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Hamburgs historische Boeing 707 wird zersägt

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Schrottplatz statt Museum: Hamburgs historische Boeing 707 wird zersägt

Der vierstrahlige Jet war in den frühen 1960er Jahren das Flaggschiff der Lufthansa. Später wurde die ausrangierte Maschine für Filmaufnahmen genutzt. Jetzt wird das Stück Luftfahrtgeschichte verschrottet. Doch Liebhaber können bald Erinnerungsstücke ersteigern.

Hamburgs historische Boeing 707 wird zersägt

von Till Bartels

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Hamburgs historische Boeing 707 wird zersägt

© Marcus Brandt/DPA

Bild 1 von 9 der Fotostrecke zum Klicken:  Jens-Peter Franz ist der Projektleiter der Demontage der Boeing 707 am Rande des Flugfeldes am Hamburg Airport.

Alle Versuche, das Flugzeug vor der Verschrottung zu retten, sind in den vergangenen Monaten gescheitert. Da half auch keine Spendenaktion, die gerade mal 8000 Euro einbrachte, und dafür sorgen sollte, dass der seit 1975 in Hamburg abgestellte Langstreckenjet der Lufthansa an einem anderen Standort erhalten wird.

"Die Corona-bedingt wirtschaftlich schwierige Situation zwingt Hamburgs Flughafen, Kosten und Strukturen anzupassen – dabei musste auch der Unterhaltungsaufwand für das historische Langstreckenflugzeug auf den Prüfstand gestellt werden", meldete der Hamburger Flughafen im Februar diesen Jahres.

Zuvor hatte sich noch der "Verein zur Rettung der Boeing 707 D-ABOD" etabliert. Doch das Schicksal des Vierstrahlers, der 45 Jahre am Rand der Hamburger Start- und Landebahn stand, ist nun besiegelt. Es konnte weder Sponsor noch ein Museum als neuer Standort gefunden werden. Niemand brachte die geschätzte eine Million Euro für Transport und Sanierung auf. Der Abschiedsspruch "Mach's gut, altes Mädchen" ziert nun die Facebook-Seite des Vereins.

1960 wurde die Boeing 707-430 mit der offiziellen Kennung D-ABOD auf den Namen "Frankfurt" getauft. Nach 15 Dienstjahren im Liniendienst zwischen Tokio, São Paulo und San Francisco ging die Maschine in den Ruhestand – zur Lufthansa Basis nach Hamburg. Dort diente der ausrangierte Jet angehenden Flugzeug-Technikern als Ausbildungsobjekt. Ab 1999 gehörte die Maschine dem Hamburg Airport.

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Vor der Zerlegung, die am Freitag begann, wurden einzelne Teile aus Cockpit, Kabine sowie Klappen an den Tragflächen demontiert. Luftfahrtfans können diese Aviatik-Memorabilien zusammen mit Teilen aus einer vor wenigen Wochen in Berlin-Tegel demontierten Boeing 707 im September beim Industrie-Auktionshaus Dechow ersteigern.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Triebwerk als Hingucker auf der Terrasse oder als Schmuckstück im Wohnzimmer? Projektmanager Jens-Peter Franz nannte einen Abpreis von 2000 Euro. Doch wer mit so einem Objekt liebäugelt, sollte auch die Transportkosten für die tonnenschwere Turbine einkalkulieren.

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