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Karibik-Insel Martinique: Kostbar wie ein Kuss

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Karibik-Insel Martinique: Kostbar wie ein Kuss

Die Karibikinsel Martinique ist für ihre landschaftliche Schönheit bekannt – aber nicht nur.

Karibische Insel Martinique: Ein Genuss für alle Sinne

Martinique und Rum gehören einfach zusammen. Die Karibikinsel, die Teil der Kleinen Antillen ist, lockt zudem mit traumhaften Stränden, atemberaubender Natur und einer spannenden Geschichte.

Karibik-Insel Martinique: Kostbar wie ein Kuss

Christian Purbs

Daniel Baudin ist Weltmeister. Und wenn er über seine Leidenschaft spricht, dann hat er ein Funkeln in den Augen. Baudin weiß viel, hat zudem ein feines Näschen und ausgezeichnete Geschmacksnerven. Eine unschlagbare und ru(h)mreiche Kombination, die ihn 2018 zum besten Rumkellermeister der Welt machte.

Kellermeister bringt Rum zur Perfektion

„Das ist die Kirche“, sagt Baudin und zeigt auf die unzähligen, bis zur Decke gestapelten Rumfässer. Das ist weder übertrieben noch Blasphemie, denn nicht nur ihm, auch den meisten Menschen auf der Karibikinsel Martinique ist der Rum heilig. Während draußen ein süßlicher Duft nach Alkohol und Zuckerrohrsaft über die Anlage schwebt, riecht es in der heiligen Halle ein bisschen nach angekokeltem Holz – und nach ganz viel Tradition.

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Keller- und Weltmeister Daniel Baudin ist stolz auf seinen Rum aus der Destillerie Maison La Mauny.

Dieser Raum ist Baudins Reich, was hier lagert und irgendwann in die ganze Welt verschickt wird, muss erst vom Weltmeister als würdig befunden werden. „Meine Aufgabe als Kellermeister ist es, die Alterung unserer Rums zu leiten und zu organisieren, um die besten Mischungen herzustellen, die die Handschrift von Maison La Mauny perfekt zum Ausdruck bringen“, sagt der Champion, der seit 1994 Leiter der Qualitätsabteilung der Destillerie Maison La Mauny in Rivière Pilote im Süden von Martinique ist.

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Der Strand von Rivière-Pilote ist bei Touristinnen und Touristen sowie Einheimischen sehr beliebt.

Verkosten will gelernt sein

Dann schenkt er ein. „Diesen Rum zu trinken“, sagt Baudin und führt das Glas noch einmal mit einer lockeren Bewegung ein paar Zentimeter von rechts nach links an seiner Nase vorbei (Man darf auf keinen Fall die Nase ins Glas stecken, dann schimpft der Meister!), „das ist wie ein französischer Kuss: Allein beim Gedanken daran bekommt man schon eine Gänsehaut.“ Wie gut Baudin seinen Job macht, dafür stehen die fünf Millionen Flaschen Rum, die Maison La Mauny pro Jahr in 40 Länder exportiert.

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Einen Ausblick zum Verlieben gibt es an zahlreichen Plätzen an der traumhaft schönen Küste.

Der Rum ist jedoch schon lange nicht mehr der Exportschlager aus Martinique. Mit der Ausfuhr von Bananen lässt sich mehr Geld verdienen. Ananas, Mandarinen, Avocados, Kokosnüsse: Überhaupt blüht, wächst und gedeiht hier fast alles, was viel Sonne verträgt. Christoph Kolumbus ging hier 1502 an Land, 1635 nahmen die Franzosen die Insel, die zu den Kleinen Antillen gehört, in Besitz – und gaben sie nicht mehr her.

Inselparadies ist Teil der EU

Heute ist Martinique als Überseedepartement und Region Frankreichs ein voll integrierter Teil des französischen Staates und damit Teil der Europäischen Union. Also so etwas wie ein Bundesland unter Palmen. Die etwa acht Stunden Flug für die rund 7.000 Kilometer von Paris nach Fort-de-France, der Hauptstadt von Martinique, gehen als Inlandsflug durch. Die Mehrheit der rund 400.000 Insulaner sind schwarze Menschen, die ihre Wurzeln in Afrika haben. Es dauerte bis 1848, ehe die Sklaverei auf Martinique endgültig vorbei war.

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Die Hauptstadt Fort-de-France beeindruckt auch mit historischen Bauten wie dem Rathaus.

Verkehrsnetz ist gut ausgebaut

Ein großer Vorteil gegenüber anderen Karibikinseln, wie etwa der Dominikanischen Republik, ist das gut ausgebaute Verkehrsnetz mit teilweise mehrspurigen Straßen. Auf ihnen lässt sich die 73 Kilometer lange und 39 Kilometer breite Insel mit dem Mietwagen problemlos auf eigene Faust erkunden. Und zu sehen und zu erleben gibt es auf Martinique jede Menge. Die Insel bietet traumhafte Strände mit türkisblauem Wasser, hier leben fröhliche Menschen und es gibt eine spannende Geschichte. Sie vereint karibische Leichtigkeit mit europäischer Kultur, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vergessen.

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Bei einem Spaziergang entlang eines Gebirgsbaches durch den tropischen Regenwald der Habitation Céron gibt es jahrhundertealte Bäume und eine atemberaubende Flora zu sehen.

Kreolische Sprache zeigt Vielfalt der Menschen

Eine wichtige Rolle spielt dabei die kreolische Sprache. Diese Mischung aus französischen, karibischen und afrikanischen Elementen spiegelt die Geschichte der Menschen auf Martinique vielleicht sogar besser wieder als die Geschichtsbücher. Und Menschen wie Monique Cephise sorgen dafür, dass auch alte kreolische Traditionen und Lebensweisen nicht in Vergessenheit geraten. In Le Marin öffnet sie wochentags ihren zauberhaften Jardin Créole, also den kreolischen Garten, für Besucher.

Zum Angebot

Während Kolibris an wilden Orchideen naschen und dicke Ameisen Kokospalmen erklimmen, spricht sie mit Hingabe über Blumen, Bäume und Heilpflanzen, die seit Ewigkeiten auf Martinique zu Hause sind und in Vergessenheit zu geraten drohen. „Nicht nur Touristen, auch immer mehr Einheimische kommen hierher, um sich über Pflanzen und Kräuter zu informieren. Auch sehr viele junge Leute von der Insel. Das freut mich besonders“, sagt Cephise.

Ausstellung erinnert an die Sklaverei

Auch in Trois-Ilets geht es ums Nichtvergessen. Hier hat ein einheimischer Idealist die Geschichte der Sklaverei auf Martinique erlebbar gemacht. Herausgekommen ist die Ausstellung „Savane des esclaves“ – ein Freilichtmuseum der besonderen Art, das einen spannenden und informativen Einblick in diese Zeit ermöglicht. Bei einer Führung wird gezeigt, wie die Sklaven damals lebten und arbeiteten. Die Anlage besteht aus einigen traditionellen Hütten und einem größeren Gebäude. Entlang des Lehrpfades im Garten wachsen verschiedene Heilpflanzen.

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Die Ausstellung „Savane des esclaves“ in Trois-Ilets gibt einen Einblick in die Geschichte der Sklaverei auf Martinique.

Vulkanausbruch löschte einst eine ganze Stadt aus

Ein im wahrsten Sinne des Wortes dunkles Kapitel in der Geschichte Martiniques hat sich oben im Norden vor mehr als 100 Jahren zugetragen. Hier, wo der Montagne Pelée über der Karibikinsel thront. Es war der 8. Mai 1902, an dem der Vulkan, mit 1.397 Metern die höchste Erhebung der Insel, Feuer und Asche spuckte und für die 30.000 Bewohner des Städtchens Saint-Pierre zur Apokalypse wurde. „Wir sind in der Hölle“, soll ein Kapitän gesagt haben, der das völlig verwüstete Saint-Pierre kurz nach dem Vulkanausbruch mit seinem Schiff erreichte. Überlebt hat dieses Unglück nur Louis-Auguste Cyparis. Der 25-Jährige saß im Gefängnis, wegen der meterdicken Mauern und schweren Türen an diesem Tag der sicherste Ort in Saint-Pierre.

Auch seine Geschichte wird in dem kleinen Museum von Saint-Pierre oberhalb der denkmalgeschützten Mauern an der Uferpromenade erzählt. Von hier sind es nur ein paar Meter bis zur Freitreppe des damaligen Theaters. Ein Ort, der Besucherinnen und Besucher in den Bann zieht, weil auf den schwarzen Steinen der Schrecken der Katastrophe, die innerhalb einiger Minuten eine ganze Stadt auslöschte, noch immer greifbar ist. Heute ist Saint-Pierre an den meisten Stellen wieder so aufgebaut wie damals, als es das Zentrum der Insel für Handel und Gesellschaft war. Diese Rolle hat nun Fort-de-France übernommen.

Genuss für alle Sinne am Strand

Nur ein paar Kilometer südlich von Saint-Pierre im Le Petitbonum sind die Schatten der Vergangenheit weit weg, hier ist die Welt so richtig in Ordnung. Das liegt nicht nur an dem wunderschönen Strand und dem leckeren Essen in dem direkt am herrlich warmen Wasser gelegenen Restaurant sowie den kühlen Getränken an der Bar. „Frankreich ist in der Karibik am schönsten“, sagt Besitzer Guy Ferdinand und begrüßt seine Gäste.

Der Kreole mit der bizarren Lockenpracht ist Unternehmer, Unikum, Entertainer und einfach ein sympathischer Mensch. Und natürlich Rumliebhaber. Kein Weltmeister, aber Experte. „Jetzt brauche ich erst einmal einen ordentlichen Rum. Und zwar einen Rum Agricole, den richtig guten“, sagt Ferdinand. „Willst du auch einen?“ Was für eine Frage.

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In seinem Restaurant Le Petitbonum südlich von Saint-Pierre verwöhnt Besitzer Guy Ferdinand seine Gäste mit leckerem Essen und köstlichem Rum.

Die wahre Karibik, daran besteht spätestens nach dem zweiten Nachschenken überhaupt kein Zweifel, liegt in der Tradition eines edlen Rums. Die besten, so heißt es, kommen von Martinique.

Tipps für deine Reise nach Martinique

Anreise: Von Deutschland gibt es zurzeit keine Direktflüge nach Martinique, aber tägliche Verbindungen über Paris. Der Aéroport Internationale Martinique Aimé Césaire liegt in Le Lamentin, etwa 15 Kilometer von der Hauptstadt Fort-de-France entfernt.

Beste Reisezeit: In Martinique herrscht tropisches Klima. Die Regenzeit dauert von Juni bis Oktober. Die beste Reisezeit ist von November bis Mai, die Temperatur beträgt dann um die 30 Grad Celsius. Die Wassertemperatur liegt durchschnittlich bei 27 Grad.

Die Reise wurde unterstützt vom Comité Martiniquais du Tourisme. Über Auswahl und Ausrichtung der Inhalte entscheidet allein die Redaktion.

Quellen

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