühbuchen oder Last-Minute-Urlaub: Was lohnt sich mehr?

Blick auf den Tuerreda Beach auf Sardinien.

Insgesamt sind Last-Minute-Angebote sind in solchen Regionen am attraktivsten, in denen die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr überraschend eingebrochen ist. Hier greift das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Hotels und Airlines, die nicht ausgelastet sind, senken die Preise für Zimmer und Flugtickets massiv – von diesen Rabatten können Last-Minute-Reisende dann profitieren.

Die Faustregel für eine Schnäppchensuche lautet also: Je offener und flexibler Reisende sind, desto mehr Geld ist bei Urlaubsantritt noch in der Reisekasse.

Das rät der Reiseexperte

Doch auch wenn sich Last-Minute-Schnäppchen besonders verlockend anhören, sollten Kurzentschlossene nicht zu hastig zuschlagen, sondern das Angebot zunächst sorgfältig durchlesen und darauf achten, ob beispielsweise die Verpflegung und der Transfer bereits im Preis enthalten ist oder nicht.

Gerrit Cegielka, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale Bremen, rät Reisenden zudem, Konditionen und Preise immer mit denen anderer Anbieter zu vergleiche. Denn der Markt stecke voller Angebote – sowohl in Reisebüros, als auch im Internet oder an Last-Minute-Schaltern. „Manche Angebote sind nur deshalb billiger, weil die Anbieter sie um bestimmte Leistungen wie Halbpension oder Transfer kürzen“, so Cegielka.

Frühbuchen oder Last-Minute-Urlaub: Was lohnt sich mehr?

In Zeiten der Corona-Pandemie buchen viele Urlauber spontan. (Symbolbild)

Zusatztipp zur Flughafensuche: Bei der Suche nach einem günstigen Angebot können auch weiter entfernte Flughäfen miteinbezogen werden. Oftmals kann es günstiger sein, eine Pauschalreise mit Abflughafen in einem anderen Bundesland zu buchen, das zu dem Zeitpunkt keine Herbstferien hat. Dafür sollten Reisende dann ein Angebot mit Zug zum Flug für die Anreise wählen.

Was muss ich bei Last-Minute-Urlaub wegen Corona bedenken?

Durch die Covid-19-Pandemie kommen weitere Punkte hinzu, die Reisende bei Last-Minute-Buchungen beachten müssen. Hierbei geht es vor allem um die Regeln für die Einreise und die Rückreise.

Reisen in Hochrisikogebiete mögen zwar oftmals günstiger sein – sie sind aber auch nicht für alle Menschen geeignet. Quarantänefrei sind hier nämlich nur geimpfte und genesene Reisende unterwegs. Alle anderen müssen bei der Rückreise für bis zu zehn Tage in Quarantäne, ein Freitesten ist frühestens ab Tag fünf möglich.

Das ist vor allem für den Urlaub mit Familie problematisch, denn auch Kinder bis zwölf Jahre müssen in häusliche Isolation. Diese endet dann, anders als bei Menschen ab zwölf Jahren, automatisch nach dem fünften Tag. Aktuell beispielsweise gelten die Türkei, Ägypten und Tunesien – klassischerweise beliebte Last-Minute-Ziele im Herbst – als Hochrisikogebiete. 

Außerdem geprüft werden sollten Konditionen wie Kontaktbeschränkungen, Quarantäne-Verpflichtungen oder geschlossene Sehenswürdigkeiten. „Nur wenn die präzisen Bestimmungen klar sind und mögliche Enttäuschungen wegfallen, macht Last-Minute Spaß“, sagt Gerrit Cegielka von der Verbraucherzentrale Bremen.

Quellen

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