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Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Der Elbe-Lübeck-Kanal ist die blaue Ader der Stecknitz-Region.

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Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Südlich von Lübeck liegt eine bezaubernde Region, die ihren unvergleichlichen Charakter zwei Dingen verdankt: Der letzten Eiszeit und dem Salzhandel.

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Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

TouristService Stecknitz-Region

Das Herzogtum Lauenburg ist mit seinen Seen, Flüssen und Kanälen die Süßwasseralternative Schleswig-Holsteins – salzige Geschichten gibt es hier dennoch zu berichten. So zieht sich mitten durch das Herzogtum der Elbe-Lübeck-Kanal, an dessen Ufer der beliebte Radfernweg „Alte Salzstraße“ verläuft.

Was das heutige Eldorado für Radler und Freizeitkapitäne mit der letzten Eiszeit und dem Salzhandel des Mittelalters zu tun hat, lässt sich am besten in der Stecknitz-Region entdecken, einem romantischen Landstrich rund um den Kanal zwischen Lübeck und Mölln.

Auf dem Weg des weißen Goldes

Die sanft hügelige Landschaft der Stecknitz-Region ist das Ergebnis der letzten Eiszeit. Als sich die Gletscher zurückzogen, frästen gewaltige Steine und Geröllmassen tiefe Furchen in die Landschaft, in der sich dann Seen und Wasserläufe bildeten. So entstand auch das kleine windungsreiche Flüsschen Stecknitz.

Ende des 14. Jahrhunderts schufen plietsche Baumeister einen Verbindungsgraben zwischen der Stecknitz und dem Flüsschen Delvenau. So entstand ein Wasserweg von der Elbe bis nach Lübeck: der Stecknitz-Kanal, der älteste künstlich angelegte Wasserweg Nordeuropas. Er ist der Vorgänger des heutigen Elbe-Lübeck-Kanals.

Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Auf salzigen Spuren: Der Radfernweg „Alte Salzstraße“ führt mitten durch die Stecknitz-Region.

Die Geschichte des Kanals hängt eng mit der des Salzhandels zusammen. Salz, das „weiße Gold“ des Mittelalters, war damals ungeheuer wertvoll, wurde zeitweise sogar in Gold aufgewogen. Denn als es noch keine technische Kühlung und keine Chemie gab, nicht einmal Konservendosen und Einweckgläser, konnten Lebensmittel nur durch Salz haltbar gemacht werden.

In Lüneburg wurde schon vor etwa 1.000 Jahren Salz produziert – vom Lübecker Hafen aus wurde es in den gesamten Ostseeraum verschifft. Doch der Landweg nach Lübeck war beschwerlich. Erst mit dem Bau des Stecknitz-Kanals konnte die Fracht schneller und in größeren Mengen transportiert werden.

So bekommst du das Treidlerpatent!

Spuren dieser Geschichte gibt es in der Stecknitz-Region heute überall: In Berkenthin zeugen die alten Gräber der Stecknitzfahrer auf dem Friedhof der Maria Magdalenen-Kirche von der Geschichte der Schifffahrt auf dem historischen Kanal. Direkt gegenüber liegt eine weitere Besonderheit am Ufer vertäut: der Berkenthiner Salzprahm.

Er ist eine Rekonstruktion eines mittelalterlichen Plattbodenschiffes, das 15 BürgerInnen in mehr als 1.000 Handwerkerstunden nachbauten. Etwa 10 Meter lang, 2,40 Meter breit und kein Kiel – so sahen die Prähme aus, die um das Jahr 1500 das Salz auf dem Stecknitz-Kanal beförderten. Sie hatten auch keinen eigenen Antrieb, mussten also vom Ufer aus mit Tauen gezogen werden – das nennt man Treideln.

Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Kraftakt: Erwerbe dein Treidlerpatent!

Wer selbst einmal in diese Zeit eintauchen möchte und erfahren will, was es heißt, Lasten auf einem Kanal zu bewegen, kann das Treidlerpatent erwerben. Dazu genügt es aber nicht, den Salzprahm „nur“ 200 Meter zu ziehen. Vielmehr gehört auch der Verzehr einer Treidlerknacker (leckere geräucherte Mettwurst) und der Genuss eines Stecknitz-Köms (Wasser geht natürlich auch) zu den Anstrengungen.

Noch ein Geheimtipp

Wenn du das Landleben liebst, Ruhe und norddeutsche Gemütlichkeit schätzt sowie gerne auf Entdeckungstour gehst, ist die Stecknitz-Region noch ein echter Geheimtipp für dich. Die hügelige, grüne Gegend mit ihren reetgedeckten Katen in idyllischen Dörfern, den kulturellen Angeboten und einzigartigen Naturlandschaften hat einiges zu bieten.

Stecknitz-Region: Eine salzige Geschichte im Herzogtum Lauenburg

Die Farben Grün und Blau dominieren die sanfte Hügellandschaft der Stecknitz-Region.

Vielleicht möchtest du vor der zauberhaften Naturkulisse am Ufer des Elbe-Lübeck-Kanals ein Picknick machen? Oder beim Spaziergang mit einem Lama einfach mal die Seele baumeln lassen? Lieber sportlich? Dann nix wie rauf aufs Rad oder rein in die Wanderstiefel. Unterwegs laden Seen zum Baden, Hofläden zum Bummeln und Cafés mit tollen selbstgebackenen Torten zum Schlemmen ein.

Prächtige Herrenhäuser, altehrwürdige Kirchen mit prunkvollem Inventar, historische Schleusen und Reste eines slawischen Ringwalls sind spannende Entdeckungen am Wegesrand.

Übernachten kannst du in romantischen Landhotels, gemütlichen Ferienwohnungen und Pensionen oder auf wunderschönen Campingplätzen.

Alle Infos zur Stecknitz-Region findest du auf der Website oder der Facebook-Seite.

Quellen

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