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Die bizarre Geschichte des schwimmenden Hotels, das in Nordkorea verrottet

Die bizarre Geschichte des schwimmenden Hotels, das in Nordkorea verrottet

Das Barrier Reef Floating Resort war das erste schwimmende Hotel der Welt. Einst als Sensation gefeiert, musst es im Laufe seiner Existenz bereits mehrfach umziehen.Foto: Getty Images

1988 eröffnet 70 Kilometer entfernt von der australischen Stadt Townsville das damals wohl futuristischste Hotel der Welt. Das Barrier Reef Floating Resort ist sieben Stockwerke hoch, hat 200 Zimme – und treibt mitten auf dem Ozean. Es ist damit das erste schwimmende Hotel überhaupt und ist für kurze Zeit eine absolute Touristensensation.

Laut der australischen Nachrichtenseite „Traveller“ bekommt das Hotel seinen Namen, weil es direkt über dem Korallen-Paradies des Great Barrier Riffs schwimmt. Das Haus protzt mit mehreren Restaurants, einem eigenen Nachtclub, Tenniscourt sowie einem Landeplatz für Helikopter. Der wird mitunter auch genutzt, um vom Festland Pizza einfliegen zu lassen.

Ein Traum wird Wirklichkeit

Das Barrier Reef Floating Resort ist die Erfüllung des Traums eines einzelnen Mannes. Die Rede ist von dem italienischen Einwanderer Doug Tarca, der zunächst Gäste mit Katamaranen auf das Great Barrier Riff fährt, um ihnen dessen Schönheit zu zeigen. Irgendwann kommt ihm eine kühne Idee: Was wäre, wenn man über dem legendären Korallenriff auch gleich übernachten könnte? Tarca spricht mit der Stadt Townsville und diversen Investoren. In den Jahren 1987-88 nimmt seine Vision Gestalt an.

Gebaut wird das Barrier Reef Floating Resort in Singapur, weswegen es vor seiner Eröffnung schon einmal eine 5000 Kilometer lange Seereise nach Australien antreten muss. Die Kosten des schwimmenden Palastes liegen damals bei 40 Millionen Dollar. Im März 1988 öffnet das schwimmende Hotel dann seine Pforten für die ersten Gäste. Zu dieser Zeit ahnt noch niemand, dass Tarcas Traum bereits ein Jahr später wieder ausgeträumt sein wird.

Die bizarre Geschichte des schwimmenden Hotels, das in Nordkorea verrottet

Auf dem Barrier Reef Floating Resort genossen Gäste alle Annehmlichkeiten – wenn sie denn wegen des oft starken Seeganges überhaupt hinkamenFoto: Getty Images

Schon bevor das Hotel für Besucher öffnet, wird es laut „ABC News“ von einem Zyklon getroffen. Viele Gäste kommen zudem bereits seekrank auf dem Barrier Reef Floating Resort an. Denn die Reise von Townsville aus mit dem Wassertaxi ist wegen des starken Wellengangs nichts für schwache Mägen. Nicht selten können Boote wegen schlechten Wetter überhaupt nicht vom Festland zum Hotel aufbrechen.

Umzug nach Vietnam

Und so ebbt die Begeisterung für das Barrier Reef Floating Resort genauso schnell ab, wie sie gekommen ist. Bereits 1989 sind die Investoren gezwungen, das Haus zu verkaufen. Das erste schwimmende Hotel der Welt geht auf eine weitere Seereise. Ziel ist diesmal Ho Chi Minh-Stadt in Vietnam. Erneut legt das einstige Prestige-Objekt knapp 5000 Kilometer zurück. Vietnam möchte sich damals für den westlichen Tourismus öffnen, das Barrier Reef Floating Resort soll der Aufhänger dafür sein.

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Wiedereröffnet auf dem Saigon-Fluss als Saigon Floating Hotel, wird es tatsächlich noch einmal ein beliebtes Haus für Touristen, beherbergt unter anderem gleich zwei Nachtclubs. Doch auch diese Erfolgsgeschichte währt nur bis 1997. Dann sind auch die neuen Eigentümer aus finanziellen Gründen gezwungen, den „Floater“, wie das Hotel mittlerweile liebevoll genannt wird, zu verkaufen.

Ein drittes und vorerst letztes Mal macht sich das ehemalige Barrier Reef Floating Resort also auf den Weg in eine neue Heimat. Und die könnte, zumindest aus heutiger Sicht, absurder nicht sein.

Endstation Nordkorea?

Denn seitdem liegt das Schiff in Nordkorea vor Anker, in einem Hafen in der Nähe des Kumgang-Berges. Aus damaliger Sicht war der Kauf durchaus eine hoffnungsvolle Maßnahme, denn 1998 näherten sich der Norden und der Süden Koreas einander gerade wieder an.

Mit dem Barrier Reef Floating Resort als Trumpf wollte man nun vor allem südkoreanische Touristen, aber auch Gäste aus der ganzen Welt nach Nordkorea locken. Ein Plan, der zunächst sogar aufzugehen schien. Laut der Nachrichtenseite „Vice“ war das Hotel durchaus beliebt und gut besucht. Doch 2008 erschießt ein nordkoreanischer Wachmann eine südkoreanische Touristin. Die Reisen in die Region des Kumgang-Berges werden daraufhin wieder eingestellt.

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Seitdem verschlechterten sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Das autoritär regierte Nordkorea gilt heute als eines der am meisten abgeschotteten Länder der Welt. Heute wird es wohl nicht mehr als Unterbringung für Touristen genutzt. Angeblich soll sogar Diktator King-Jong Un „Vice“ zufolge persönlich die Verschrottung des mehr als 30 Jahren alten Barrier Reef Floating Resort angeordnet haben. Augenzeugen zufolge, die mit der Zeitung sprachen, steht es aber aktuell noch. Und wer weiß, vielleicht geht es ja doch irgendwann noch einmal auf eine weitere Seereise.

Quellen

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