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Versunkenes Dorf in Italien taucht auf – sonst sieht man nur den Kirchturm

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Versunkenes Dorf in Italien taucht auf – sonst sieht man nur den Kirchturm

Der Kirchturm ragt aus dem Reschensee – ein Relikt des versunkenen Dorfes Graun.

Versunkenes Dorf in Italien ist aufgetaucht – nach 70 Jahren

Aus dem Reschensee in Südtirol ragt ein Kirchturm hervor – im Jahr 1950 ist dort das ganze Dorf Graun versunken. Nun sind die Überreste des Dorfes erstmals seit mehr als 70 Jahren wieder aufgetaucht.

Versunkenes Dorf in Italien taucht auf – sonst sieht man nur den Kirchturm

Maike Geißler

Märchenhaft wirkt die Kulisse des Reschensees in Süditrol – der aus dem Wasser ragende Turm der Pfarrkirche St. Katharina hat durchaus seinen Anteil daran. Für Touristen ist das ein Postkartenmotiv, andere kennen den ungewöhnlichen Ort aus der Mystery-Serie „Curon“, wie Graun im Vinschgau auf Italienisch heißt, die seit 2020 auf Netflix zu sehen ist. Der versunkene Turm erinnert aber auch an ein dunkles Kapitel der Geschichte. 

Für einen Staudamm kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sollten der Reschen- und der Gra​unersee sollten um 22 Meter gestaut werden – die Bürger sollen kein Mitspracherecht gehabt haben. 677 Hektar Land wurden im Jahr 1950 überflutet, 163 Häuser gesprengt, Graun versank im Wasser. Schätzungsweise 150 Familien verloren ihre Heimat. Nur der im 14. Jahrhundert gebaute Turm erinnert Besucher noch an das Atlantis von Südtirol. Eigentlich. 

Ruinen von Curon tauchen auf

Denn nun sind nach mehr als 70 Jahren erstmals auch die anderen Reste des versunkenen Dorfes wieder an der Oberfläche erschienen.

Wegen Instandhaltungsarbeiten wurde Wasser aus dem Reschensee abgelassen – der Pegel war so niedrig, dass Ruinen wieder zum Vorschein kamen, wie der Tourismusverein Reschenpass mitteilte.

Die Arbeiten seien über die vergangenen Wochen gelaufen. Schaulustige posteten am Dienstag in sozialen Medien Fotos und Videos von den teils begehbaren Dorf-Überresten. 

So kannst du den Turm im Reschensee besuchen

Aus der Nähe kannst du den Kirchturm bei einer Schifffahrt auf dem Reschensee betrachten. Der See ist sechs Kilometer lang, die „MS Hubertus“ fährt ab Mitte Juli bis Oktober täglich. Im Winter kann der See schon mal zufrieren – einige trauen sich dann auf die Eisfläche.

Versunkenes Dorf in Italien taucht auf – sonst sieht man nur den Kirchturm

Der Reschensee im Vinschgau mit der alten Kirche von Graun, die im Stausee versunken ist.

Außerdem zieht es jährlich Sportfans in die Region. Beim Reschenseelauf müssen Teilnehmer eine Strecke von 15,3 Kilometern und 90 Höhenmeter meistern. Fahrradtouren sind im Vinschgau auch beliebt.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Bericht erschien erstmals im jahr 2019. Wir haben ihn im Mai 2021 aktualisiert.

Quellen

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