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Das Rätsel um die „Zone der Stille“ in Mexiko

Das Rätsel um die „Zone der Stille“ in Mexiko

Seit 1966 heißt die Region, die sich über die mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila und Durango erstreckt, Zona del Silencio
Foto:
Wikimedia Commons/Cryptocône/CC-BY-SA-3.0
/ CC-BY-SA-2.0

Als im Juli 1970 die mysteriösen Männer auftauchten, war in Bolsón de Mapimí nichts mehr wie zuvor. Kurz vor dem Eintreffen der Fremden hatte der Himmel plötzlich scheinbar in Flammen gestanden, offenbar war etwas in der Wüste im Norden Mexikos abgestürzt. Einheimische wurden angeheuert, ein Trupp zusammengestellt. So begann unter strengster Geheimhaltung eine Suche zu Land und in der Luft, die drei Wochen lang andauern sollte. Immer wieder fuhren Lastwagen, die Steine, Sand oder auch Tiere und Pflanzen abtransportierten – doch zu welchem Zweck? Was war in der Zona del Silencio in Mexiko, der „Zone der Stille“, passiert?

Das Rätsel um die „Zone der Stille“ in Mexiko

Die Chihuahua-Wüste in MexikoFoto: Getty Images

Die Ereignisse aus dem Jahr 1970 waren maßgeblich für die Legendenbildung um die Region, die sich über die mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Durango und Coahuila erstreckt. Schon der Name, „Zone der Stille“, birgt etwas Geheimnisvolles. Er geht zurück auf den Ingenieur Augusto Harry de la Peña, der 1966 in der Gegend eine Stelle entdeckt haben will, wo sein Funkgerät plötzlich keinen Empfang hat.

Ob daran tatsächlich der Ort schuld war oder vielleicht das Gerät schlichtweg kaputt war, sei dahingestellt. Es war eine der ersten vermeintlichen Anomalien, die in der Gegend beobachtet wurden. Und der Absturz des für die nichts ahnende Bevölkerung zunächst unbekannten Flugobjekts trug schließlich endgültig dazu bei, dass die Zona del Silencio als eine Art Ort galt, wo sich übernatürliche Dinge abspielten.

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Plötzlich fiel eine Rakete vom Himmel

Immer wieder rätselte man, was es gewesen sein könne, das damals in der Wüste von Mapimí abgestürzt war. Natürlich machten auch UFO-Geschichten die Runde. Tatsächlich handelte es sich bei dem Objekt, welches damals über der Zona del Silencio niederging, um eine Rakete, abgeschossen vom US-amerikanischen Stützpunkt Green River in Utah. An Bord waren zwei kleine Container, in denen sich Cobalt 57 befand, ein radioaktives Material. Die Rakete hätte eigentlich kontrolliert in White Sands, New Mexico, landen sollen, doch stattdessen fiel sie über der Zona del Silencio plötzlich vom Himmel.

Doch obgleich es sich dann doch nicht um ein UFO handelte, wie einige glaubten, sah man plötzlich im Grund für den Absturz etwas Rätselhaftes. War etwa ein mysteriöses Magnetfeld schuld? Befürworter dieser Theorie fühlten sich durch die Tatsache bestätigt, dass sich die Zone auf demselben geografischen Breitengrad befindet wie das Bermuda-Dreieck oder die Pyramiden von Gizeh.

Ein Felsen, der Flugobjekte vom Kurs abbringen kann?

Schnell machten auch Berichte von Radiosignalen die Runde, die sich hier angeblich auf einmal verlieren würden. Von stehengebliebenen Uhren und Kompassnadeln, die ohne ersichtlichen Grund nicht mehr nach Norden zeigten, von Autos, die nicht mehr starteten. Auch von mutierten Insekten und Pflanzen war die Rede.

Manche glauben, ein stark eisenhaltiger Meteorit, der vor Tausenden Jahren hier eingeschlagen sei, habe die Bildung eines starken elektromagnetischen Feldes begünstigt. Fakt ist, dass in der Zona del Silencio jährlich Hunderte Meteoriten niedergehen.

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Der Biologe Carlos René Delgado erklärte laut der mexikanischen Zeitung „Zócalo de Saltillo“, der Bolsón de Mapimí, heute ein Naturschutzgebiet, zeichne sich tatsächlich durch einen starken Magnetismus aus. Wenn man mit einem Magneten über den Boden gehe, blieben zahlreiche Steine und sogar Sand daran hängen. Auch glauben manche, der Cerro San Ignacio, ein kleiner Berg in der Region, könne durch seine magnetische Strahlung sogar Flugzeuge vom Kurs abbringen. Oder eben auch eine Rakete.

„Zone der Stille“ in Mexiko ein Landeplatz für UFOs?

Sergio Herrera, Touristenführer des heutigen Biosphären-Reservats, behauptet in der mexikanischen Zeitung „Vanguardia“ sogar, mit eigenen Augen merkwürdige Dinge in der Zona del Silencio gesehen zu haben. So habe sich ein seltsames Licht einige Zeit neben seinem Auto herbewegt, um dann plötzlich zu verschwinden. „Ich hielt an und das Licht verschwand, aber nach etwa 100 Metern war es wieder da.“ Ein anderes Mal habe er ein silbernes Leuchten gesehen: „Plötzlich tauchten vor uns sechs Lichter auf und schwebten paarweise. Dann schossen sie auf einmal an uns vorbei und waren verschwunden.“ Ein Beweis für merkwürdige Aktivitäten in der Zona del Silencio? Herrera sagte „Vanguardia“ auch, man habe ihn schon oft bestechen wollen, damit er von fliegenden, tonnenschweren Schildkröten erzähle, von fleischfressenden Pflanzen – oder dass die Zone ein Landeplatz für UFOs sei.

Ein andere Geschichte wiederum bestätigt Herrera: So habe tatsächlich an einer gewissen Stelle in der Wüste plötzlich das Radio eines amerikanischen Ölsuchers aufgehört zu funktionieren. Auch habe sich die Batterie seiner Kamera von selbst entladen. Und Reporter der „Vanguardia“ machten die Erfahrung, dass ihr Wagen nach einem Halt am Cerro San Ignacio plötzlich nicht mehr funktionierte.

Mit derartigen Meldungen und Spekulationen um fliegende Untertassen vervielfachte sich auch die Zahl der Touristen, die sich für den Bolsón de Mapimí interessierten. Esoteriker kamen, die glaubten, hier tatsächlich Kontakt mit Außerirdischen aufnehmen zu können.

Schließung aufgrund von Touristenströmen

Doch durch die vielen Besucher wurden Flora und Fauna schwer in Mitleidenschaft gezogen, fossile Relikte, die man dort zahlreich findet, wurden geplündert und verkauft. Die vom Aussterben bedrohten Wüstenschildkröten verschleppte man als Haustiere – obwohl die Region bereits seit 1974 ein Biosphären-Reservat ist.

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2001 wurde der Park aufgrund der immensen Touristenströme sogar für zwei Jahre geschlossen, um die Tier- und Pflanzenwelt zu schützen. 15 Tonnen Müll wurden aus der Wüste weggeschafft.

Quellen

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