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Verlassene Orte in Thüringen: Geisterhotels und Geisterdörfer zum Gruseln

Verlassene Orte in Thüringen
Mitten in Deutschland: Geisterorte zum Gruseln

Zerbrochene Fensterscheiben, überwucherte Böden, eingestürzte Treppenhäuser: Markus Schmidt hat in Vergessenheit geratene Orte in der Mitte Deutschlands fotografiert. Sein Fazit: Ruinen können faszinieren.

Verlassene Orte in Thüringen: Geisterhotels und Geisterdörfer zum Gruseln

von Till Bartels

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Verlassene Orte in Thüringen: Geisterhotels und Geisterdörfer zum Gruseln

© SIO MOTION/Sutton Verlag

Bild 1 von 16 der Fotostrecke zum Klicken:  Das Geisterdorf in Lehesten
Einer von vielen verlassen Orten in Thüringen: Der Lehesten ist berühmt für den jahrhundertalten Schiefertagebau, das Baumaterial wird auch „Blaues Gold“ genannt.

In der Fotografenszene sind "Lost Places" ein beliebtes Genre geworden. Jedes Jahr erscheinen neue Bildbände, die die besondere Ästhetik des Verfalls huldigen. Jetzt hat ein Fotograf sich auf Spurensuche in nur einem Bundesland begeben, in Thüringen.

Der Freistaat hat den Vorteil, dass dort alte DDR-Gebäude nach der Wende keinen Investor oder ein neues Nutzungskonzept fanden und seit mehr als zwei Jahrzehnten sich selbst überlassen sind. Die einstigen Ferienheime des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) empfangen keine Besucher mehr und rotten vor sich hin. In riesigen Fabrikhallen sind die Maschinen abgeschaltet und zum Teil demontiert. Hier wird nichts mehr produziert.

Längst ist die Farbe abgeblättert, hat sich die Natur die Gebäude zurückerobert. Efeu rankt sich nicht nur an Fassaden empor, sondern wächst auch in Innenräumen. Feuchtigkeit dringt in Wände und Decken ein und bringt sie zum Einsturz. Der Wind fegt durch die zerbrochenen Fensterscheiben.


Schimmel an Decken und Wänden

Der in Jena ansässige Fotograf Markus Schmidt hat sich zu "Lost Places" in Thüringen aufgemacht und viele marode Objekte im Laufe der Jahre mehrmals aufgesucht. "Bei jedem Besuch spielt mein Kopf verrückt und simuliert, wie es hier wohl früher ausgesehen haben mag, wie die Menschen in den Objekten lebten, arbeiteten, starben", schreibt er.

Verlassene Orte in Thüringen: Geisterhotels und Geisterdörfer zum Gruseln

Der 27-Jährige hat 200 seiner Aufnahmen von den vergessenen Objekten für den Bildband "Verlassene Orte in Thüringen" zusammengestellt, der im Sutton Verlag erschienen ist. Beim Blättern in dem Buch unternimmt der Leser eine Zeitreise in die Vergangenheit, insbesondere in die DDR: in alte Sanatorien und Kinderheime, zu ehemaligen Hotels und Industrieanlagen.

Doch die fotografischen Ausflüge in die Parallelwelten zeigten auch, dass durch die Bekanntgabe der "Lost Places" im Internet das eine oder andere Objekt ungebetene Gäste wie Dieben und Chaoten angezogen hat: "Das einst verlassene Haus wird dann nicht etwa durch die Zeit, sondern mutwillig zerstört." Durch Vandalismus.

Quellen

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