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Ein Fehler beim Corona-Test, der Ihnen den Flug vermiesen kann

Ein Fehler beim Corona-Test, der Ihnen den Flug vermiesen kann

Reisende brauchen meist einen negativen Corona-Test schon vor dem Flug. Aber nicht jeder wird überall akzeptiert.Foto: dpa picture Alliance

Eine Flugreise läuft mittlerweile völlig anders ab als noch vor zwei Jahren. So muss man nicht nur bereits am Flughafen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, sondern kommt überhaupt nur an Bord eines Flugzeugs, wenn man bestimmte Kriterien erfüllt. Wer nicht bereits eine Covid-19-Infektion überstanden hat und vollständig genesen ist oder bereits als geimpft gilt, dem bleibt nur die dritte Option: der Nachweis eines aktuellen negativen Corona-Tests.

Dass ein einfacher Selbsttest für zu Hause nicht ausreicht, dürfte den meisten klar sein. Aber hätten Sie gewusst, dass selbst ein PCR-Test, der hierzulande zum Beispiel für den Besuch eines Restaurants vorgelegt werden muss, keine Garantie zum Antreten des Fluges ist? Tatsächlich nämlich verlangen einige Länder eine bestimmte Art von Corona-Test vor einem Flug. Und zwar den sogenannten Real-Time-PCR-Test, kurz: RT-PCR-Test. Dieses „Echtzeit“-Verfahren erlaubt es einem Bericht der „Pharmazeutischen Zeitung“ zufolge, „nicht nur qualitative, sondern auch quantitative Aussagen zu machen, also den Virusgehalt in der Probe zu ermitteln“. Dadurch gilt das Verfahren als zuverlässiger als ein einfacher PCR-Test.

Welcher Corona-Test vor dem Flug?

Welche Art von Corona-Test Sie für welches Land benötigen, erfahren Sie meist auf der Webseite Ihrer Airline. So kann man etwa bei der deutschen Lufthansa die Anforderungen an den Testnachweis für Reiseziele außerhalb Deutschlands nach Eingabe von Ab- und Zielflughafen abfragen. Wer etwa nach Lissabon fliegt, erfährt, dass Passagiere nach Portugal „ein gültiges negatives COVID-19 RT-PCR Test Resultat“ benötigen. Wer dagegen Barcelona als Flugziel eingibt, braucht „ein negatives COVID-19 PCR oder TMA Testresultat“. Beim TMA-Test handelt es sich um einen in Spanien entwickelten Molekular-Test, der ebenfalls als sehr zuverlässig gilt.

Auch andere Airlines bieten Übersichtsseiten mit Informationen zu den Einreisebestimmungen der jeweiligen Zielländer. Bei Ryanair gibt es die Infos in englischer Sprache in Form einer Länderliste, bei Easyjet ebenfalls, allerdings eher mit weiterführenden Links zu den Bestimmungen der Länder. „Es liegt in deiner Verantwortung, die relevanten Websites der lokalen Behörden zu prüfen und alle Einreisebestimmungen einzuhalten“, heißt es dort.

Infos beim Auswärtigen Amt nicht immer verlässlich

Achtung: In den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts (AA) steht nicht immer die korrekte Angabe, welche Art von Test man jeweils braucht. So liest man etwa in den Hinweisen zu Portugal mit Stand vom 26. Mai 2021: „Ein negativer PCR-Test (kein Schnelltest) ist erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden vor Abflug erfolgt und gegenüber der Fluggesellschaft nachzuweisen ist.“ Dass man sich auf die Angaben vom AA bzgl. des erforderlichen Corona-Tests vor einem Flug nicht immer verlassen kann, wie folgende aktuelle Schilderung einer Reisenden zeigt:

Falscher Corona-Test vor dem Flug – ein Erfahrungsbericht

„Zwei Tage vor meinem Abflug nach Lissabon habe ich mich, entsprechend den Hinweisen des Auswärtigen Amtes, bei einer offiziellen Teststelle testen lassen. Das negative Ergebnis hatte ich einen Tag vorher vorliegen. Die erste Hürde des Reisens während Corona war genommen, so dachte ich.

Am Abflugtag am Check-in-Schalter kündigte sich dann an, dass ich mich getäuscht hatte. Eine Dame, die ebenfalls nach Lissabon fliegen wollte, durfte nicht einchecken. Der Grund: Sie konnte keinen ‘RT-PCR-Test‘ vorweisen. Ich wurde stutzig, da ich den Begriff vorher noch nie gehört hatte. Die Mitarbeiterin, der ich meinen Personalausweis, meinen Einreise-QR-Code und meinen negativen Test vorlegte, war glücklicherweise weniger enthusiastisch am Werk. Sie fragte mich mit einem raschen Blick auf meinen Test nur, ob es ein PCR-Test sei. Nachdem ich wahrheitsgemäß ‘Ja‘ gesagt hatte, checkte sie meinen Koffer durch. Anschließend gab sie mir meine Papiere zurück und stellte mir einen kleinen Zettel aus. Auf diesem war zu lesen, dass sowohl QR-Code als auch PCR-Test ‘OK‘ seien. Das ungute Gefühl verließ mich zunächst wieder, es schien alles seine Richtigkeit zu haben.

Am Boarding-Schalter folgte dann das böse Erwachen: Ein junger Mann, nur ein paar Meter vor mir, durfte das Flugzeug nicht betreten. Denn er konnte keinen RT-PCR-, sondern nur einen ‘normalen‘ PCR-Test vorweisen. Wieder dieses Wort! Panisch sah ich auf meinem Test nach: Ebenfalls kein ‘RT‘ zu lesen. Ich begann zu googeln, fand auf die aber Schnelle nur heraus, dass es sich dabei um einen Real-Time-PCR-Test handelt. Was das bedeutet und wo man so einen herbekommt, fand ich nicht heraus. Ein Blick auf die Webseite meines Testzentrums in Berlin ergab: Auch dort wurde ein RT-PCR-Test nicht angeboten.

Ich hatte noch etwa vier Meter bis zum Einstieg. Dank der hitzigen Diskussion zwischen dem abgewiesenen Fluggast und dem Flughafenmitarbeiter blieb mir noch etwas Zeit, um fieberhaft zu überlegen. Wie kann ich trotz fehlendem Real-Time-Ergebnis an Bord der Maschine gelangen? Innerlich bereitete ich mich schon auf eine Argumentation vor. Doch wie sich herausstellte, war das gar nicht nötig. Denn das kleine Zettelchen, das ich beim Check-in erhalten hatte, sollte meine Rettung sein. Zusammen mit meinem Personalausweis reichte es, um den Schalter zu passieren. Ich hatte wortwörtlich Glück im Unglück gehabt!

Das Sprichwort ‘Lesen bildet‘ hat seitdem für mich an Bedeutung gewonnen. Im Flugzeug las ich mir die Richtlinien von Ryanair und anderen Fluggesellschaften durch und stieß plötzlich überall auf das Wort RT-PCR-Test. Die Moral dieser Horror-Reisegeschichte: Ich verlasse mich nie wieder nur auf eine offizielle Webseite – und frage von nun an vor einem Flug immer explizit nach einem RT-PCR-Test. Nur um sicherzugehen.“

Quellen

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