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Chimaera – das Geheimnis des brennenden Berges

Chimaera – das Geheimnis des brennenden Berges

Die ewigen Feuer von Chimaera sind ein Naturphänomen auf einem Berg in Cirali an der türkischen Südküste Foto: Getty Images

Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Wanderschuhe geschnürt und der Rucksack geschultert. Etwas Proviant sollte darin sein. Eine Taschenlampe sowieso. Und bloß nicht die Wasserflasche vergessen: Denn die braucht man nicht nur zum Durstlöschen während der schweißtreibenden Wanderung. Doch dazu später.

Zwanzig Minuten dauert der Aufstieg auf den 250 Meter hohen Yanar. Dann lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei auf ein Felsplateau, auf dem, so scheint es, sechs, acht, zehn kleine Lagerfeuer lodern, bis zu 30 Zentimeter hoch. Aber niemand hat hier Holz zu Haufen getürmt. Aus kleinen Felsspalten züngeln die Flammen, seit Ewigkeiten schon und ganz von allein. Es sei denn, jemand hält ein Feuerzeug über eine Erdspalte, dann entzündet sich schon mal eine neue, alte Flamme.

Chimaera und die rätselhaften Feuer

Doch wie entsteht das Feuer? Es sind Erdgase, die hier aus Rissen, Spalten und kleinen Löchern entweichen und sich entzünden. Das Gas fackelt sozusagen ab. Yanartas, brennender Stein, nennen die Türken diesen Ort. Oder auch: Chimaera, weil hier die sagenhafte Chimäre zu Hause war, jenes Feuer speiende Mischwesen mit dem Kopf eines Löwen, dem Körper einer Ziege und dem Schwanz einer Schlange, das von Bellerophon, Enkel des Sisyphos, mithilfe des geflügelten Pferdes Pegasus getötet wurde.

Chimaera – das Geheimnis des brennenden Berges

Chimaera bei Cirali: Flammen schlagen aus den FelsspaltenFoto: dpa Picture Alliance

In der Antike waren die Flammen wie ein Leuchtfeuer auf dem Meer zu beobachten – und auch heute noch kann man bei Dunkelheit von einem Schiff aus die Flammen lodern sehen. Am romantischsten aber ist es direkt vor Ort, auf dem Berg, am natürlichsten Lagerfeuer, das es gibt. Die Atmosphäre ist einzigartig: Viele haben Weinflaschen dabei, manche eine Gitarre. Und irgendeiner hat sicher auch eine Pfanne und Eier eingepackt – denn wann hat man schon mal die Gelegenheit, über einem so einzigartigen Feuer eine schnelle Mahlzeit zu brutzeln?

„Der Koch der Olympos Lodge gab uns eine Pfanne mit, ein Fläschchen mit Öl und eine Plastikflasche voll Teig für Crepes“, schreibt Rainer aus Berlin auf Tripadvisor, „in der Mitte des Feldes sind links die besten ‚Kochstellen‘. Die Crepes sind schnell gebacken. Man ist hier nie ganz allein, also kann man auch noch einen Crepe abgeben.“

Baum der Wünsche

Und was hat es nun mit der Wasserflasche auf sich? Oben angekommen löst man das Etikett von der Flasche, faltet es zu einer Schleife, bindet es an einen Baum, an dem schon Tausende dieser Schleifchen hängen und: hat einen Wunsch frei. Wie viele wohl nur den einen haben? Irgendwann einmal wieder herkommen zu können – an diesen einzigartigen, nahezu magischen Ort.

Wo wohnen? Am besten nimmt man sich ein Zimmer in Cirali, in einer der hübschen Pensionen und kleinen Hotels, in denen ein weitläufiger Garten mit buckligen Orangenbäumen fast so selbstverständlich zur Anlage gehört wie die obligatorischen Oliven auf den türkischen Frühstückstellern. Übrigens: Der Strand von Cirali ist einer der zehn schönsten Strände der Türkei.

Chimaera – das Geheimnis des brennenden Berges

Der Strand von Cirali zählt zu den schönsten Stränden in der TürkeiFoto: Getty Images

Karte: Lage von Cirali

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Corona-Hinweis: Aufgrund der aktuellen Corona-Lage warnt das Auswärtige Amt weiterhin vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Türkei.

Quellen

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