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Corona in Portugal – Neuinfektionsraten weiterhin stark rückläufig

Corona in Portugal – Neuinfektionsraten weiterhin stark rückläufig

Portugal hatte zwischenzeitlich die höchsten Corona-Inzidenzen der Welt. Mittlerweile sind die Infektionsraten stark rückläufig.Foto: Getty Images

Corona-Lage in Portugal – Übersicht

  • Aktuelles zur Corona-Lage in Portugal
  • Die Corona-Infektionslage in Portugal
  • Was für Reise-Rückkehrer aus Portugal gilt
  • Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus Deutschland nach Portugal einreise?
  • Corona-Versicherung für Portugal-Reisende

Aktuelles zur Corona-Lage in Portugal

Derzeit liegt die 7-Tagesinzidenz für Portugal laut TRAVELBOOK-Berechnungen bei 175,67 (Vortag: 186,19), nachdem der Wert wochenlang bei mehr als 800 gelegen hatte. Insgesamt gibt es in dem Land aktuell 95.320 aktive Covid-19-Infektionen – Tendenz: sinkend. Das ist der niedrigste Wert seit dem 7. Januar. Der Großraum Lissabon, der eine 7-Tagesinzidenz von 248,36 aufweist, zählt derzeit zu den am stärksten betroffenen Regionen. Auf den Azoren liegt der Wert bei unter 20.

Am 28. Januar war mit 16.432 Neuinfektionen der bisherige Pandemie-Höchstwert gemeldet worden. Die höchste Zahl an Todesfällen innerhalb eines Tages verzeichnete das Land ebenfalls am 28. sowie erneut am 31. Januar mit jeweils 303 Verstorbenen.

Weniger Corona-Patienten in Intensivstationen

Trotz der positiven Entwicklung bei den Neuinfektionszahlen ist die Situation in den Krankenhäusern weiterhin kritisch. Doch auch hier entwickelten sich die Zahlen in den vergangenen Tagen positiv.

Portugal gehört zu den Ländern, in denen sich eine gefürchtete mutierte Form des Virus, die britische Variante B.1.1.7, derzeit am schnellsten verbreitet. Seit dem 27. Januar 2021 gilt das Land deshalb als Virusvarianten-Gebiet. Bereits drei Tage zuvor war es wegen seiner hohen Infektionszahlen vom Robert-Koch-Institut (RKI) als Hochinzidenzgebiet eingestuft worden.

Für Portugal hatte die Bundesregierung ein Beförderungsverbot verhängt. Das betrifft laut dem Bundesgesundheitsministerium den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flugzeug. Das Verbot gilt seit dem 30. Januar 2021 vorerst bis zum 17. Februar 2021. Ein- und Ausreisen sind nur noch in Ausnahmefällen möglich. Deutsche Staatsangehörige und Personen, die in Deutschland wohnen, dürfen weiter nach Deutschland einreisen, müssen aber mit Einschränkungen im Flugverkehr rechnen. Einreisen nach Portugal sind ebenfalls eingeschränkt. (Mehr zu den Einreiseregeln unten.)

Die geltenden Corona-Maßnahmen in Portugal

Seit dem 15. Januar befindet sich Portugal in einem harten Lockdown; es gilt der Gesundheitsnotstand, der bereits mehrfach verlängert wurde. Der sogenannte „estado de emergência“ war bereits im Frühjahr ausgerufen worden und geht für die Bürger – einschließlich Urlauber – mit einigen wesentlichen Einschränkungen und Pflichten einher. Des Weiteren ermöglicht er es der Regierung, zahlreiche weitere Maßnahmen zu verhängen. Dazu zählen u. a. die Möglichkeit zur verpflichtenden Messung der Körpertemperatur, etwa bei der Arbeit, im Personenverkehr, in Bildungseinrichtungen, Einkaufszentren, Sport- und kulturellen Einrichtungen, sowie die Möglichkeit, Corona-Tests verpflichtend zu machen und einzufordern (etwa bei der Ein- und Ausreise, in Gesundheits- und Bildungseinrichtungen und Pflegeheimen sowie Gefängnissen).

Des Weiteren kann die Regierung für Maßnahmen notwendige Ressourcen aus dem privaten und sozialen Bereich anfordern sowie bestimmte Personengruppen aktivieren, um bei der Kontaktverfolgung zu unterstützen, zum Beispiel Lehrer, die aktuell nicht für Unterricht eingesetzt werden, oder Soldaten.

Die Regierung um Premierminister António Costa wies bereits darauf hin, dass die Einschränkungen bis nach Ostern dauern könnten. Man möchte nicht noch einmal den Fehler machen, über die Feiertage Familienzusammenkünfte zu ermöglichen. Das laxe Vorgehen um die Weihnachtszeit war einer der Gründe für die Explosion der Infektionszahlen im Januar.

„Portugal zahlt hohen Preis für Corona-Schlitterkurs“

Was der harte Lockdown in Portugal bedeutet

Aktuell gilt, dass fast alle Geschäfte geschlossen sind, mit Ausnahme der für das öffentliche Leben wichtigen Einrichtungen, die die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleisten. Im Vergleich zum Frühjahrs-Lockdown 2020 gab es zunächst aber einen entscheidenden Unterschied: Kindertagesstätten, Schulen und Universitäten blieben offen. Angesichts der explodierenden Zahlen sind aber mittlerweile auch Bildungseinrichtungen und Kitas geschlossen. Des Weiteren gelten u. a. folgende Maßnahmen:

  • Es gilt eine allgemeine Ausgangssperre. Lebensmitteleinkäufe, Apothekenbesuche oder sonstige wichtige Erledigungen (Arztbesuche, Pflege von Angehörigen etc.) sind möglich.
  • Pflicht zum Homeoffice, wo immer das möglich ist
  • Anhebung der Strafen bei Verstoß gegen Regeln
  • Schließung von Friseur- und Kosmetiksalons, Fitnessstudios und Kultureinrichtungen (Theater, Kinos, Museen etc.)
  • Schließung von Clubs, Zoos, Freizeitparks und Kasinos
  • Restaurants, Bars und Cafés dürfen nur noch einen Außerhaus-Service anbieten.
  • Individualsport bleibt weiter möglich.
  • Erstligasport sowie Sport auf Nationalauswahlsebene sind erlaubt, allerdings ohne Publikum.

Es gelten weiter folgende Regeln und Pflichten

  • Allgemeine Maskenpflicht im Freien
  • Pflicht zur Nutzung eines Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften.
  • Einhaltung eines Mindestabstands von zwei Metern im öffentlichen Raum.
  • Dringende Empfehlung zur Installation der Corona-Warn-App „Stayaway Covid“ (Google Play | Apple App Store).
  • Der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit ist verboten.
  • Kein Verkauf von alkoholischen Getränken an Tankstellen.

Die Corona-Infektionslage in Portugal

Die 7-Tages-Inzidenz in Portugal

Aktuell gibt es in Portugal insgesamt 95.320 aktive Covid-19-Infektionen. Die 7-Tages-Inzidenz in Portugal nach Regionen im Überblick laut TRAVELBOOK-Berechnungen:

  • Portugal gesamt (einschließlich Azoren und Madeira): 175,67
  • Großraum Lissabon: 248,36
  • Norden: 128,86
  • Algarve: 135,03
  • Azoren: 17,71
  • Madeira: 175,02

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Die Einstufung eines Landes oder einer Region als Risikogebiet erfolgt durch das RKI in einem zweistufigen Prozess: „Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten/Regionen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab“, heißt es auf der RKI-Seite. In einem zweiten Schritt werde nach qualitativen Kriterien festgestellt, ob für Staaten/Regionen, die den genannten Grenzwert nominell unterschritten, dennoch die Gefahr eines erhöhten Infektionsrisikos vorliege. Kriterien sind:

  • Infektionszahlen
  • Art des Ausbruchs (lokal begrenzt oder flächendeckend)
  • Testkapazitäten und durchgeführte Tests pro Einwohner
  • ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens
  • Verlässlichkeit der Informationen

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Was für Reise-Rückkehrer aus Portugal gilt

Portugal gilt als sogenanntes Virusvarianten-Gebiet; es besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Für Menschen, die sich in den zehn Tagen vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem Virusvarianten- oder Hochrisikogebiet aufgehalten haben, gelten besonders strenge Regelungen. Dazu zählen laut RKI:

  • Nachweis (ärztliches Zeugnis oder Testergebnis) über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bereits bei der Einreise. Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.
  • Nachweis muss dem Beförderer (Zug-Unternehmen, Airline etc.) zur Überprüfung vorgelegt werden.
  • Bundespolizei kann bei den Kontrollen den Nachweis verlangen.
  • Beförderer können bei Fehlen eines Nachweises Tests durchführen.

Außerdem müssen sich Reisende vor der Einreise digital anmelden und sich direkt nach ihrer Ankunft in eine zehntägige Quarantäne begeben. Hier gelten die Regelungen der Bundesländer.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus Deutschland nach Portugal einreise?

Aktuell gibt es für Urlauber aus Deutschland keine Quarantänepflicht, wenn sie das portugiesische Festland besuchen.

Seit Ende Januar 2021 ist eine Einreise auf dem Landweg laut dem Auswärtigen Amt jedoch nur dann möglich, „wenn ein Wohnsitz in Portugal (in der Regel das „Certificado de Registo de Cidadão da União Europeia“) nachgewiesen werden kann oder zu beruflichen (Grenzpendler) oder gewerblichen Zwecken.“ Über andere Ausnahmen entscheiden die Grenzbeamten.

Bei der Einreise aus Deutschland auf dem Luftweg muss der Fluggesellschaft aktuell vor Abflug ein negativer PCR-Test vorgelegt werden, der maximal 72 Stunden alt ist. Ausnahme: Kinder unter zwei Jahren.

Um eine Kontaktverfolgung gewährleisten zu können, müssen über den Luftweg in das südwesteuropäische Land einreisende Passagiere anhand eines „Passenger Locator“-Formulars Angaben unter anderem zum Zielort und zur Erreichbarkeit während des Aufenthalts machen. Zudem wird am Flughafen per Infrarotkameras die Körpertemperatur gemessen. Übersteigt diese 38 Grad, müssen Reisende mit weiteren Untersuchungen und Quarantäne rechnen.

Für die Azoren und Madeira gelten andere Regelungen: So wird bei der Einreise ein negativer Corona-Test verlangt, der nicht älter als 72 Stunden ist. Wer keinen Test hat, kann ihn bei der Ankunft machen und muss bis zum Testergebnis in Quarantäne bleiben.

Corona-Versicherung für Portugal-Reisende

Was beinhaltet die Versicherung?

Da Portugal stark auf den Tourismus angewiesen ist, bietet das Land Reisenden gegen Gebühr nun auch eine Corona-Versicherung an – in Kooperation mit der Firma Bónus Seguros. Die Versicherung greift bei „unvorhergesehenen Ereignissen im Zusammenhang mit Covid-19“ und ermöglicht Rückerstattungen bei Flugstornierungen oder -unterbrechungen, heißt es auf der portugiesisch- bzw. englischsprachigen Webseite von Portugal Travel Insurance. Beim genaueren Blick auf die enthaltenen Leistungen fällt allerdings auf, dass diese recht allgemein gehalten sind. So wird beispielsweise eine Unterstützung bei Gepäckdiebstahl in Portugal zugesichert – was mit Covid-19 nichts zu tun hat.

Relevanter für Urlauber sind die unter dem Punkt „Vollständige Deckung bei unvorhersehbaren Situationen“ vermerkten Leistungen. Im Krankheitsfall bietet die Versicherung eine Deckung der…

  • … Arzt- und Krankenhauskosten in Portugal
  • … Kosten für die Nachsorge bei einem Krankenhausaufenthalt
  • … Rückreisekosten im Fall einer Krankheit oder eines Unfalls

Die Preise der Corona-Versicherung für Portugal

Die Kosten für die Versicherung richten sich nach der Dauer des Aufenthalts in Portugal.

  • bis zu 10 Tagen: 37,20 Euro pro Person
  • 10 bis 15 Tage: 43,20 Euro pro Person
  • 16 bis 30 Tage: 48,20 Euro pro Person
  • 30 bis 60 Tage: 65,20 Euro pro Person

Corona in Portugal – Neuinfektionsraten weiterhin stark rückläufig

„Die Regierung trägt die Verantwortung für die Situation“

„Ich erlebe die Situation in Portugal zwar derzeit nur aus der Ferne, allerdings stehe ich im regelmäßigen Austausch mit meiner dort lebenden Familie. Meine Mutter verlässt das Haus zurzeit gar nicht. Ich erledige aus Deutschland für die per Online-Shopping die wichtigsten Einkäufe. Die Verwandtschaft hat sie seit dem Sommer nicht mehr getroffen. Doch nicht alle Portugiesen hielten sich derart streng an das Gebot, die Kontakte zu beschränken. Vor allem an Weihnachten und Silvester trafen sich viele Familien. Die Folgen dessen zeigten sich in den sehr hohen Infektionszahlen. Kritisch muss man das zögerliche Handeln der portugiesischen Regierung in den vergangenen Monaten betrachten. Um die Wirtschaft des Landes nicht noch tiefer in die Krise zu stürzen, entschloss man sich viel zu spät zum harten Lockdown. Dieser scheint jetzt zumindest erste positive Effekte zu erzielen.“ – Nuno Alves, Editorial Director TRAVELBOOK

Mit Material von Reuters

Quellen

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