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Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

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Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

In Deutschland können Wanderfans auch ohne Kleidung auf Tour gehen.

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Wenn nichts als der Wanderschuh die Haut bedeckt, dann ist die Zeit reif zum Nacktwandern. Dazu gibt es einige Routen in Deutschland, an denen du offiziell die Hüllen fallen lassen kannst.

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Vanessa Hellwig

In Zeiten von Social Media und Maschinen sehnen sich viele Menschen nach mehr Natürlichkeit in ihrem Leben. Viele unternehmen deswegen regelmäßig Wandertrips in die Wälder Deutschlands. Einigen genügt das allerdings nicht: Sie wollen nicht nur raus ins Grüne, sondern dabei auch Sonne und Natur direkt auf der Haut spüren – und unternehmen FKK- beziehungsweise Nacktwanderungen.

Das ist in Deutschland nicht überall erlaubt, jedoch gibt es einige offiziell ausgeschilderte Nacktwanderwege. In manch anderen Regionen wird die Freikörperkultur im Wald geduldet. Wohin du reisen kannst, wenn du mal alle Hüllen fallen lassen willst, hat der reisereporter herausgefunden.

1. Harzer Naturistensteig

Seit 2010 gibt es den Harzer Naturistensteig. Auf 18 Kilometer können Wanderinnen und Wanderer hier in Sachsen-Anhalt ganz ohne Kleidung die Natur genießen mit allem, was dazu gehört. Eine kleine Runde leitet dich innerhalb von sechs Kilometern durch die Natur, eine längere erstreckt sich auf 13 Kilometer. 

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Spannende Natur erwartet dich vielerorts am Harzer Naturistensteig.

Los geht’s ab dem Parkplatz an der Wippertalsperre, von wo aus du der Beschilderung folgst. Sobald du das große gelbe N siehst, kannst du dich deiner Kleidung entledigen. Wieso die Initiatoren des Weges so gern unbekleidet durch die Wälder streifen? Man sehe „Nacktheit nicht als Provokation, sondern als sinnvolle Ergänzung des Wanderns“, heißt es auf der Website. Weitere Details bekommst du auf „nacktwandern.de“.

Wenn du mehr erfahren willst, kannst du dich auch einer der geplanten Gruppenwanderungen anschließen, die Daten gibt es ebenfalls auf der Website.

2. Naturistenweg Undeloh

In Undeloh in der Lüneburger Heide darfst du ganz offiziell alle Hüllen fallen lassen. Vom dortigen Wanderparkplatz – er befindet sich zwischen Wesel und Wehlen – aus führt ein Rundweg etwa zehn Kilometer durch den Wald. Folge dazu der Markierung mit dem gelben N, das dich einmal durch das dicht bewachsene Naturschutzgebiet leitet. 

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Undeloh liegt in der Lüneburger Heide. Der Nacktwanderweg führt dich eher durch bewaldete Gebiete.

Übrigens wanderst du dabei in der Nähe eines echten FKK-Kultgeländes: In den 20er- und 30er-Jahren befand sich dort, wo heute der Barfußpfad in Egestorf verläuft, das Freikörperkultur-Gelände Sonnenland. Das hatte damals viele Fans und gilt als Startschuss für den Nackttourismus in der Region, berichtet „naturistenweg“. Bis zu 20 Mitarbeitende waren dort zu Hochzeiten angestellt, mehrere Pensionen öffneten in der Region. 

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3. Rund um den FKK-Campingplatz Lichtheideheim Glüsingen

Einen offiziellen Nacktwanderweg gibt es rund um den FKK-Campingplatz Lichtheideheim Glüsingen bei Lüneburg zwar nicht, doch Wanderinnen und Wanderer ohne Kleidung werden auf den umliegenden Wanderstrecken in der Regel geduldet. Rund 200 Meter Straße, an denen du besser Hose und T-Shirt anbehältst, trennen dich von dem grünen Waldstück Süsing – hier kannst du dich ausziehen.

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Das Waldgebiet, in dem das Nacktwandern toleriert wird, liegt in der Nähe von Amershausen in der Lüneburger Heide.

Dort wirst du vermutlich nicht der einzige Outdoor-Fan sein, der genau das im Sinn hat, denn laut „FreiKörperKultur-Magazin“ kommen viele Urlauberinnen und Urlauber vor allem auch deswegen in die Region. 

4. Geführte Nacktwandertour an der Mecklenburgischen Seenplatte

Auch an der Mecklenburgischen Seenplatte kannst du nackt durch die Natur streifen. Was das Erlebnis dort besonders schön macht? „Du spürst den Wind und die Wärme der Sonne auf der Haut, fühlst dich intensiv mit der Natur verbunden, mit allen Sinnen im Einklang mit der Natur“, so formuliert es der FKK-Campingplatz am Rätzsee. 

Nacktwandern in Deutschland: Hotspots für FKK-Fans

Im abendlichen Gegenlicht strahlen der Zirtowsee, der Rätzsee und der Peetschsee an der Mecklenburgischen Seenplatte um die Wette.

Auf diesem Campingplatz kannst du nicht nur naturalistisch übernachten, du kannst über ihn auch an geführten Nacktwanderungen teilnehmen. Die Termine findest du in dieser Übersicht. Du entdeckst dabei nicht nur das Gefühl der Sonne auf deinem Körper, sondern dazu die grünen Wälder und Wiesen der Mecklenburgischen Seenplatte. Zur Abkühlung kannst du während der Tour dann und wann einen Sprung in die kühlen Gewässer wagen.

FKK-Wandern in Deutschland: Wichtige Tipps

Du willst von deiner Outdoor-Kluft beim Wandern auf den Naturisten-Stil umstellen? Dann solltest du die folgenden Tipps beherzigen: 

  • Hab Sonnencreme dabei: Beim Nacktwandern werden Körperstellen der Sonne ausgesetzt, die sonst nicht regelmäßig in den Genuss kommen und daher besonders empfindlich mit Rötungen auf die Strahlen reagieren. 
  • Hab Notfallkleidung dabei: Falls der Wanderweg wider Erwarten doch mal an einer Siedlung vorbeiführen sollte oder du im Restaurant einkehren willst, solltest du Kleidung dabeihaben. Zudem könnte dein Wanderrucksack scheuern – schließlich reibt er sonst nie auf der nackten Haut. Ein T-Shirt kann dann Abhilfe schaffen.
  • Solltest du auf eigene Faust eine Nacktwanderung planen, überlege dir die Route vorher genau. Wähle nach Möglichkeit Pfade abseits von Wohnsiedlungen und vermeide beliebte Wanderstrecken, zum Beispiel diese Wege im Taubertal, im Odenwald, in Franken oder in der Schwäbischen Alp. 
  • Rechtlich gesehen ist Nacktwandern in Deutschland nicht verboten, solange sich dadurch niemand belästigt fühlt. Kommt es wiederum dazu, könnte es als Ordnungswidrigkeit angesehen werden. Verhalte dich also immer freundlich – auch, wenn entgegenkommende bekleidete Wanderinnen und Wanderer dir verblüffte Blicke zuwerfen. Achtung: Offiziell verboten ist die FKK-Tour durch den Wald zum Beispiel im Schweizer Kanton Appenzell Auserrhoden.

Quellen

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