Reisen

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

FLASH SALE zu Muttertag – nicht verpassen!

Wellness-Multigutschein mit limitierten Hotel-Specials

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Die Hansestadt Deventer liegt direkt an der Ijssel. Die St.-Lebuinus-Kirche ist schon aus der Ferne sichtbar.

Schöne Hansestädte in Holland – Urlaub mit Nostalgie-Flair

Schöne Altstädte und Nostalgie pur erleben Urlauber kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze. Neun holländische Hansestädte haben ihren mittelalterlichen Charme bis heute bewahrt. Wir zeigen die schönsten.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Petra Zottl

Wunderschöne historische Innenstädte, moderne Geschäfte, hippe Lokale und spannende Kulturszenen machen Hollands Hansestädte zu tollen Ausflugs- und Urlaubszielen. Besonders im Ijssel- und Zuiderzeegebiet finden sich die kleinen und größeren Städte sowie Gemeinden, die einst dem Kaufmanns- und Städtebund der Hanse angehörten. Er bescherte im Mittelalter zahlreichen Orten großen Wohlstand.

Doesburg, Zutphen, Deventer, Hattem, Zwolle, Hasselt, Kampen, Elburg und Harderwijk locken mit den oft gut erhaltenen mittelalterlich geprägten Altstädten zahlreiche Touristen an. Wir stellen dir unsere Favoriten vor.

Zutphen in der Provinz Gelderland

Zutphen wird oft als die Stadt der Türme bezeichnet, denn etliche kleine und größere dieser Bauwerke bestimmen die Stadtansicht der 48.000-Einwohner-Gemeinde. In der Hansezeit kam Zutphen zu großem Reichtum; Hering, Butter und Bier waren die wichtigsten Güter, die die Einwohner über Ostsee und Ijssel zum Rhein brachten. Zutphen galt zudem als wichtiger Holzmarkt – hier waren der zweite Fluss Berkel und der Landweg die wichtigsten Transportwege.

Spuren dieser Jahre finden Besucher bis heute in der von Kanälen durchzogenen Alt- und Innenstadt: Historische Lager- und stattliche Kaufmannshäuser, Plätze, Höfe und Gassen prägen das Bild. Sehenswert sind die mittelalterliche St.-Walburgis-Kirche (Walburgiskerk, S Gravenhof) mit ihrem mächtigen Turm, in deren Inneren Besucher eine der letzten Kettenbibliotheken Europas – die Librije – finden. Etwa 750 jahrhundertealte, teilweise einzigartige Bücher sind dort als nicht ausleihbare Präsenzexemplare angekettet.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Die Hansestadt Zutphen ist auch als Stadt der Türme bekannt.

Am Rijkenhage 1a überspannen die Reste des im 14. Jahrhundert errichteten Berkeltors den gleichnamigen Fluss. De Berkelruïne, wie das Wassertor offiziell heißt, verband seinerzeit die Siedlungen auf beiden Flussseiten und war Teil der historischen Stadtmauer von Zutphen. Du kannst die Stadt auch per Elektroboot – dem Fluisterboot – erkunden oder gegen eine Gebühr von 2 Euro beim VVV Zutphen Material für thematisch gegliederte individuelle Rundgänge erwerben. Gruppen können Gästeführertouren buchen.

Kampen in der Provinz Oberijssel

Kampen liegt an der Mündung der Ijssel ins Ketelmeer, einem Poldersee östlich des Ijsselmeers. Die Stadt trägt den Beinamen „Perle an der Ijssel“, denn ihr mittelalterlicher Kern zählt zu den am besten erhaltenen in den Niederlanden. Zu den mehr als 500 Baudenkmälern gehören die drei mächtigen Stadttore, die teilweise vom Fluss aus zu sehen sind: Koornmarkts-, Cellebroeder- und Broederpoort – übersetzt so viel wie Kornmarkttor, Zellenbruder- und Brudertor – werden heute unter anderem für Ausstellungen genutzt.

Sehenswert ist auch das Oude Raadhuis, das Alte Rathaus (Oudestraat); der monumentale Bau ist ein Mix aus Spätgotik und Renaissance, nachdem das 1350 errichtete Ursprungsgebäude im Jahr 1543 fast komplett ausbrannte und rekonstruiert wurde.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Der mittelalterliche Kern der Hansestadt Kampen zählt zu den am besten erhaltenen in den Niederlanden.

Kampen war eine der mächtigsten Hansestädte im Land. Im 19. Jahrhundert war sie mit 100 Zigarrenfabriken ein wichtiges Zentrum der Tabakindustrie. Eine gibt es noch: An der Voorstraat 100–108 entstehen in der Sigarenfabriek De Olifant (Der Elefant) unter Einsatz von teilweise historischen Maschinen immer noch Zigarren. Es gibt Fabrikführungen.

Ein Muss für Reisende ist der Außenhafen, der Buitenhaven: Dort liegt ein Nachbau einer mittelalterlichen Handelskogge. Die Stiftung Stichting Kamper Kogge bietet Touren an (Betrieb kann pandemiebedingt ruhen).

Doesburg in der Provinz Gelderland

Die Gemeinde Doesburg, die Reisende etwa 14 Kilometer nordöstlich von Arnheim finden, darf sich seit 1974 mit dem Titel Beschermd Stadsgezicht schmücken – übersetzt in etwa geschütztes Stadtbild. Die Bewohner sind stolz darauf, schon 1237 die Stadtrechte erhalten zu haben – etwas mehr als 60 Jahre vor Amsterdam. Etwa 11.000 Menschen leben aktuell in der Stadt, die 1447 der Hanse beitrat.

Doesburg galt lange Zeit als die wichtigste Festungsstadt des Landes. Einiges aus dieser Zeit kann man auch heute noch wiederfinden, darunter das mittelalterliche Straßennetz und etwa 150 denkmalgeschützte Häuser, die die Innenstadt zieren. Sehenswert ist De Waag an der Koepoortstraat 2: Das einstige Waagenhaus wurde 1478 in Betrieb genommen und beherbergt heute ein Café. Das Stadsbierhuys de Waag gilt als das älteste Lokal seiner Art in den Niederlanden.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

In der Hansestadt Doesburg gibt es viel zu entdecken – zum Beispiel das Stadsbierhuys de Waag, das älteste Lokal seiner Art in den Niederlanden.

Zur Geschichte Doesburgs gehört auch das Handwerk der Senfproduktion. Schon im Jahr 1457 soll ein Mann namens Gosen Momme in Doesburg Senf hergestellt haben – das geht aus einem alten Register hervor. Die ersten Aufzeichnungen über die Doesburgsche Mosterdfabriek – so heißt die Fabrik, die bis heute den gesamten Doesburgschen Senf für die Niederlande produziert – datieren aus dem Jahr 1806. Zur Fabrik (Boekholtstraat 22–26) gehört ein Museum. Du kannst zusehen, wie der historische Bauernsenf hergestellt wurde. Das benachbarte Gilde Café serviert auch Doesburger Senfsuppe.

Zwolle in der Provinz Oberijssel

Zwolle ist die Hauptstadt der Provinz Oberijssel – fast 130.000 Menschen leben in der Stadt, die südwestlich vom Ketel- und dem Zwarte Meer liegt. Auch für Zwolle spielten Wasserwege in der Hansezeit eine wichtige Rolle. Die Ijssel fließt im Westen vorbei, der Zwolle-Ijsselkanaal ist die Querverbindung zum Fluss Zwarte Water, der durch die Stadt fließt.

Bemerkenswert ist die Stadsgracht: Die Stadtgracht umgibt das mittelalterliche Zentrum Zwolles sternförmig.
Von Zwolles Stadttoren ist eines erhalten geblieben. Das um circa 1409 erbaute fünftürmige Sassenpoort – übersetzt Sachsentor – ragt unübersehbar in den Himmel und zählt seit 1967 zu den Rijksmonumenten, also zum national anerkannten Kulturerbe der Niederlande.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Das mittelalterliche Zentrum der Hansestadt Zwolle ist von der Stadtgracht umgeben.

Zwolle wird auch als Blaufingerstadt bezeichnet. Der Name basiert auf einer alten Legende: Im Mittelalter sollen Einwohner der Nachbarstadt Kampen den Zwollern eine Kirchturmglocke abgekauft haben. Sie bezahlten diese mit einem Wagen voller Kleingeld – ein Streich, der auf einer Fehde beruhte. Die Folge: Vom tagelangen Münzgeldzählen bekamen die Zwoller Bürger blaue Finger. Heute ist die Blauwvingers-Legende Teil der Stadtgeschichte. Im Juli eines jeden Jahres feiert die Stadt die Blaufingertage: Der Markt mit mehr als 450 Ständen und Livemusik erstreckt sich über das gesamte Stadtzentrum.

In kulinarischer Hinsicht ist die Stadt für ihre Bonbons bekannt, die Zwolse Balletjes. Im Zwolse Balletjeshuis An der Grote Kerkplein 13 können Besucher zusehen, wie alte Sorten wie Polkabrokken (Karamellbonbons) und Wijnballen (gefüllte Himbeerkugeln) hergestellt werden.

Deventer in Overijssel

Deventer liegt nur wenige Kilometer nordöstlich von Apeldoorn. Auch diese Stadt profitierte zu Hansezeiten davon, dass die Ijssel an ihr vorbeifloss. Heute hat die Stadt mehr als 101.000 Einwohner. Spuren aus historischen Zeiten findest du unter anderem am Sandrasteeg 8: Dort steht die Proosdij. Das Gebäude war bis zur Reformation Sitz der katholischen Propstei und wurde um das Jahr 1130 herum aus Tuffstein aus der Vulkaneifel errichtet. Es ist das älteste Steinhaus der Niederlande.

Wer Deventer über den Wasserweg ansteuert, sieht als Erstes die Lebuïnuskerk (Grote Kerkhof) – die St.-Lebuinus-Kirche geht der Historie zufolge auf den Mönch Lebuinus zurück. Dieser soll in Deventer zunächst eine hölzerne Kirche erbaut haben. Dort, wo diese einst stand, erhebt sich heute die mächtige Kirche, die im mittelalterlichen Bistum Utrecht zu den bedeutendsten zählte.

Geheimtipps in Holland: 5 Orte mit toller Altstadt in den Niederlanden

Das Bergkwartier ist das historische Viertel von Deventer.

Kulinarisch betrachtet gilt Deventer als Honigkuchen-Stadt. Die „Deventer Koek“ wurden schon Ende des Mittelalters erwähnt. Gefertigt werden sie heute nur noch von der mehr als 425 Jahre existierenden Keksfabrik JB Bussink Koek. Wer den traditionellen Deventer Honigkuchen kosten will, kann beispielsweise den Deventer Koekwinkel (Brink 84) besuchen – das kleine historisch eingerichtete Geschäft bietet Bussink-Sortiment.

Bekannt ist Deventer auch für seinen Büchermarkt: Immer am ersten Sonntag im August finden Besucher beim Deventer Boekenmarkt eine etwa sechs Kilometer lange Büchermeile mit etwa 900 Ständen mit Büchern, Zeitschriften und Karten.

Quellen

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Schließen
Schließen