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Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

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Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

So malerisch ist das Trentino: Vigo di Fassa liegt in den Dolomiten auf einer sonnigen Gebirgsterrasse.

Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

Das Trentino lockt mit klaren Seen, atemberaubenden Bergen, malerischen Tälern und interessanter Historie. Besonders in den kleinen Dörfern der Region scheint die Zeit manchmal stehen geblieben zu sein.

Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

Petra Zottl

Die Urlaubsregion Trentino im Norden von Italien hat mit den Dolomiten und dem nördlichen Teil des Gardasees gleich zwei touristische Trümpfe zu bieten. Eine Zeitreise können Reisende hingegen in zahlreichen kleinen Dörfern erleben. Einige von ihnen zählen offiziell zu den schönsten Italiens. Eine Auswahl.

Mezzano

Etwa 60 Kilometer nordöstlich von Trient liegt am Fuß der Dolomitengruppen Pale di San Martino die Gemeinde Mezzano. Der Ort wirkt mit seinen ursprünglichen Holz- und Steinhäusern wie aus der Zeit gefallen und steht darum auch auf der Liste der Borghi più belli d’Italia, die seit 2001 die schönsten Dörfer Italiens würdigt.

Wer einen Spaziergang durch die Gassen des Ortes macht – im örtlichen Dialekt werden sie Canisèle genannt –, wird immer wieder auf kleine Brunnen und alte Scheunen, Tabià genannt, stoßen. Ebenfalls erhalten geblieben sind drei unterirdische Gänge, die Stòli. In diesen wurde früher Trinkwasser von einer Quelle nach Mezzano transportiert.

Einen Einblick in das einstige Leben der Dorfbewohner bietet das kleine Museum Tabìa del Rico. Interessierte können sich die ein oder andere Anekdote aber auch von einem Einheimischen direkt erzählen lassen: Überall im Ort verteilt stehen rote Stühle, an denen eine Glocke befestigt ist. Wer sich setzt und die Glocke läutet, bekommt dort Besuch von einem Einheimischen.

Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

Mezzano ist nicht nur als schönes Dorf an sich sehenswert, sondern auch wegen der Dauer-Freiluftausstellung, bei der Holzstapel zu Kunstinstallationen werden.

Mezzano ist zudem Schauplatz der Freiluft-Dauerausstellung „Cataste e Canzèi“, übersetzt so viel wie „Stapel und Lieder“. Zahlreiche Künstler kommen Jahr für Jahr, um schnöde Holzstapel in Kunstinstallationen zu verwandeln. Diese finden sich überall im Ort. Im Sommer lockt zudem das Musikfestival „Mezzano Romantica“ Fans klassischer Musik an.

Vigo di Fassa

Das Dorf Vigo di Fassa liegt inmitten der Dolomiten auf 1380 Metern Höhe auf einer sonnigen Gebirgsterrasse oberhalb des Fassa-Tals. Der Ort bildet gemeinsam mit Pozza di Fassa und Pera di Fassa die Gemeinde Sèn Jan die Fassa und ist als Ausgangspunkt für Touren im Rosengarten-Gebirgsmassiv besonders bei Ski-, Wander- und Klettertouristen beliebt. Die örtliche Seilbahn bringt Reisende binnen weniger Minuten zur 1998 Meter hohen Ciampedie-Alm.

1921 wurden Teile des Dorfes durch ein Feuer vernichtet, einen Teil des historischen Charmes konnte sich Vigo di Fassa dennoch bewahren. Aufgrund seiner Lage galt der Ort lange Zeit als verwaltungsrechtliches und religiöses Zentrum des Tals. Die an der Strada Rezia stehende Wallfahrtskirche von Santa Giuliana wurde 1452 eingeweiht. Sie ist nach der Schutzpatronin des Tals benannt und die älteste im Val.

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Die Wallfahrtskirche von Santa Giuliana an der Strada Rezia macht Vigo die Fassa zum religiösen Zentrum im Tal.

Die Gemeinde ist zudem der Sitz des Ladinischen Museums (Strada de Sèn Jan) – die Einrichtung widmet sich der 1000-jährigen Geschichte des ladinischen Volks, das bis heute im Fassa-Tal zu Hause ist. Das Museum dokumentiert an 15 interaktiven Stationen und mithilfe von mehr als 60 Kurzfilmen Leben, Kultur, Sprache, Glaube, Rituale und Traditionen der Ladiner von früher bis heute.

Mehrmals jährlich organisiert ein örtlicher Verein Kulturveranstaltungen im Ort, bei denen Musikensembles ladinische und Tiroler Folkloremusik spielen. Eine Spezialität von Sèn Jan di Fassa ist der Rohmilchkäse Cuore di Fassa aus der Käserei Caseificio Sociale Val di Fassa.

Canale di Tenno

80 Kilometer nordwestlich von Verona finden Reisende wenige Kilometer vom Gardasee entfernt das Dorf Canale di Tenno. Canale, wie der Ort genannt wird, wurde erstmals 1211 erwähnt. Besucher finden fast perfekt erhaltene mittelalterliche Verhältnisse vor: An kopfsteingepflasterten buckligen Gassen reihen sich verschachtelte, teilweise schiefe Steinhäuser mit Holzläden aneinander, Tonnengewölbe überspannen Straßen, Balkone und geschmiedete Laternen ragen über die Köpfe der Spaziergänger.

Der Ort steht auf der Liste der schönsten Dörfer Italiens – und das, obwohl er in den Nachkriegsjahren zunächst als nahezu verlassen galt. Örtliche Kunst- und Kulturinitiativen belebten Canale wieder; denn Atmosphäre und Lage in 570 Metern Höhe mit Blick auf den Gardasee zogen schon immer Künstler an. Seit den Sechzigerjahren bietet ihnen das Casa degli Artisti Giacomo Vittone (Villa Canale 49) eine feste Anlaufstelle: Das nach einem lokalen Kreativen benannte Künstlerhaus bietet Malern und Bildhauern eine Unterkunft für ihren Aufenthalt in Canale. Die Einrichtung organisiert Symposien und Workshops und zeigt im dazugehörigen Museum wechselnde Ausstellungen.

Italiens Schmuckstücke: Die schönsten Dörfer im Trentino

Das Dorf Canale die Tenno im Trentino hat sich sein mittelalterliches Erscheinungsbild bewahrt.

Höhepunkte des Jahres sind in Canale der Weihnachtsmarkt mit stimmungsvoll beleuchteten kleinen Verkaufsständen und der Rustico Medioevo im Sommer. Neun Tage lang tauchen Einwohner und Besucher dann vollends ins Mittelalter ein: Durch die mit Fackeln und Fahnen geschmückten Gassen flanieren Ritter, Narren, Spielleute, Hofdamen, Dichter und Minnesänger, es gibt Tanz und Musik.

Rango

Rango, Teil der Gemeinde Bleggio Superiore etwa 23 Kilometer südwestlich von der Provinzhauptstadt Trient, liegt auf 800 Metern Höhe an den Hängen des Cima Séra und hat 122 Einwohner. Seit 2006 darf sich Rango mit dem Titel Borgho più bello d’Italia schmücken – die titelgebende Organisation umschreibt es zudem als den Ort, „an dem die Zeit stehen geblieben ist“. Tatsächlich strahlt das Dorf mit seinen Gassen und Bogengängen den Charme längst vergangener Zeiten aus.

Schon der Ortseingang macht Eindruck: Über eine alte Steintreppe geht es hinauf zu einem Torbogen. Herzstück des Ortes ist die Fontana Quadrata auf der Piazza von Rango: Der viereckige Brunnen ist umgeben von Steinhäusern mit auffälligen Holzloggien und Holzkonstruktionen, an denen Mais und Heu getrocknet werden. Die Fontana diente Hirten früher als Anlaufpunkt, um ihre Herden zu tränken. Ebenfalls ein steinerner Zeitzeuge des Bauerndorfs Rango ist der Gewölbekeller, El Vòlt genannt. Er diente den Bauern einst dazu, Wurstwaren und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kartoffeln oder Walnüsse zu lagern. Besonders für Letztere, für die Noci del Bleggio, ist Rango bis heute bekannt: Die Nüsse verfeinern Brote und Kuchen, sind aber auch Bestandteil einer lokalen Spezialität, einer Walnusssalami namens Il Nocetto.

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In Rango südwestlich von Trient scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Zwischen Mitte November bis Ende Dezember lockt ein Weihnachtsmarkt auch Auswärtige an. Die illuminierten Stände reihen sich entlang der Dorfstraßen, unter Arkaden, befinden sich in alten Bauernhäusern und Ställen sowie im Vòlt.

Bondone

Das Dorf Bondone liegt an der äußersten südwestlichen Grenze der Region Trentino zur Lombardei. Sein Name leitet sich von dem trentinischen Dialektwort Bondù ab – der Begriff umschreibt eine befestigte Stadt, die Zuflucht vor Gefahren bietet. Der Name war seinerzeit Programm: Die Lage des trutzigen Dorfes in 720 Metern Höhe an einem Berghang oberhalb des Lago d’Idro ermöglichte einen weiten Blick über den See in Richtung Südwesten und das gesamte Valle del Chiese in Richtung Norden.

Bondone galt über viele Jahrhunderte als Köhlerdorf – die dort ansässigen Familien waren nur vier Monate zu Hause. Die restlichen acht Monate im Jahr waren sie in den umliegenden Wäldern unterwegs, um Holzkohle herzustellen. In dieser Zeit hausten sie in einfachen Hütten, die sie unterwegs hastig errichteten, und ließen Bondone verlassen und still zurück. Heute leben weniger als 700 Menschen in dem Dorf. Ein Denkmal, das Monumento al Carbonaio auf der Piazza von Bondone, erinnert bis heute an die Zeit als Dorf der Köhler. Besucher laufen durch schmale, gepflasterte Gassen durch das Dorf, in dem zahlreiche Häuserfassaden mit kunstvollen Fresken verziert sind.

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Bondone an der Grenze des Trentino zur Lombardei gehört zu den schönsten Dörfern Italiens.

Sehenswert ist auch das zwischen Baitone und Bondone gelegene Castello San Giovanni – die Festung aus dem elften Jahrhundert erhebt sich auf einer Felsspitze und kann normalerweise besichtigt werden. Erreichbar ist sie nur zu Fuß. Seit 2018 steht Bondone ebenfalls auf der Liste der schönsten Dörfer Italiens.

Quellen

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