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Trotz Corona! Flixtrain plant erste Nachtzugverbindung

Trotz Corona! Flixtrain plant erste Nachtzugverbindung

Die Flixtrain-Züge sind bald wieder deutschlandweit auf den Schienen zu sehen Foto: dpa picture alliance

Beim Bahn-Konkurrent Flixtrain stehen alle Zeichen auf „Neustart“. Nachdem die grünen Züge, im Gegensatz zu denen von der DB, über mehrere Monate komplett still gestanden hatten, wurde nun der Starttermin offiziell bekannt gegeben. Schon am 20. Mai starten wieder die Strecken Berlin – Köln und Hamburg – Köln. Am 27. Mai folgt Berlin – Leipzig – Hamburg und ab 18. Juni folgen München – Frankfurt und Berlin – Stuttgart. Damit sind die ersten Strecken schon zum Pfingstwochenende wieder buchbar. „Wir denken, dass die Nachfrage an Pfingsten wieder da sein wird, gehen aber erstmal davon aus, dass die Züge nicht komplett ausgelastet sein werden“, betont Schwämmlein gegenüber TRAVELBOOK.

Neben neuen Zügen (TRAVELBOOK berichtete) wird es auch schnellere Verbindungen geben. Bis zu einer Stunde Fahrtzeit können Reisende laut Flixtrain auf den Routen beim Neustart sparen. Wurden nicht nur die Züge erneuert, sondern auch die Loks? Nein, erklärt Schwämmlein. „Unsere Züge fahren in der Spitze immer noch etwa 200 km/h – allerdings können die Trassen nun effektiver für uns genutzt werden.“ So spare man sich die Wartezeiten, die die Flixtrain-Passagiere in der Vergangenheit häufig erlebten.

Erste Nachtzugverbindung von Flixtrain ab Juni

Im Juni startet Flixtrain außerdem mit einem Novum: der ersten Nachtzugverbindung des Unternehmens. Schon am 17. Juni soll die Nachtstrecke Hamburg – Berlin – München starten. Die Züge starten aus Richtung Hamburg um 19.49 und kommen um 5.59 Uhr morgens in München an. Aus München geht die Fahrt später los. Hier fahren die Züge um 23.54 Uhr ab und kommen um 10:09 Uhr in Hamburg wieder an.

Für Schwämmlein war es der nächste logische Schritt, auf Nachtzüge zu setzen: „Wenn wir uns auf der Schiene dauerhaft als Wettbewerber zum Flugverkehr etablieren wollen, muss man auch an Nachtzüge denken. Deswegen gibt es ja auch schon verschiedene Unternehmen (z.B. ÖBB Nightjet, EuroNight Kálmán Imre, Anm. d. Red) – allerdings fahren bislang hauptsächlich Schlafwagen. Das ist zwar ein cooles Produkt, eine spannende Erfahrung, aber auf Dauer wird es eine Nische bleiben, da die Ticketpreise zu hoch sind“.

Deswegen sieht Schwämmlein noch eine weitere Nische: Nachtzüge, in denen man günstig reisen kann. Möglich wird das, indem man den Kunden weniger Komfort bietet. In diesem Fall konkret: Keine Schlafwagen, sondern nur die normalen Sitze. Ein Konzept, das zunächst schwierig wirkt, aber bei den Fernbussen, die oft auch nachts fahren, bereits erfolgreich von Flixmobility umgesetzt wurde. Deswegen setze man auch in die Nachtzüge Hoffnungen – auch wenn es zunächst ein „Experiment“ sei.

„Nachhaltige Verkehrsmittel müssten Kurzstreckenflüge ersetzen“

Nicht nur in Deutschland ist man bei dem grün-weißen Unternehmen in Experimentier-Laune. Auch europaweit probiere man sich aktuell aus, etwa in Schweden, wo das Unternehmen vor einigen Wochen die erste Zugverbindung aufgenommen hatte. Dort sei der Markt für die Schiene besonders offen und damit habe es gute Bedingungen gegeben. Außerdem handele es sich hier um eine Region, in der Züge aufgrund der größeren Entfernungen sinnvoller seien als die sonst oft eingesetzten Flixbusse.

Aus diesem Grund sind hier auch Kurzstreckenflüge von größerer Bedeutung. So eröffnete erst kürzlich der irische Billigflieger Ryanair eine Strecke zwischen Stockholm und Göteborg. Doch gerade die Kurzstrecken sind ein Dorn im Auge Schwämmleins und etwas, das man möglichst unattraktiv für die Reisenden machen möchte. „Wenn die Mobilitätswende gelingen soll, müssen Kurzstreckenflüge durch nachhaltige Verkehrsmittel wie Zug oder Bus ersetzt werden. Wir möchten ein so attraktives Angebot haben, dass Leute freiwillig umsteigen.“

Zu dieser Attraktivität zählen auch günstige Preise. Damit diese auch dauerhaft gehalten werden können, fordert Schwämmlein, dass die Trassenpreise dauerhaft gesenkt werden müssen. „So ist es etwa in Schweden: Dort fließt das Geld auch in die Infrastruktur und nicht in den Betreiber“, erklärt er. Aktuell gibt es bereits diesen Ansatz, jedoch nur als vorübergehende Corona-Hilfe der EU. Wie sich dauerhaft die Lage entwickelt, ist indes weiter ungewiss.

Quellen

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