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Touristen klauten vor 25 Jahren Sand von italienischer Insel – und schicken ihn jetzt zurück

Touristen klauten vor 25 Jahren Sand von italienischer Insel – und schicken ihn jetzt zurück

Rosa leuchtet der Sand auf BudelliFoto: Getty Images

„Würden Sie uns helfen, ihn nach Budelli zurückzubringen? Wir haben ihn vor 25 Jahren ausgeliehen. Vielen Dank.“ Diese Worte standen auf einer Plastiktüte, die jemand an den Nationalpark La Maddalena geschickt hat, zu dem die kleine Insel gehört. Der Inhalt: Ein paar Handvoll des rosa Sandes, für den Budelli bekannt ist.

Mauro Morandi (81), der sich seit mehr als 30 Jahren um die Insel kümmert und diese bald verlassen muss, hat am Donnerstag auf seinem Facebook-Account ein Foto von eben dieser Plastiktüte gepostet. Wer der Absender ist, ist unbekannt, denn das Päckchen war anonym versendet worden. Auf weiteren Fotos ist zu sehen, wie Morandi den Sand gemeinsam mit dem Direktor des Nationalparks La Maddalena öffnet und am Strand von Budelli verteilt.

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Rosa Sand von Budelli ist sehr beliebt

Seit der Gründung des Nationalparks im Jahr 1994 ist es strikt verboten, Budelli zu betreten, vor der Insel zu ankern und zu baden. Morandi war im Jahr 1989 mit einem Katamaran zufällig auf der Insel gelandet, er hatte eigentlich nach Polynesien segeln wollen. Zwar längst nicht an seinem eigentlichen Ziel angekommen, begeisterte ihn die kleine Insel dennoch sehr, denn sie wies viele Parallelen zu seinem ersehnten Traumziel auf. Von dem damaligen Wärter erfuhr er, dass dieser nur noch zwei Tage auf der Insel arbeiten würde und fasste kurzerhand einen Entschluss. „Ich habe entschieden, seinen Posten zu übernehmen und bin geblieben“, erzählte er einst im Gespräch mit TRAVELBOOK.

Seither lebte er ganz alleine auf der Insel, kümmerte sich darum, dass Urlauber nicht illegal nach Budelli kamen. Diverse Male ist das dennoch passiert, wie Morandi auf seinem Facebook-Account immer wieder anhand von Fotos dokumentierte. Bei einem dieser illegalen Besuche hat also jemand sogar Sand von Budelli mitgehen lassen und jetzt, 25 Jahre später, reumütig zurückgeschickt.

Offenbar war es nicht der einzige „Diebstahl“ dieser Art, wie der Kommentar eines Italieners unter den Fotos von Morandi bei Facebook zeigt. Er schreibt: „Auch ich ‘gebe zu‘, vor vielen Jahren eine kleine Flasche rosa Sand mitgenommen zu haben, aber letztes Jahr habe ich es durch die Vereinigung „Sardegna Rubata e Depredata“ (z. Dt.: „Bestohlenes und geplündertes Sardinien“, Anm. d. Red.) geschafft, den Sand wieder an seinen Platz zu bringen.“

Es sind die letzten Tage von Morandi auf Budelli

Mehrfach wollten die Behörden Morandi nach der Gründung des Nationalparks schon vertreiben, doch nach einer Petition mit 18.000 Unterschriften hatte er zunächst bleiben dürfen. Aber damit ist nun endgültig Schluss, denn man drohte Morandi bereits mit einer Räumungsklage. Dieser Tage wird er Budelli verlassen und auf La Maddalena zur Miete wohnen, wie er selbst auf seinem Facebook-Account mitteilte. Viele seiner Follower äußerten sich besorgt und fragen sich, was nun aus Budelli werden wird, ohne ihren langjährigen Beschützer.

Quellen

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