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Jeder Urlauber will nach Rom – warum sich eine Reise lohnt

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Jeder Urlauber will nach Rom – warum sich eine Reise lohnt

In der italienischen Hauptstadt gibt es Sehenswürdigkeiten soweit das Auge reicht – das ist schon beim Blick auf die Skyline ersichtlich.

Jeder will nach Rom – warum sich eine Reise so lohnt

Ob Kolosseum, Pantheon oder Trevi-Brunnen: Die italienische Hauptstadt ist ein einzigartiges Open-Air-Museum. Rom ist einfach sehenswert – kleineren Unannehmlichkeiten wie dem Verkehr zum Trotz.

Jeder Urlauber will nach Rom – warum sich eine Reise lohnt

Stefan Stosch

Da biegt schon wieder eine graue Limousine mit Blaulicht um die Kurve und düst Richtung Piazza Colonna. Die Scheiben im Fond sind verdunkelt. Man sieht nicht, wer drinsitzt. Aber das muss man auch gar nicht. Hier sind keine Carabinieri unterwegs zu einem lebensrettenden Einsatz: Ein Regierungsbeamter nutzt seine Privilegien im politischen Zentrum Roms – und verärgert all jene Bürger der italienischen Hauptstadt, die solche Vorteile nicht genießen. Die sogenannten Auto Blu sind verhasst. Ihre Chauffeure fahren über rote Ampeln, parken, wo sie wollen, und drängeln andere Verkehrsteilnehmer zur Seite.

Der damalige Ministerpräsident Matteo Renzi wollte ein Zeichen setzen und ließ vor ein paar Jahren Staatskarossen bei Ebay versteigern. Um genau zu sein: 151 von insgesamt rund 600.000 Auto Blu ließ er ins Internet stellen. Maserati, Phaeton und Jaguar fanden sich auf der Liste, keine ganz üblichen Marken im Dienstwagensegment – und ein Beleg für die bereits seit Jahrtausenden zur Schau getragene Dekadenz der römischen Elite.

Römische Politiker waren schon in der Antike nicht gerade sparsam

Schon in der Antike standen Roms Politiker nicht eben im Verdacht, sich im Sparen hervorzutun. Während sie in ihren Villen auf den sieben Hügeln prassten und durch erfrischende Gärten flanierten, drängelte sich der Plebs in prekären Wohnverhältnissen. Dann und wann wälzte sich Regenschlamm von den Hügeln herab, oder das Tiber-Hochwasser machte dem einfachen Volk das Überleben schwer.

Augustus, erster Kaiser und Wegbereiter des römischen Weltreichs, brüstete sich damit, Rom von einer Stadt aus Ziegeln in eine Stadt aus Marmor verwandelt zu haben. Nach seinem Tod im Jahr 14 nach Christus hinterließ er der Nachwelt Prachtbauten, die bis heute Besucherströme anlocken – etwa das Marcellustheater oder auch sein eigenes Mausoleum im Herzen der römischen Altstadt.

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Das Pantheon ist ein antiker Bau, der zu einer Kirche geweiht wurde – und eines der beliebtesten Ziele von Rom-Reisenden.

Obwohl: Das Grabmal ist schon seit einigen Jahren nicht mehr zu besichtigen. Hinter Gitterzäunen wartet es eingerüstet auf seine Restaurierung. Noch 2019 soll das Werk vollbracht sein, so jedenfalls der offizielle Zeitplan. Fragt man versuchsweise einen am Gitter vorbeieilenden Römer, ob der Termin realistisch ist, zuckt dieser mit den Schultern. Die Effizienz der Baubehörden wird ähnlich eingeschätzt wie in Deutschland, nun ja, die der Verantwortlichen für den neuen Berliner Flughafen oder für den Stuttgarter Bahnhof.

Archäologen buddeln immer wieder Antikes aus

Allerdings sind die Bedingungen in Rom ungleich komplizierter: Wo immer gebuddelt wird, treten wertvolle archäologische Zeugnisse zutage. Die Fachleute kommen nicht voran. Finanzierbar sind größere Erhaltungsprojekte in Rom nur dank privater Sponsoren. Für die Arbeiten am Augustus-Mausoleum beispielsweise zeichnet ein großzügiger Mobilfunksponsor verantwortlich. Es steht einfach zu viel Geschichte in der Gegend herum, als dass dafür jemals das öffentliche Geld reichen würde. Rom ist ein einziges Open-Air-Museum, gespickt mit Kunst- und Kulturschätzen aller Art.

Dass heute die Touristen die Spanische Treppe in ganzer Pracht bewundern können (Achtung: Hinsetzen ist seit Kurzem verboten!), haben sie einem römischen Nobeljuwelier zu verdanken. Hochzeitspaare lassen sich hier von morgens bis abends ablichten. Wer die Stufen bis ganz nach oben zur Kirche Santissima Trinità dei Monti hinaufgeklettert ist, genießt einen wunderbaren Blick über enge Altstadtgassen.

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Die Spanische Treppe zieht täglich Tausende Touristen an. Aber Achtung: Hinsetzen ist seit Kurzem verboten!

Die Sanierung des mächtigen Kolosseums mit seinen 54 Meter hoch aufragenden Mauern hat ein Modekonzern finanziert. 70.000 Zuschauer fasste das Amphitheater einst. Segelplanen schützten das Publikum vor der brennenden Sommersonne. Gladiatoren ließen im ovalen Rund genauso ihr Leben wie Löwen, Elefanten, Leoparden, Tiger – aber wohl doch keine Christen, wie Historiker lange vermutet hatten.

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Das Kolosseum in Rom diente einst einem sozialpolitischen Zweck. Die Römer sollten mit Brot und Spielen bei Laune gehalten werden. Heute ist es ein beliebtes Touristenziel.

Allein bei der Eröffnung vor knapp zwei Jahrtausenden sollen 5.000 Tiere gestorben sein. Die Feierlichkeiten dauerten 100 Tage. Über die Zahl der Sklaven ist nichts bekannt – über ihr Schicksal wurde nicht Buch geführt. Der eigentliche Zweck des kolossalen Bauwerks war ein sozialpolitischer: das Volk bei Laune zu halten mit Brot und Spielen – „Panem et circenses“. Auch bei späteren Machthabern war die Arena beliebt. Diktator Benito Mussolini ließ alle Bauten abreißen, die ihm von seinem Amtssitz den Blick aus der Ferne auf das Kolosseum versperrten.

Auch der Trevi-Brunnen, in dem Anita Ekberg im Film „La Dolce Vita“ einst ein Bad nahm, erstrahlt dank der Unterstützung eines römischen Modehauses wieder in frischem Glanz. Das Unternehmen nahm sich dann aber auch das Recht heraus, seine Models auf einem Plexiglaslaufsteg übers Wasser wandeln zu lassen.

Marcello Mastroianni soll bei den Dreharbeiten 1960 ganz anders als seine schwedische Filmpartnerin divenhaft herumgezickt haben, bevor er auf Drängen seines Regisseurs Federico Fellini endlich ins Wasser stieg. Als Mastroianni in den Neunzigern starb, verhüllte eine Woche lang schwarzes Tuch die bleichen Meeresgötter. Rosen schwammen auf dem Wasser. Als Ekberg 2015 starb, passierte nichts.

Stadt und Caritas streiten über Münzen aus dem Trevi-Brunnen

Die Stadt Rom und die Caritas streiten darüber, wem die Berge von Münzen gehören, die Touristen jeden Tag ins Wasser werfen. Es gibt für diese Prozedur ein festes Reglement, wie sich wunderbar beobachten lässt: Man stelle sich rückwärts vor dem Brunnen auf, schließe die Augen und befördere eine Münze über den eigenen Kopf ins Wasser. Fortan ist die Wiederkehr nach Rom garantiert. Noch eine Münze bedeutet: Man findet die große Liebe. Eine dritte Münze: Die Liebe hält ein Leben lang. Das läppert sich. Rund 1,5 Millionen Euro sollen im Jahr zusammenkommen, ein gehöriger Batzen. An jedem Montag wird der Münzschatz von Männern mit einer Art Staubsauger herausgefischt.

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Ein Besuch des berühmtem Trevi-Brunnens gehört während einer Rom-Reise zum Pflichtprogramm.

Roms aktuelle Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Begegung hatte die Idee, das Geld für die klamme Stadtkasse abzuzwacken. Heftiger Protest brandete ihr entgegen. Der Mut scheint sie inzwischen wieder verlassen zu haben – wie bei so manchem anderen Projekt auch. Millionen Touristen nehmen vor allem den Müll wahr, der den Römern über den Kopf zu wachsen scheint.

Die eigentliche Herausforderung für Touristen besteht jedoch darin, sich die schönsten Paläste, Tempel und Kirchen herauszupicken – und die vielen anderen lieber gleich wieder zu streichen. Man kann ohnehin nicht alles schaffen. Allein für die Besichtigung des Vatikans sollte man einen Tag einplanen.

Zu Fuß lässt sich die Stadt am besten erkunden

Am besten zieht man zu Fuß los und unbedingt in bequemem Schuhwerk. Nicht wirklich zu empfehlen sind nach Ansicht von Stadtführern Fahrräder, auf denen man schwitzende Besuchergruppen vorbeistrampeln sieht. Der dichte Verkehr und holpriges Kopfsteinpflaster sind nicht ganz ungefährlich.

Und was ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln? „Busse kommen nur, wenn der Papst stirbt“ lautet ein böses Bonmot in Rom. Zuverlässiger sind die U-Bahnen – meistens jedenfalls: „Stazione Chiusa“ („Station geschlossen“) heißt es schon seit vielen Monaten etwa an der Station Barberini. Die Rolltreppen sind defekt, das Geld für die Wartung soll teilweise in dunklen Kanälen versickert sein. Zumindest die Station Spagna ist mittlerweile wieder geöffnet. Die Kaufleute sind davon entzückt.

Rom hält für Besucher einige Unannehmlichkeiten bereit. Aber dann isst man dieses köstliche Feigeneis von Pina Monteforte direkt neben dem Pantheon, wo ihre Familie seit vielen Jahrzehnten ein winziges Geschäft führt. Oder man blickt von der Aussichtsterrasse Pincio im Park Villa Borghese durchs milchige Abendlicht auf die Kuppel des Petersdoms.

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Von der Eisdiele von Pina Monteforte sind es nur noch ein paar Schritte zum Pantheon.

Oder man erfrischt sich am Trinkwasser, das aus so vielen Brunnen sprudelt. Oder man registriert beeindruckt, dass die traditionsbewussten Römer einen Espresso an der Bar jedem Coffee-to-go-Pappbecher vorziehen … Und dann hofft man, dass man doch bald wieder in die Ewige Stadt zurückkehren darf. Auch wenn man keine einzige Münze in den Trevi-Brunnen befördert hat.

Tipps für deine Reise nach Rom

Anreise: Verschiedene Fluggesellschaften bieten Direktflüge aus deutschen Städten wie Berlin, Hamburg oder Frankfurt am Main nach Rom an. Mit dem Auto ist die Stadt von Norden aus auf der A 1 Mailand–Rom erreichbar. Von der Autobahn geht es auf die Ringstraße Grande Raccordo Anulare bis zur entsprechenden Ausfahrt.

Beste Reisezeit: Rom ist ganzjährig ein lohnendes Ziel. Im Juli und August steigen die Temperaturen leicht über 30 Grad Celsius. Empfehlenswert sind Frühling und Herbst. Im Winter fällt das Thermometer selten unter null Grad.

Trinkwasser: An plätschernden Brunnen lässt sich die eigene Flasche immer wieder auffüllen. Aber Achtung: Wo das Schild „Acqua Non Potabile!“ prangt, handelt es sich nicht um Trinkwasser.

Eisdielen: Das Angebot in der Altstadt ist ausufernd, die Qualität des Eises sehr unterschiedlich. Römer empfehlen, nach Geschäften Ausschau zu halten, die nicht ganz so viele Sorten feilbieten.

Warteschlangen: Mit ihnen ist vor allem bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu rechnen. Früh am Morgen oder am späteren Nachmittag ergeben sich am ehesten Schlupflöcher. Durch eine Onlinereservierung lässt sich stundenlanges Anstehen zum Beispiel bei den Vatikanischen Museen umgehen. Allerdings verteuert sich das Ticket um ein paar Euro.

Sicherheit: Gewarnt wird vor Taschendieben. Schon der Fahrkartenautomat tut das, an dem man am Flughafen das Ticket für den Leonardo-Express in die Stadt für 14 Euro kauft. Insgesamt aber ist die Situation nicht bedenklicher als in anderen Großstädten auch. Viele Ecken sind videoüberwacht.

Veranstalter:Marco Polo bietet individuelle Reisearrangements mit eigenem Guide an. Ob Forum Romanum, Via Appia oder Villa Borghese: Das Programm lässt sich nach den eigenen Wünschen zusammenstellen. Kosten für fünf Tage ab 1.289 Euro.

Literatur: Detailreich: Der Reiseführer „Rom“ von Sabine Becht (Michael Müller) hilft bei langen Wanderungen durch Roms Gassen. Verschroben: Feridun Zaimoglu war ein Jahr lang Stipendiat in der Villa Massimo und hat sich in „Rom intensiv“ (Kiepenheuer & Witsch) seinen eigenen Reim auf die Ewige Stadt gemacht. Spannend: Robert Harris’ Trilogie über Cicero (Heyne) liest sich wie ein Thriller über das antike Rom.

Quellen

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