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Erste schwangere Mumie der Welt entdeckt

Erste schwangere Mumie der Welt entdeckt

Die Mumie, die von Warschauer Wissenschaftlern untersucht wurde, ist die erste ihrer ArtFoto: Warsaw Mummy Project

Die Überraschung bei dem Forscherteam des „Warsaw Mummy Projects“ dürfte groß gewesen sein, als sie die im Warschauer Museum gelagerte Mumie untersuchten. Ging man doch bislang davon aus, dass es sich bei dem balsamierten Körper um einen Mann handelte. Stattdessen stellte sich bei der radiologischen Untersuchung der antiken Mumie heraus: Vor ihnen lag eine Frau im Alter von 20 bis 30 Jahren, die zudem auch noch schwanger war. Der Fötus soll zum Zeitpunkt des Todes der Frau etwa 26 bis 30 Wochen alt gewesen sein. „Dieser Fund ist der einzige bekannte Fall einer einbalsamierten schwangeren Person“, heißt es in einem von den Wissenschaftlern veröffentlichen Artikel.

Die Mumie, die angeblich in den königlichen Gräbern in Theben gefunden wurde, wurde bereits im Jahr 1826 an die Universität Warschau gespendet. Später mutmaßten Wissenschaftler, dass es sich bei der Mumie um einen Mann handelte: den Priester Hor-Djehuti. Dieser Fehler geht mutmaßlich darauf zurück, dass die Überreste in einem falschen Sarkophag lagen.

Erste schwangere Mumie der Welt entdeckt

Das Forschungsteam macht unter anderem Röntgenaufnahmen und CT-Scans der MumienFoto: Warsaw Mummy Project

Warschauer Mumie liefert wichtige Anhaltspunkte

„Das ist unser wichtigstes und bedeutendstes Ergebnis bisher“, sagte Teammitglied Wojciech Ejsmond von der Polnischen Akademie der Wissenschaften gegenüber AP. Es sei eine „totale Überraschung“ gewesen. In den nächsten Wochen wolle man die mysteriöse Frau, die etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. starb, weiter untersuchen. Schon jetzt liefere die Mumie neue Anhaltspunkte über Schwangerschaften in der Antike und altägyptische Bestattungssitten.

Das Warsaw Mummy Project wurde 2015 von Archäologen der Universität Warschau initiiert. Ziel des Projekts ist es, menschliche und tierische Mumien aus dem Nationalmuseum in Warschau neu zu untersuchen. Dabei führen die Wissenschaftler CT-Scans und Röntgenaufnahmen, aber auch Laboruntersuchungen durch. Auf der Website des Projekts können Interessierte digital ebenfalls die Mumien scannen.

Quellen

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