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Notlandung in Denver: Video zeigt brennendes Triebwerk der Boeing 777

Boeing 777 von United
Notlandung in Denver: Video zeigt brennendes Triebwerk im Flug

Sehen Sie im Video: US-Flugaufsichtsbehörde FAA überprüft bestimmte Triebwerke an Boeing 777.

Nach einem Zwischenfall in der Luft, bei dem am Samstag das Triebwerk einer Boing 777 gebrannt hatte und Teile in ein Wohngebiet gestürzt waren, hat die US-Flugaufsichtsbehörde FAA eine Überprüfung der Flugtauglichkeit aller Boeing 777 mit Pratt & Whitney-Triebwerken angekündigt. Dies werde „wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden“, sagte der Leiter der Behörde, Steve Dickson. Die US-Fluggesellschaft United Airlines kündigte an, ihre 24 betroffenen Maschinen freiwillig aus dem Betrieb nehmen, bis die Untersuchung abgeschlossen sei. United ist die einzige Airline, die Jets mit dem betroffenen Triebwerkstyp in ihrer Flotte führt. Die Boeing 777-200 mit 231 Passagieren und 10 Besatzungsmitgliedern an Bord war auf dem Weg nach Honolulu, als ein Triebwerk in Flammen aufging. Es wurde niemand verletzt.

Bange Minuten an Bord eines Flugzeugs: Als am Samstag kurz nach dem Start einer Boeing in Denver eines der beiden Triebwerke explodiert, filmt ein Passagier die brennenden Überreste unter der Tragfläche. Der Zwischenfall hat inzwischen weitreichende Konsequenzen.

Die United-Flug mit dem Kürzel UA 328 sollte von Denver im Bundesstaat Colorado nach Honolulu auf Hawaii führen. Doch der mehr als 25 Jahre alte Großraumjet vom Typ Boeing 777-200 kam nicht weit: Nach während des Steigflugs in westliche Richtung verliert die rechte Turbine den Einlass und weitere Teile der Triebwerksverkleidung.

Ein Fluggast, der auf der rechten Seite der Kabine in einer Reihe am Fenster vor dem Triebwerk sitzt, filmt die Szene mit den Turbinenresten, aus dem die Flammen züngeln und stellt den Clip später auf Youtube.

Die Cockpit-Crew reagiert professionell, geht die Checkliste durch und setzt einen Notruf ab. "United 328, wir haben einen Triebwerksausfall und müssen sofort umkehren. Mayday. Mayday."

In einer Höhe von knapp 4000 Metern dreht die Maschine um und bekommt vom Tower die Freigabe zur Landung auf dem internationalen Flughafen von Denver. Nach nur 23 Minuten in der Luft setzt der Jet auf der Bahn 26 auf. Auch hier hält ein Passagier den glücklichen Moment in einem Video fest. In der Kabine ist der Applaus der 241 Menschen an Bord deutlich zu hören.

Der Vorfall zeigt, wie Piloten ein großes Flugzeug auch mit nur einem funktionierenden Triebwerk unter Kontrolle haben und sicher landen können. Es hätte dramatischer werden können, wenn noch im Flug Kerosin ausgelaufen wäre und sich entzündet hätte.

Niemand kam an Bord oder am Boden zu Schaden. Denn in diesem Fall ereignete sich der Zwischenfall über bewohntem Gebiet: Die vom Triebwerk abgesprengten Teile stürzten auf den Sportplatz der Gemeinde Broomfield, auf Wohnhäuser und geparkte Fahrzeuge. Wie durch ein Wunder kam es nur zu Sachschäden.

Notlandung in Denver: Video zeigt brennendes Triebwerk der Boeing 777

Heruntergefallene Teile des Triebwerks der Boeing 777-200 von United Airlines in Broomfield, Colorado


128 Boeing 777-200 bleiben vorerst am Boden

Inzwischen hat die US-Luftfahrtbehörde FAA angeordnet, dass Boeing-Flugzeuge mit genau diesem Triebwerkstyp überprüft werden müssen. Diese Airworthiness Directive, zu Deutsch Lufttüchtigkeitsanweisung, bezieht sich auf die Turbinen des Typs PW4000-112 des Herstellers Pratt & Whitney.

"Dies wird wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden müssen", sagte FAA-Direktor Steve Dickson am Sonntag.

Bei der Boeing 777 handelt sich um eines der erfolgreichsten Langstreckenflugzeuge. Mehr als 1600 Exemplare verschiedener Versionen sind seit 1995 ausgeliefert worden. Nur ein Bruchteil davon wurde mit dem betroffenen Triebwerk ausgestattet. Laut Boeing handelt es sich um 69 aktive Flugzeuge, sowie 59 weitere Boeing 777-200, die allerdings im Moment abgestellt sind.

United Airlines hat als Vorsichtsmaßnahme den Betrieb von 24 Boeing 777-Jets mit Triebwerken der Serie 4000 ausgesetzt, um sie einer Inspektion zu unterziehen. Die japanischen Behörden haben sogar ein Startverbot für die Maschinen mit dem PW-4000-Triebwerk erlassen. Das betrifft 13 Boeing 777-200 von Japan Airlines (JAL) und 19 von Linie All Nippon Airways (ANA).

Notlandung in Denver: Video zeigt brennendes Triebwerk der Boeing 777

Notfall über dem Ostchinesischen Meer


Boeing 777 verliert Triebwerksteile in 4000 Metern Höhe

Erst am 6. Dezember 2020 hatte es bei JAL einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Eine Boeing 777-200 war auf dem Weg von der japanischen Insel Okinawa zum Flughafen Haneda in Tokio, als sich kurz nach dem Start im Steigflug mehrere Teile des linken Motors selbstständig machten, der stern berichtete.

Quellen

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