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Was passieren kann, wenn man im Hotel etwas mitgehen lässt

Was passieren kann, wenn man im Hotel etwas mitgehen lässt

Ein Extra-Koffer für die vermeintlichen Souvenirs aus dem Hotel? Keine gute Idee! Selbst das Klopapier ist Eigentum des Hotels – nehmen Sie es mit, machen Sie sich des Diebstahls strafbarFoto: Getty Images

Wer im Urlaub im Hotel unterkommt, wird eventuell schonmal versucht gewesen sein, die flauschigen Bademäntel oder Handtücher mit nach Hause zu nehmen. Zumindest sind das die Dinge, die laut einer Umfrage des Wellness-Guides „Wellness Heaven“ am häufigsten entwendet werden. Danach folgen Kleiderbügel, Stifte, Besteck und Kosmetik. Dabei kommt es in 5-Sterne-Hotels auch durchaus vor, dass z.B Kunstwerke oder Fernseher mitgenommen werden. Hierbei handelt es sich dann eindeutig um einen Diebstahl – und dadurch auch um einen massiven Verlust für das Hotel.

Grundsätzlich schätzt der Hotelverband Deutschland (IHA), dass den Betreibern durch den Diebstahl ein Schaden in Millionenhöhe entsteht. „Gestohlen wurde wohl schon so ziemlich alles, von duftenden Seifen, exklusiven Shampoos, bequemen Hausschuhen, über Kissen und Bettwäsche bis hin zum Toilettensitz und Fernseher, Lampen und Pflanzen, Wandgemälden oder Glühbirnen“, sagte ein Sprecher TRAVELBOOK.

Was passieren kann, wenn man im Hotel etwas mitgehen lässt

Streng genommen dürfte man nicht mal die kleinen Kosmetik-Fläschchen aus dem Bad mitnehmenFoto: Getty Images

Darf man Kleinigkeiten wie Duschgel mitnehmen?

Da gehen die Meinungen auseinander. Laut IHA gehören selbst kleine Dinge wie Seifen, Shampoos und Cremes zur Hotelausstattung. Sie sind zur Benutzung während des Aufenthaltes vorgesehen – nicht als kostenlose Souvenirs. In der Realität sind Hoteliers aber in der Regel bei kleineren Gebrauchsgegenständen kulant. „Kugelschreiber, Notizblock, Bade-Amenities und auch die Badeschuhe sind Dinge, die der Gast mitnehmen kann“, sagt Anne Heußner, die mit ihrer PR-Agentur Primo viele Hotels an der Nord- und Ostseeküste betreut. 

Bei Handtüchern und Bademänteln drücken viele Hoteliers in der Regel noch ein Auge zu. Gerade in Wellnesshotels, wo zusätzliche Handtücher und Bademäntel im Spa-Bereich ausgegeben werden, ist die Lage ohnehin unübersichtlich. So nehmen manche Gäste die Spa-Handtücher mit aufs Zimmer. Andere lassen sie im Wellnessbereich zurück oder nutzen auf Nachfrage noch ein zweites.

Diebstahl schwierig nachzuweisen

Im Nachhinein lässt sich also kaum noch feststellen, durch wen und wann genau ein Gegenstand tatsächlich entwendet wurde. Auch lassen etwa viele Gäste beim Check-out die Zimmertür offen stehen, sodass bis zur nächsten Kontrolle jederzeit jemand das Zimmer betreten und etwas herausnehmen könnte.

„Die Frage ist: Wer war es wirklich? Wie wollen Sie beweisen, ob der Gast es wirklich war?“, sagt der Sprecher eines großen deutschen Hotelunternehmens, das nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit TRAVELBOOK. Früher habe man den einen oder anderen Gast noch angeschrieben, wenn etwas fehlte. „Aber der Aufwand lohnt sich nicht.“

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Diebstahl ist ein Kostenfaktor für Hotels

Der IHA empfiehlt, auch bei kleineren Gegenständen besser vorher nachzufragen, ob sie zum Mitnehmen gedacht sind. Denn ein Diebstahl von Gegenständen im Hotel ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat. Zu einer Anzeige kommt es allerdings äußerst selten. Meist würden Fälle von Diebstahl eher diskret behandelt, wie Maximilian Bosse, Chef des Hotels Essener Hof, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ verriet. „Da wird nicht die Polizei gerufen, sondern ein Brief geschrieben mit dem Inhalt: Sie haben den Bademantel vermutlich irrtümlich eingesteckt und können ihn zurückschicken oder auch kaufen.“

Denn tatsächlich kann das regelmäßige Ersetzen von Bademänteln durchaus ein erheblicher Kostenfaktor sein. Folge: Viele Unterkünfte stellen sie ihren Gästen gar nicht mehr zur Verfügung. Dabei gibt es auch noch eine ganz andere Möglichkeit, wenn man den flauschigen Bademantel unbedingt mit nach Hause nehmen möchte. Denn um Langfingern vorzubeugen, bieten viele namhafte Hotels inzwischen die Möglichkeit, ihre Produkte käuflich zu erwerben, etwa im hoteleigenen Shop oder online. Es geht also auch ganz ohne Diebstahl.

Quellen

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