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Mehr als ein Hobby: Warum Urlaub und Reisen so wichtig sind

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Mehr als ein Hobby: Warum Urlaub und Reisen so wichtig sind

Für manche ist es erholsam, für andere nur langweilig: Der Urlaub am Strand.

Warum Urlaub so wichtig für uns ist

Das Reisen – was hat es damit auf sich? Warum zieht es Menschen in die Ferne? Und was passiert, wenn man in den eigenen vier Wänden gefangen ist oder nur nach nebenan zur Kurzreise aufbrechen kann?

KS

Katrin Schreiter

Schule, Studium oder Beruf, Haushalt und Kindererziehung – und das alles zu Corona-Zeiten: Die vielen Verpflichtungen führen auf Dauer zu Stress und mitunter sogar zu Überforderung. Neben dem Wunsch nach Abwechslung und Entspannung kann das Reisen zahlreiche weitere Motive haben. Doch wie geht es uns, wenn – wie derzeit – das Coronavirus sämtliche Reisepläne zu durchkreuzen scheint?

Die gute Nachricht vorweg: „Ob man sich im Urlaub erholt, ist nicht davon abhängig, ob man verreist“, erklärt Dr. Carmen Binnewies. Die Professorin für Arbeitspsychologie an der Wilhelms-Universität Münster schränkt allerdings ein: „Es ist natürlich schwieriger, im Alltag beziehungsweise in den eigenen vier Wänden abzuschalten.“

Was erhoffen wir uns vom Urlaub?

Was aber erwarten oder erhoffen wir uns vom Urlaub? „Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn die Menschen haben sehr unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen“, weiß Binnewies. Das Spektrum reiche von abschalten und entspannen bis zur aktiven Erholung und Selbstbestimmung.

„Dabei kann eine bestimmte Aktivität für manche eine Erholung sein, für andere aber Stress – zum Beispiel eine Hüttenwanderung“, sagt die Psychologin. „Und wer einen Perspektivwechsel sucht, wird nicht unbedingt einen reinen Strandurlaub buchen.“

Was passiert, wenn wir nicht reisen können?

Corona legt derzeit viele Urlaubspläne auf Eis. „Viele haben deshalb ein Gefühl von Kontrollverlust, sie fühlen sich in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt“, erklärt Binnewies. „Das kann zu Niedergeschlagenheit und Frustration führen.“ Zudem sei Urlaub für viele ein Jahresziel, auf das sie sich freuen.

Was tun mit dieser Hilflosigkeit?

Die Wissenschaftlerin rät, sich Alternativen zu überlegen: „Statt zu resignieren, sollte man schauen, was man zu Hause oder in der Region tun kann.“ Familien mit Kindern könnten zum Beispiele ihr Zelt im Garten aufstellen. „Das ist natürlich nicht mit einem Campingurlaub zu vergleichen, kann aber auch Spaß und Abwechslung bringen.“

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Mehr als ein Hobby: Warum Urlaub und Reisen so wichtig sind

Mountainbikerin fährt auf Naturpfad. Im Hintergrund hügelige Almlandschaft der Surselva, Berge, Himmel und Wolken. Surselva, Graubünden, Schweiz *** Mountain biker riding on nature trail In the background hilly alpine landscape of Surselva, mountains, sky and clouds Surselva, Grisons, Switzerland 1082501736 imago images/CHROMORANGE

Abstand vom Alltag gewinnen

Auch Christina Miro weiß, wie wichtig das Reisen ist. „Mit Urlaub und Urlaubsreisen werden positive Erlebnisse und angenehme Gefühle assoziiert“, sagt die Reisepsychologin und Bloggerin. Neben der körperlichen Entspannung und dem Stressabbau könne man auch von seinem routinierten Alltag – sowohl physisch als auch mental – Abstand gewinnen.

Vor allem der Besuch in anderen Ländern würde neue Reize bringen. Fremde Sprachen, Kulturen und Traditionen sowie andere Denk- und Lebensweisen – „das regt zum Nachdenken und zur Verhaltensänderung an“, sagt Miro und erklärt: „Man wird aktiver, offener und probiert Neues aus.“ Dabei werde auch die Fähigkeit trainiert, sich anzupassen und unverhoffte Probleme zu lösen.

Glückshormone reisen mit

„Außerdem lebt man auf Reisen viel bewusster, achtsamer und man gönnt sich mehr.“ Schließlich sei der Urlaub für viele ein Highlight im Jahr, etwas Besonderes, so die Psychologin. „Nicht zu vergessen: Man ist glücklicher, zufriedener und vor allem freier.“ Stichwort Glückshormone.

„In Zeiten der Pandemie fehlt es an positiven Erlebnissen“, sagt Miro. „Das Bedürfnis nach Aktivität, sozialen Kontakten und Abwechslung kann nur begrenzt befriedigt werden. Und der Wunsch, die gewohnte Umgebung zu verlassen und frei zu reisen, bleibt für viele unerfüllt.“ Das bedeute, dass sich mehr Unzufriedenheit breitmachen könne.

Schöne Erinnerungen gegen den Frust

Auch Miro hat ein paar Tipps, damit der Frust im Rahmen bleibt und das Fernweh nicht allzu sehr schmerzt: „Man könnte sich zu Hause zum Beispiel mit seinen ehemaligen Reisen beschäftigen und in schönen Erinnerungen schwelgen.“ Oder endlich mal die Zeit nutzen, um „neue Fotoalben oder Fotocollagen zu erstellen“.

Außerdem rät die Psychologin, „gut zu recherchieren, welche Länder die Einreise zum gegebenen Zeitpunkt ermöglichen und gegebenenfalls einen Plan B parat haben“. Oder ganz optimistisch neue Reisen zu planen und dann spontan zu entscheiden, welche angetreten werden kann.

Quellen

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