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Zeitreise: Hier in Deutschland kannst du Geschichte erleben

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Zeitreise: Hier in Deutschland kannst du Geschichte erleben

Ruinen der Kaiserthermen in Trier. Hier erleben Reisende Geschichte.

Zeitreise: Hier in Deutschland kannst du Geschichte erleben

Der 27. Januar erinnert an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte: den Nationalsozialismus. Wir haben die Orte zusammengestellt, an denen du Licht- und Schattenzeiten der Vergangenheit erleben kannst.

LZ

Luisa Ziegler

Das Kolosseum in Rom, die Pyramiden in Gizeh oder die Chinesische Mauer – auf Reisen zieht es uns häufig an Orte, an denen längst vergangene Epochen wieder lebendig werden. Aber um Geschichte zu erleben, müssen wir nicht stundenlang im Flugzeug sitzen. Auch in Deutschland gibt es viele historische Orte.

Vom Zeitalter des antiken Roms bis zur Wiedervereinigung kannst du durch die schönsten und die dunkelsten Zeiten der deutschen Vergangenheit reisen – und das ganz ohne Flugticket oder Zeitmaschine. Wir stellen dir sieben solcher besonderen Orte vor.

Trier: Das Rom des Nordens

Trier ist die älteste Stadt Deutschlands. Im Jahr 16 vor Christus wurde die Stadt von den Römern gegründet. Noch heute finden sich dort viele gut erhaltene Überreste der römischen Kultur. Sieben römische Bauten stehen auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

Zu den Hauptattraktionen zählen die Kaiserthermen. Als sie Anfang des vierten Jahrhunderts gebaut wurden, gehörten sie zu den größten Badeanlagen des römischen Reichs. Die Gänge der Thermen kannst du heute noch besichtigen. Sie führen dich durch den typischen Badegang von Kaltbad zu Warmbad und Heißbad.

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Amphitheater, Trier.

Etwa 500 Meter entfernt liegt das Amphitheater. Wenn die römischen Machthaber zu Spielen einluden, strömten bis zu 18.000 Menschen auf die steinernen Tribünen, um blutige Kämpfe zwischen Mensch und Tier zu verfolgen. Nachdem das Amphitheater im Mittelalter als Steinbruch genutzt wurde, kannst du heute die Steinkammern und eine Art Keller unter der Bühne wieder besichtigen.

Von dort aus lohnt sich ein kleiner Abstecher ins 19. Jahrhundert, als der wohl berühmteste Sohn der Stadt zur Welt kam: Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Das Karl-Max-Haus informiert über das Leben des Philosophen und Ökonomen.

Aachener Dom: Majestätische Schätze

In seiner rund 1200-jährigen Geschichte hat der Aachener Dom so einiges miterlebt. Ende des achten Jahrhunderts wurde er im Auftrag Karls des Großen gebaut. Bis heute findest du dort den prachtvollen Karlsschrein mit den Gebeinen des einstigen Frankenkönigs.

Über den Verlauf von 600 Jahren wurden im Aachener Dom 30 deutsch-römische Könige gekrönt. Auch den Thron auf der Empore kannst du heute noch besichtigen. Seit 1978 ist der Aachener Dom übrigens Unesco-Weltkulturerbe. 

Bei einem Besuch kannst du im karolingischen Oktagon, der achteckigen Kapelle, durch tausend Jahre majestätischer Geschichte spazieren. Beeindruckend ist auch die Schatzkammer: Sie birgt den bedeutendsten Kirchenschatz nördlich der Alpen.

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Das Oktogon im Aachener Dom.

Bergen-Belsen: Ort des Grauens und Gedenkens

Die Gedenkstätte erinnert an das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Nahe dem Truppenübungsplatz Bergen-Belsen richtete die deutsche Wehrmacht ein Lager für belgische und französische Kriegsgefangene ein. Während der Zeit des Nationalsozialismus übernahm im April 1943 die Schutzstaffel (SS) den südlichen Teil des Geländes als Lager für jüdische Häftlinge. Bis zur Befreiung 1945 kamen insgesamt 52.000 KZ-Häftlinge im Lager um oder starben kurze Zeit später.

1952 wurde auf dem Gelände die Gedenkstätte Bergen-Belsen gegründet. Jährlich besuchen etwa 200.000 Menschen  das Dokumentationszentrum. Die Dauerausstellung dokumentiert mit Fotos nach der Befreiung, Interviews mit Zeitzeugen und Gebrauchsgegenständen der Inhaftierten die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers.

Auf dem angrenzenden Gelände wurden nach dem Krieg alle Bauten beseitigt. Reste der Fundamente blieben aber erhalten, ebenso wie zahlreiche Gräber und Mahnmale, die Besucherinnen und Besucher besichtigen können. Auf Führungen durch die Ausstellung und über das Gelände kannst du noch mehr über die furchtbaren Ereignisse der Vergangenheit erfahren. 

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KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen

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Die Wartburg: 1000 Jahre deutscher Geschichte

Sie war die erste deutsche Burg, die in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen wurde: die Wartburg. Kein Wunder, denn die Burg in Thüringen ist ein Zeitzeuge von fast 1000 Jahren deutscher Geschichte. Der Legende nach wurde sie schon 1067 gegründet.

Um 1200 war sie Sitz des Landgrafen Hermann I., der sie zum Zentrum der deutschen Dichtkunst machte. Dort soll auch der sagenhafte Sängerkrieg stattgefunden haben: Berühmte Dichter wie Wolfram von Eschenbach und Walter von der Vogelweide sollen in der Wartburg um die Wette gesungen und gedichtet haben.

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Aussicht auf die Wartburg im Herbst.

1521 beherbergte die Burg eine weitere berühmte Persönlichkeit. Martin Luther fand Schutz in der Wartburg, nachdem er vom Kaiser geächtet worden war. In nur zehn Wochen übersetzte er in einem kleinen, kargen Raum das Neue Testament ins Deutsche. 

Diese „Lutherstube“ kannst du heute bei einem Rundgang durch die Wartburg ebenso wie den spätromanischen Palas aus dem zwölften Jahrhundert und eine wertvolle Kunstsammlung besichtigen. Außerdem finden an dem Ort zahlreiche Veranstaltungen wie die Wartburgkonzerte und ein historischer Weihnachtsmarkt statt.

Essen: Moderne Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Alte Gebäude, Kunstwerke und Geschichten können uns oft schon einen ganz guten Eindruck der Vergangenheit vermitteln. In Essen erwacht die Vergangenheit bald auf ganz besonders eindrucksvolle Weise zum Leben. Ab April 2022 bietet die Stadt laut eigenen Angaben die erste Mixed-Reality-Stadtführung der Welt an.

Mit einer speziellen Brille auf der Nase wanderst du entlang historischer Gebäude und begegnest dabei Menschen, Tieren und Kutschen aus dem Jahr 1877. Möglich macht das moderne Technik. Die Brille erkennt digitale Marker in der Essener Innenstadt und zeigt auf den Gläsern eine virtuelle Welt. Gleichzeitig behalten die Besucher die echte Welt im Blick.

Deutsches Auswandererhaus: Von Bremerhaven nach New York

Von der historischen Kaje in Bremerhaven mit dem Auswandererschiff bis ins elegante und chaotische New York der 1920er-Jahre: Das Deutsche Auswandererhaus nimmt dich mit auf die einzelnen Stationen einer Auswanderung in die Neue Welt. In Filmen, Briefen und an Hörstationen erzählen Ausgewanderte von ihren Eindrücken und Erlebnissen. 

Besonders spannend: In der Familienrecherche kannst du dich auf die Suche nach den eigenen Vorfahren begeben. Um noch tiefer in die Geschichte einzutauchen, bietet das Museum regelmäßige Führungen, Nachtwanderungen und Workshops an.

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Deutsches Auswandererhaus in Bremerhaven. Hier gibt es Geschichte zum Anfassen.

Die Berliner Mauer: Trennung und Wiedervereinigung

Ein Besuch an der Berliner Mauer gehört bei der Zeitreise durch Deutschland zum Pflichtprogramm. Während der Teilung Deutschlands trennte die 43 Meter lange Mauer Ost-Berlin von West-Berlin. Mindestens 140 Menschen starben beim Versuch, aus der DDR zu fliehen.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November fiel die Berliner Mauer. Der Weg zur Wiedervereinigung war frei. Der Tag der Deutschen Einheit erinnert jedes Jahr an Trennung, Widerstand und Wiedervereinigung. Ein Besuch an der Mauer lohnt sich aber an jedem Tag.

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Die East Side Gallery an der Berliner Mauer.

Ein 70 Meter langes Originalstück der Mauer steht noch, über 200 Künstler haben es mit Kunstwerken verziert. Spannende Ausstellungen informieren über die ehemalige Grenzanlage und das Leben der Menschen auf beiden Seiten der Mauer.

Quellen

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