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Mehr als Karma-Punkte: Pazifik-Inseln belohnen „gute“ Reisende

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Mehr als Karma-Punkte: Pazifik-Inseln belohnen „gute“ Reisende

Luftansicht von Palau – die Republik besteht aus über 300 Inseln.

Mehr als Karma-Punkte: Pazifik-Staat belohnt „gute“ Reisende

Der verantwortungsvolle Umgang mit Natur und Kultur bringt auf einigen pazifischen Inseln künftig mehr als ein paar Karma-Punkte: Die Republik Palau belohnt „gute Reisende“ mit exklusiven Erlebnissen.

LZ

Luisa Ziegler

Eigentlich sollte es ganz selbstverständlich sein: Wer auf Reisen ist, geht unterwegs verantwortungsbewusst und respektvoll mit Natur und Kultur um. Das ist es aber leider nicht. Immer wieder fügen Touristinnen und Touristen der Umwelt bewusst oder auch unbewusst Schaden zu. 

Bereits 2017 hat die Republik Palau deswegen die „Palau-Pledge“ eingeführt: Internationale Besucherinnen und Besucher müssen bei der Einreise eine Umweltverpflichtung unterschreiben, die in den Reisepass gestempelt wird. Damit versprechen sie den Kindern von Palau, dass sie das Land aus über 300 Inseln im Südpazifik „bewahren und beschützen“ werden.

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Eine Jacht liegt vor Koror, der Hauptstadt von Palau.

Das Programm „Ol’au Palau“ soll den Planeten schützen

Jetzt, wo sich die Republik nach zwei Jahren pandemiebedingtem Tourismusstopp wieder öffnet, folgt eine weitere Initiative: „Ol’au Palau“ heißt das Programm, wie der britische Sender BBC berichtet, und ist die weltweit erste Initiative zur „Gamifizierung“ des verantwortungsbewussten Tourismus.

Abhängig davon, wie Reisende mit Umwelt und Kultur umgehen, bekommen sie exklusive Erlebnisse, die es gegen Geld nicht zu kaufen gibt. 

Belohnungen für verantwortungsvolles Reisen – so funktioniert es

Verwaltet wird das Programm über eine App, die in den kommenden Monaten in die App-Stores kommen soll. Wer nachhaltige Entscheidungen trifft – beispielsweise also umweltfreundliche Sonnencreme benutzt, kulturell bedeutende Orte besucht, regionale Lebensmittel kauft oder seinen CO2-Fußabdruck reduziert –, sammelt in der App Punkte.

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Die Inseln von Koror Island auf Palau.

Die Punkte können Besucherinnen und Besucher dann gegen besondere Unternehmungen und Erlebnisse eintauschen, die normalerweise den Einwohnerinnen und Einwohnern der Inseln vorbehalten sind. Laut BBC könnte das zum Beispiel ein Bad in einer geheimen Höhle sein, eine Wanderung abseits der ausgeschilderten Wege, ein gemeinsames Essen mit Einheimischen oder ein Angelausflug an einen abgelegenen Ort.

Neben klassischen touristischen Aktivitäten sollen sich Reisende mit den Punkten aber zum Beispiel auch die Möglichkeit verdienen können, an ganz besonderen Ritualen wie einer Geburtszeremonie teilzunehmen. Für welche Erlebnisse sie die Punkte einlösen, können die Besucherinnen und Besucher selber entscheiden.

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Ein Steg auf Carp Island, einer der Palauinseln.

Reisende können lernen, nachhaltiger zu leben

Entstanden ist die Idee für „Ol’au Palau“ zusammen mit der „Palau Pledge“ schon 2015, wie die BBC berichtet. Damals kamen jährlich 150.000 Besucherinnen und Besucher nach Palau – über siebenmal so viele Menschen, wie in dem kleinen Land leben. Mit dem Programm wollen die Einheimischen den Reisenden näherbringen, wie sie das Ökosystem schützen und nachhaltig leben können. 

Mit den Worten „Ol’au“ werden auf Palau Freundinnen und Freunde begrüßt, denen man vertraut. Indem sie sich verantwortungsbewusst verhalten, sollen Besucherinnen und Besucher sich diese Freundschaft und das Vertrauen der Einwohnerinnen und Einwohner verdienen können. 

Weiße Strände, wilde Tiere: Das hat Palau zu bieten

Seit April 2022 empfängt das Land im Pazifik wieder Urlauberinnen und Urlauber, solange diese vollständig geimpft sind. Bekannt ist Palau vor allem für seine weißen Sandstrände und die Tauchspots, an denen Tauchende zahlreiche wilde Tiere wie die Mantarochen beobachten können – sie haben dem Land auch den Spitznamen „Unterwasser-Serengeti“ eingebracht.

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Korallenriff vor Palau. Tauchende können hier viele verschiedene Tierarten beobachten.

Vor Kurzem hat die Republik außerdem das weltweit erste „National Marine Sanctuary“ eingerichtet, in dem auf 500.000 Quadratkilometern Ozean das Fischen verboten ist. Über hundert Arten Haie und Rochen leben dort nun und wer hierher reist, hat gute Chance, einen Blick auf die Tiere zu erhaschen.   

Wenn du an dem „Ol’au Palau“-Programm teilnehmen möchtest, solltest du dafür mindestens zehn Urlaubstage einplanen, empfiehlt die Palauanerin Laura Clarke gegenüber der BBC – fünf Tage, um Punkte zu sammeln, und fünf bis sechs Tage, um sie einzulösen. Auch die Reise nimmt einige Zeit in Anspruch, denn Palau liegt rund 890 Kilometer von den Philippinen entfernt relativ abgelegen im Südpazifik.

Quellen

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